Donnerstag, 24. Dezember 2015

Epilog

Sanft spürte ich den weichen, dunklen Teppich unter meinen Füßen als ich unser Schlafgemach betrat. Ich blinzelte ein paar Mal bis sich meine Augen an das schummrige Licht gewohnt hatten und strich inzwischen haltsuchend mit meiner Hand über die edel verzierten Kommoden.
Langsam näherte ich mich unserem mit aufwendigen Schnitzereien, Samt und Spitze geschmückten Himmelbett und mein Herz hüpfte als ich sah, das Alon mich schon erwartete. Er hatte nur mehr seine Hose an und machte den Eindruck als würde es schon einige Zeit hier so sitzen.
„Du hast ganz schön lange gebraucht...“ lächelte er mich herausfordernd an als er bemerkte wie ich näher kam.
„Nun, hat sich das Warten nicht gelohnt?“ fragte ich während ich mich ihm in meinem schwarzem Seidennachtkleid präsentierte.
„Das Warten auf dich lohnt sich immer, Esmeralda!“ gab er mit einem verheißungsvollem Blick in den Augen zurück und ergriff dann meine Hand um mich sanft zu ihm ins Bett zu ziehen.
Meine freie Hand stütze sich zuerst auf seiner Schulter ab und begann dann über seinen Körper zu wandern. Vorsichtig fuhr ich mit meinen Fingern durch seine langen, schwarzen Haare und betrachte dabei, wie sie im Kerzenlicht edel glänzten. Aber nicht nur sie – auch der Ring an meinem Finger – schimmerten in der wohligen Halbdunkelheit.
Die Erinnerung dran wie wir uns erneut einen Schwur für die Ewigkeit geben hatten und uns gegenseitig unsere neuen Eheringe angesteckt hatte flammte in meiner Erinnerung auf.
Noch weiter wanderten meine Gedanken zurück – bis nach Lotus, das nun ein Teil des Kaiserreichs Satos war. Ich unterdrückte ein Lachen – sie hatten wahrlich den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Viele würden sich nun ob Alons Herrschaft Angelos wohl zutiefst zurückwünschen, aber diese Chance war für sie verspielt, ihr Land war endgültig der Finsternis anheimgefallen.
Und doch konnte ich mich dafür nicht mehr hassen, obwohl ich wusste, dass dies meine Schuld war – ich hatte Alons Wunsch folgegeleistet und mich meiner dunklen Seite hingegeben – und ihm!
Am Ende hatte mein Herz wieder über meinen Vernunft gesiegt und ich wusste, wie oft ich es auch versuchen mochte, das Ergebnis blieb immer das Gleiche – ich würde immer und immer wieder in Alons Arme zurückkehren. Zu stark waren die Gefühle, dass ich für ihn empfand – und ich hatte endlich aufgehört den sinnlosen Kampf gegen sie zu führen! Nun war ich wirklich befreit – von meinen eigenen Zwängen! „Worüber denkst du nach?“ fragte Alon mich schließlich und riss mich damit aus meinen Gedanken. Er sah mir tief in die Augen und musterte mich leicht besorgt.
„Nichts Wichtiges...“ antwortete ich lächelnd und verband meine Hände mit seinen, so dass ich auch seinen Ehering betrachten konnte.
Es war nur die Wahrheit – denn nichts von all dem war nun mehr wichtig. Alon hatte Recht behalten – nichts von all dem war noch von Bedeutung. Nur die unzerstörbare Liebe, die uns auf ewig verband. Meine Augen wanderten sanft über seine Lippen, bevor ich mich zu ihm hinter beugte und ihn zärtlich küsste.
„Esmeralda...“ hauchte er schließlich während er mich näher an sich heranzog und ich mich bereitwillig in seine Arme fallen ließ.
„...was auch immer es ist, ich werde dafür sorgen, dass du es vergisst...“ versprach er verheißungsvoll während er mir sanft über meinen Rücken strich.
„Ist das ein Versprechen?“ fragte ich ihn neckend während meine Fingerspitzen über seine Lippen glitten.
„Ja!“ antwortete er und küsste mich dann plötzlich leidenschaftlich.
Meine Gedanken lösten sich endgültig auf und es gab nur noch eine Sachen, die ich wusste – er würde dieses Versprechen auf jeden Fall halten!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Woaaaah, ein Happy End! Wie schön!
Nee, ehrlich, nach dem ganzen Hin und Her und Her und Hin, was Alon und Esmeralda durchmachen musste, freut man sich doch mit ihnen, dass nun wieder alles in Butter ist und die Beiden wieder glücklich vereint sind.
Ja, auch wenn es "nur" eine Geschichte ist. :-)

Wie wäre es eigentlich, wenn die beiden Kinder hätten? *floh ins ohr setz* :-D

Liebe Grüße
und vielen Dank für die schönen Stunden, die ich mit den beiden haben durfte (lesenderweise ;-) )
Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Freut mich, dass es dir gefallen hat. :-)))))

Nun, wir wissen ja dank Laures und Sei, dass Dämonen keine Kinder wollen, weil diese eine Gefahr für ihre eigene Stellung sind (da Dämonen ja unsterblich sind und die Kinder damit nur aufsteigen können, wenn sie ihre Eltern um die Ecke bringen).
Laures hat ja nur nicht aufgepasst, weil er annahm, Seis Mutter würde ohnehin sterben. Bei Alon und Esmeralda ist das aber ganz anders... :-)
Und Esmeralda hat auch nicht unbedingt das Mutter-Gen... ^^"
(Ich könnte mir die zwei auch schlicht und ergreifend nicht als Eltern vorstellen. *lol*)

Gerne, ich hab das Schreiben auch genossen (meist zumindest :-D). :-)