Mittwoch, 26. September 2012

Labello „Repair & Beauty“

Heute gibt es mal wieder ein Review für euch – und zwar eines, was ich schon länger machen wollte. Es geht um den neuen Labello „Repair & Beauty“, von dem ich wusste, dass ich ihn haben muss, als ich nur die Ankündigung gelesen hatte.

Es handelte sich dabei um einen 2-Phasen-Stift, das heißt er hat einen Pflegekern in der Mitte und drum herum Farbe, so wie man es auch von einigen Lippenstiften kennt. Das Prinzip ist also nicht wirklich neu, aber hier ganz toll umgesetzt. Der Stift pflegt wirklich toll und hinterlässt ein leicht kühlendes, ‚minziges‘ Gefühl auf den Lippen, was ich sehr angenehm finde – allerdings riecht er nicht nach Minze, sondern dezent blumig-cremig.

Auch die rosa Tönung finde ich sehr gelungen, er zaubert ein perfektes „Your Lips butt better!“-Ergebnis und ich trag ihn wirklich gerne zu einem auffälligen AMU oder zu dezenten Arbeitslook. Er hat es sogar geschafft meinen normalen Lipbalm und -gloss aus meiner Handtasche zu vertreiben, stattdessen verwende ich jetzt immer ihn. Das kann konnte noch kein Lippenbalm von sich behaupten!

Fazit: Definitiv eine Kaufempfehlung *top*, mit 2,99 Euro für Labello auch nicht wirklich teuer (ich hab da schon einiges jenseits der 3-Euro-Mcharke gestehen), wenn ich meine inzwischen 3 Stifte (:-D) aufgebraucht habe, kauf ich ihn sicher nach!

Ich habe den Stift auch von Nivea zum Testen zugeschickt bekommen, allerdings erst einige Zeit nachdem ich ihn schon gekauft hatte, meine Meinung dazu stand da also schon fest. ;-)

Dienstag, 25. September 2012

Japanischen Teezeremonie

Vergangenen Samstag war ich bei einer japanischen Teezeremonie im Setagaya Park und habe euch mal wieder ein paar Bilder mitgebracht. Es ist nicht das erste Mal, dass es dort eine solche Vorführung gibt, letztes Jahr war ich auch schon dort, nur sind damals die Bilder leider nichts geworden, weil sie in dem kleinen Häuschen war (was ich persönlich schöner fand, weil es dadurch authentischer wirkte).

Nun, so sieht der Tisch ganz zu Beginn aus, jeder Teil hat seinen bestimmten Platz. Die Schale, der Behälter mit dem Tee, der Bambusbesen, das Löffelchen zum Entnehme des Tees, der Schöpfer und natürlich der Kessel mit dem heißen Wasser.

Zu Beginn werden alle Utensilien nochmal gereinigt (obwohl sie natürlich sauber sind!), das soll dem Gast zeigen, dass wirklich alles sauber ist und eine Verbindung zwischen ihm und dem Gastgeber herstellen.

Dann kommt zuerst das Teepulver und dann das heiße Wasser in die Schüssel.

Mit dem Bambusbesen wird das Ganze dann aufgeschlagen. Für die, die es nicht wissen: Bei japanischen grünen Tee trinkt man die Blätter als Pulver mit (wodurch er noch gesünder ist, weil man viel mehr der Inhaltsstoffe zu sich nimmt).

Zum Schluss bekommt jeder Gast eine Schale und dazu auch besondere Süßigkeiten, die speziell für diese Zeremonien gedacht sind. Der Tee wird nämlich ungesüßt getrunken und ist damit recht bitter, die Süßigkeiten, die man zuerst isst, sollen das ausgleichen (man süßt praktisch den Mund vor statt den Tee selbst :-D).

Aber nicht nur die Zeremonie ist toll, auch der Park selbst ist sehenswert. Dieses Jahr war das Wetter leider nicht so toll, aber zum Glück sind die Bilder vom Park letztes Jahr etwas geworden.

Wer auch Lust hat, sich so eine Zeremonie mal anzusehen bzw. zu verkosten, der hat diesen Sonntag, dem 30. September 2012 zwischen 13 und 17 Uhr die Gelegenheit, da gibt es wieder eine (allerdings von einer anderen Gruppe) im Setagaya Park, 19. Bezirk, Hohe Warte 8. Oder ihr schaut auf den Veranstaltungskalender der japanischen Botschaft, wo auch andere nette Events angekündigt sind.

Samstag, 22. September 2012

Metallic Wires

Und wieder ein Nail-Art, dem letzten sehr ähnlich - nachdem ich keinen passenden Lack für den Penny Talk gefunden habe, hab ich mich dieses Mal auf Grau/Silber gestürzt, das Ergenbis gefällt mir gut. :-)

Verwendet:
Chinda's Franky "01 Grey Cat"
Astor Lacque Deluxe "VIP Silver"
No Name Stamping Plate "H22"

Mittwoch, 19. September 2012

Historisches Fest im Schloss Neugebäude

Vergangenes Wochenende war im Schloss Neugebäude wieder das historische Fest, das nun seit 6 Jahren immer im September stattfindet. Und dieses Jahr hab ich es endlich auch dorthin geschafft - und ein paar Bilder und Eindrücke für euch mitgebracht. ;-)

Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück, die Tage davor war es sehr regnerisch und jetzt ist der Herbst endgültig über uns hereingebrochen, aber am Sonntag war es toll, genau die richtige Temperatur (weder zu kalt noch zu heiß) und schöner, klarer Himmel.



 

So hab wir (mein Freund und ich) und also über durch den Markt gewuselt - vorbei an Ständen mit mittelalterlichen Gewand, Schmuck oder auch Holzschnitzereien.



 

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt - es gab Spanferkel, Stockbrot (pikant und süß), Met und vieles mehr. Ich hab sowohl das pikante als auch das süße Stockbrot gekostet (pikant mochte ich lieber, waren aber beide gut) und mir eine Flasche Met mitgenommen.





Außerdem waren verschiedene Zelte mit mittelalterlicher Einrichtung ausgestellt, es gab Vorführungen und zu fixen Zeiten konnte man auch eine Führung durch das Schloss machen (die wir leider verpasst haben). Desweiteren konnte man auch Bogenschießen, Papier schöpfen oder Kerzen ziehen. Beim Bogenschießen hab ich leider ziemlich versagt (ok, mein erster Versuch), das Papierschöpfen war mir mit über 3 Euro zu teuer.

Alles in allem war es ein toller Nachmittag und ich werde nächstes Jahr sicher auch wieder hingehen. Wer das Fest nicht verpassen will (so wie es mir letztes Jahr passiert ist), der kann den Newsletter auf der Seite des Schloss Neugebäudes abbonieren. :-)

Freitag, 7. September 2012

Metallic Vines

So, ich hab mal wieder ein Nail Art für euch - eigentlich wollte ich das ganz Ton in Ton machen nur hab ich leider keinen cremigen Lack, der Penny Talk entspricht. Habt ihr vielleicht Vorschläge? :-)

Verwendet:
p2 "Nostalgic Moments" LE Nail Polish "030 Mauve Rose"
essie Nail Lacquer "Penny Talk"
No Name Stamping Plate "H22"

Dienstag, 4. September 2012

L'Oréal Paris "Caresse Shine"

Letzte Woche habe ich endlich die neuen Caresse Shine von L'Oréal Paris beim dm entdeckt - nachdem ich die Promo-Fotos gesehen habe (und weil ich die normalen Caresse angenehm fand), war mir klar, dass ich zumindest einen davon haben musste!

Es handelt sich dabei übrigens um einen Hybrid aus Liplacquer und Liptint, der nicht klebt und Feuchtigkeit spenden soll und das bei kombiniert mit langer Haftfestigkeit. Im Gegensatz zu anderen langanhaltenden Lippenprodukten braucht man hier nicht zwei Schritte sondern nur einen für das Ergebnis.

Ich habe mich übrigens für die Farbe "300 Juliet" entschieden - ein wunderschönes Rot. Gleichmal vorweg muss ich sagen, dass man wohl einen Lipliner verwenden sollte, sonst läuft die Farbe leider etwas aus und ich hab mich auch etwas schwer getan ihn mit dem Applikator gleichmäßig zu verteilen - aber ich bin auch eher der Freund von Pinseln und Liptins mögen mich normal auch nicht.

Davon abgesehen bin ich aber begeistert - der Caresse Shine fühlt sich sehr angenehm und pflegend auf den Lippen an, klebt nicht und übersteht auch Trinken und kleine Snacks über ein paar Stunden hinweg gut, nur beim Mittagessen hat er w.o. gegeben - ein kleiner Hauch Farbe blieb aber auch da zurück. Man kriegt ihn also auch runter, wenn man das möchte.

Fazit: Ich finde ihn gut - wer mit Liptints und Schaumstoffapplikatoren gut umgehen kann, der tut sich beim Auftragen auch sicher einfacher als ich. Lipliner hingegen sollte man auf jeden Fall verwenden, gerade bei den kräftigen Tönen. Sonst muss ich sagen für 12,95 Euro ein gutes Produkt. :-)

Samstag, 1. September 2012

11. Der unzerstörbare Stolz

Bevor ich mich überhaupt nach der Stimme umdrehen konnte, sah ich, dass vor uns und an unseren Seiten auch Reiter aufgetaucht waren – sie hatten uns umzingelt. Alles, alles war umsonst gewesen – die einzige Chance, meine Unschuld zu beweisen und alles wieder zum Guten zu wenden, meine Liebe zu Alon zu retten… vertan!
Langsam und auf das Schlimmste gefasst drehte ich mich um während ich mich im Geiste selbst verfluchte. Wieso waren wir nicht bloß im Wald geblieben? Natürlich würde die Truppen nicht nur uns nachgeschickt werden, es waren auch immer welche unterwegs, die ohnehin patrolierten!
Ich rechnete damit, sogar Laures persönlich gegenüberzustehen, so gehässig war der Ton gewesen – doch ich musste überrascht feststellen, dass ich den Mann auf dem Pferd vor mir, der eindeutig der Anführer der Gruppe war, nicht kannte, obwohl seine Aura selbst mich wissen ließ, dass er ein hochrangiger und mächtiger Dämon war, einem von Alons Generälen sicher ebenbürtig. Doch er war keiner, denn auch wenn es in meinem schlaftrunken Zustand ein paar Sekunden brauchte, bis es mir auffiel - es nicht unser Wappen war, das sie trugen… doch irgendwoher kam es mir bekannt vor.
Mit einem Mal traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz und ich riss entsetzt die Augen auf – er war einer von Eres‘ Leuten!
Ich wusste nicht ob das eine Verbesserung oder eine Verschlechterung der Situation war… aber möglicherweise eine Chance. Was konnten Eres‘ Leute schon von ein paar Reisenden wollen? Plündern konnten sie nicht viel, mein ganzes Gold und mein Schmuck wurden mir im Kerker abgenommen, da war nichts zu holen - Sei hatte vielleicht etwas Gold und ein paar Wertgegenstände bei sich, das sollten sie ruhig haben, wenn sie uns dann ziehen ließen! Ich hoffte nur, dass wir unsere Pferde behalten konnten, aber so müde wie die bereits waren, glaubte ich nicht, dass sie von großem Wert waren… eine Armee brauchte frische Pferde, keine ausgelaugten Kläffer, die viel Pflege und Futter brauchten, bis sie sich erholt hatten und einsatzfähig waren.
Ich sah den Mann vor mir an und versuchte meine Antwort gerade klug zu wählen – schließlich wollte ich ihn nicht verärgern, ich wusste wie schnell Dämonen in Rage gerieten und wie leicht sie dann aus purer Lust töteten - doch bevor ich etwas sagen konnte, ergriff der Anführer wieder das Wort.
„Ich muss sagen, ich bin wirklich überrascht – so viel Unvorsichtigkeit hätte Alon nicht zugetraut… seine ach so kostbare Menschenfrau nur in Begleitung eines Halbdämons reisen zu lassen und das mitten im Krieg!“ schlug er mir die Worte entgegen und legte mit seinem Ton und seinem höhnischen Grinsen so viel Verachtung in diese Wort, dass es mich nicht mehr wunderte, dass ich ihn mit Laures verwechseln konnte. Aber das war nur nebensächlich – viel schlimmer war, dass er offensichtlich wusste wer ich war und damit würde es viel, viel schwerer wieder aus der Sache herauszukommen!
Ich warf einen Seitenblick auf Sei – er hatte sich seltsam ruhig verhalten, wahrscheinlich wusste auch er nicht, was wir tun sollten… unsere Situation war wirklich denkbar schlecht! Wäre dies auf unserem Rückweg passiert und ich hätte Hevshire bereits wieder, sähe die Sache ganz anders aus – aber so… war der Dämon vor uns nicht nur deutlich mächtiger als Sei, er war auch ausgeruht, was man von uns nicht behaupten konnte. Zudem waren sie in der Überzahl, mit ihrem Anführer waren wir von neun Gegnern umgeben – und ich konnte es ebenso wenig mit acht Dämonen aufnehmen wie Sei mit einem von Eres‘ Generälen. Flucht war ebenso aussichtlos, selbst wenn wir es geschafft hätten durch ihre Barriere zu brechen, unsere müden Pferde würden sie locker einholen. Also blieb nur noch eine einzige Lösung über, auch wenn hier die Aussichten kaum besser waren: Diplomatie.
So anmutig wie nur irgendwie möglich schob ich meine Kapuze zurück und sah dem General in die Augen – trotz allem hatte ich meinen Stolz, würde ich mich unterwürfig geben, würde es ihn erst recht dazu animieren mich niederzumachen.
„Was wollt Ihr von uns?“ fragte ich mit fester Stimme.
Er lachte auf – die Tatsache, dass ich mich so widerspenstig gab schien ihn zu amüsieren.
„Ist das nicht offensichtlich?“ fragte er dann immer noch mit einem Grinsen auf seinen Lippen. „Eine bessere Geisel als Euch könnten wir wohl nicht finden!“
Jetzt war ich es, die am liebsten aufgelacht hätte – allerdings nicht höhnisch sondern mit tiefster Verbitterung. Er hatte ja keine Ahnung, wie sehr er sich irrte – ich war sicher die denkbar schlechteste Geisel! Nach allem, was passiert ist – vor allem, nachdem ich auch noch aus dem Kerker geflohen war, würde Eres Alon höchstens einen Gefallenen tun, wenn er mich zu tötete!
„Nun, da muss ich euch enttäuschen…“ sagte ich mit einer leicht überheblichen Stimme, denn irgendwie gönnte ich es ihm, seinen ach so tollen Plan zu ruinieren. „…aber Alon hat mich verstoßen, ich bin für euch als Geisel wertlos!“
Aber anstatt ein enttäuschtes Gesicht zu machen lachte er erneut auf und fragte gehässig: „Und ihr erwartet, dass ich euch das glaube? Das ist der denkbar schlechteste Bluff, denn ich je gesehen habe!“
Nun, ich musste zugeben – es hörte sich wirklich nach einer schlechten Ausrede an, obwohl es die Wahrheit war. Ein Phänomen, das mir nicht neu war…
Bevor ich noch etwas antworten konnte – auch wenn ich bezweifele, dass dies etwas geändert hätte – gab er seinen Soldaten den Befehl uns in ihre Lager zu eskortieren. Sei schielte zu mir hinüber in Erwartung einer Entscheidung und ich nickte leicht um ihn zu verdeutlichen, dass wir uns beugen würden… alles andere wäre ohnehin sinnlos gewesen.
Sie führten uns ein Stück entlang des Pfades und bogen dann in einen schmalen Weg ein, immer bedacht, uns von allen Seiten umzingelt zu haben, damit ihre wertvolle Beute nicht fliehen konnte.
Nach einer kurzen Weile tauchten Steinwände und ein Tor vor uns auf und ich war überrascht wie befestigt der Stützpunkt war – offensichtlich war dies ihr Hauptlager. Sie führten uns in die Mitte und dann befahl man uns abzusteigen – und kaum waren wir am Boden, legte man uns Handschellen an.
Dann befahl der Anführer den anderen Soldaten des Trupps: „Schmeißt den Halbdämon in irgendeine Zelle, ich werde unsere kleine Kaiserin hier…“ - er warf mit einem verächtlichen Lächeln einen Blick auf mich – „…zu Kaiser Eres bringen!“
Sei warf mir wieder einen Blick zu und ich nickte um ihn zu verstehen zu geben, dass ich zurechtkam. Was hätten ich sonst auch tun können? Der General scheuchte mich neben sich her in das größte Gebäude des Lagers, das aus dunklen Stein gemeißelt wie auch die Wände war und innen von Säulen gehalten wurde… es war seltsam offen, eine ganz andere Bauart als die, die sonst vorherrschte – doch kam sie mir bekannt vor, ich hatte sie in Geschichtsbüchern gesehen, so baute man vor langer Zeit im Süden, die Verfasser nannten es Antike.
Nachdem wir einen langen Gang, der mit Wachen an den Wänden gepflastert war, passiert hatten, landeten wir vor einer großen, bewachten Tür.
„Sagt seiner Majestät, ich habe einen Gefangenen, den er unbedingt wird sehen wollen!“ befahl er einem Wächter, der daraufhin in der Tür verschwand um uns wenig später mit einem Kopfnicken einzulassen.
Der Raum war groß und endete auf der anderen Seite in einer Terrasse von der sehr gedämpfter Lärm kam – es erinnerte mich etwas an Jubel und Gegröle, aber ich konnte mir nicht sicher sein, dafür war es zu leise.
Gerade von dieser Terrasse her tauchte plötzlich ein großer Mann auf, der in einer schweren, dunklen und prunkvoll verzierten Rüstung gekleidet war. Sein langes Haar war flammenrot und im Nacken zusammengebunden, seine orangen Augen glühten in seinem braungebrannten Gesicht wie Feuer – ich wusste sofort, dass er nur Eres sein konnte!
„Maures, wen bringst du mir da?“ fragte er mit seiner tiefen, gefährlichen Stimme.
Der General sank sofort auf die Knie und antwortete gehorsam: „Alons… Gemahlin, Herr!“
Selbst vor seinem Kaiser konnte er die Verachtung mir gegenüber nicht ganz unterdrücken, obwohl ich merkte wie tief die Ehrfurcht für seinen Herrscher war.
Eres entließ Maures und musterte mich aufmerksam, dann begann er laut zu lachen.
„Das ist also die Menschenfrau, die es geschafft hat, einen Dämon zu verführen?“ grinste er. „Ich hätte Alon einen besseren Geschmack zugetraut… er hat wohl ganz eindeutig seinen Biss verloren, wenn er sich sowas hingibt… er ist wohl ziemlich gerostet, während ich schlief!“
Das war genug – über mich konnte er sagen, was er wollte – aber das er Alon beleidigte, würde ich ihm nicht durchgehen lassen!
„Pff, Alon ist mehr Dämon als ihre es je sein könntet!“ spuckte ich ihm praktisch ins Gesicht und funkelte ihn wütend an – alle diplomatischen Schachzüge, die mir zurechtgelegt hatte, waren in dem Moment aus meinem Hirn verbannt worden und von unsagbarer Wut eingenommen.
Aber anstatt über meinen Ausbruch erzürnt zu sein und zu bestrafen, lachte er nur erneut.
„Ganz schön frech…“ stellte er fest und kniff dann die Augen zusammen, als er weitersprach. „…schauen wir mal, ob auch was dahinter ist!“
Dann schnappte er mich an meinen Handschellen und schleppte mich über die Terrasse nach draußen, wo mir der Lärm nun ganz deutlich entgegen schlug und nun sah ich auch wo er herkam. Vor mich erstreckte sich ein riesige Colosseum, Rand voll mit einer jubelnden Menge, die begeistert dabei zusah wie sich unten Männer – Gefangene, wie ich annahm – gegenseitig umbrachten in der Hoffnung, dass dem Sieger sein Leben geschenkt wurde. Ein für Dämonen üblicher Zeitvertreib, Alon hatte auch öfter solche Feste abgehalten, an denen ich als Kaiserin natürlich bewohnen musste, auch wenn ich nichts lustiges dran entdecken konnte – er fand sie aber immer sehr amüsant.
Der aktuelle Kampf war gerade vorbei und da wohl keiner von ihnen eine gute Show geliefert hatte, wurde der Sieger von einer der Wachen getötet.
Eres schleppte mich zum Rand der Balkons, mit einem Schwung ließ er mich über der Brüstung baumeln, mit seiner Hand umklammerte die Kette, die meine Hände zusammenhielt.
„Nun, wie mutig bist du jetzt?“ hörte ich ihn hinter mir höhnen und sah die Menge vor mir begeistert kreischen.
„Ihr könnt mich foltern oder sogar töten, meinen Stolz könnt ihr nicht brechen!“ antworte ich ihm trotzig, auch wenn ich zusammennehmen musste, damit meine Stimme nicht vor Angst zitterte.
Es wäre besser, wenn ich hier ehrenvoll starb, dann musste ich es wenigstens nicht ertragen, wie Alon es ablehnte, mich auszulösen und könnte so wenigsten ein bisschen meiner Ehre – und vor allem Alons – erhalten.
„Nun, wie ihr wollt!“ höhnte er und zerbröselte mit seiner Hand die Kette, sodass ich in den sandigen Boden der Arena fiel.
Am anderen Ende ging die Tür auf und ein Wolfrum kam heraus getrabt, der mich gierig ansah. Schon wieder überkam mich das Gefühl eines Déjà-vus, denn es war nicht das erste Mal, dass ich so einem Vieh gegenüber stand!
Plötzlich landete etwas vor mir im Sand und ich erkannte, dass es ein Schwert war – als ich zu Eres hochsah, lachte dieser: „Man soll mir nicht vorwerfen, ich wäre unfair!“
Nun, das war eine Herausforderung, die ich annehmen würde – ich begann im selben Moment zu rennen wie der Wolfsdämon, packte den Griff des Schwertes und zog es heraus, dann rollte ich mich blitzartig zu Seite um den Vieh auszuweichen – es war viel größer als der letzte, den ich gesehen habe, aber auch viel schwerfälliger, das war ein Vorteil.
Wieder rannten wir aufeinander zu, nur damit ich im letzten Moment auswich und ihn seitlich mit meinem Schwert anritzte, immer durch ein Toben der Zuschauer begleitet – auch wenn ich sterben würde, ich würde nicht kampflos untergehen!
Der Wolfrum wurde sichtlich wütend, er hatte mit einem einfacheren Fressen gerechnet – er stürzte auf mich zu, doch anstatt seitlich auszuweichen, ließ ich mich nun unter ihm durch gleiten und schnitt ihm den Bauch an, einer Stelle wo er deutlich verwundbarer war. Heißes Blut spritze mir ins Gesicht und der wilde Wolfdämon kreischte auf vor Wut und Schmerz.
Als ich mich wegrollte fiel mein Blick kurz auf Eres Balkon, der immer noch an der Brüstung stand und mich aufmerksam beobachte, aber zu weit weg war, als das ich seine Mimik hätte deuten können. Und plötzlich hatte ich eine Idee – ich nutze die Zeit, die der Wolfrum brauchte, sich etwas zu erholen und rannte wieder zu dem Balkon, dessen vorderes Stück von zwei Stützpfeilern gehalten wurde und stellte mich zu der, die Eres am Nächsten war – und drehte mich wieder zu meinem Gegner um.
Wie erwartet rannte der Wolfrum blindlings wo überschäumender Wut aus mich zu und als ich im letzten Moment auswich, krachte er genau gegen die Säule, die unter dem Aufprall zusammenbrach und den Balkon in die Tiefe, direkt auf Wolfrum hinauf, riss.
Was mit Eres geschehen war konnte ich nicht sehen, genauso wie ich nicht wusste, ob das Vieh seine Bekanntschaft mit der Säule und dem Balkon überlebt hatte, denn der aufgewirbelte Staub und Sand umhüllte mich vollkommen und ich musste immer wieder kräftig husten.
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sich der Schmutz gelegt hatte und mein Körper und meine total zerzausten war verklebt von Schweiß, Blut und Dreck – mein Blick wanderte zu dem Wolfsdämonen, der regungslos unter den Trümmern lag… ich hatte gesiegt!
Dann sah ich zu Eres auf, der auf dem Überresten seines Balkons stand und einen seltsamen Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte… hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich es für Bewunderung oder Respekt gehalten! Aber eines war sicher: Das hatte er mir nicht zugetraut!
Er hob seine Faust und streckte den Daumen nach oben, worauf die Menge tobte… ich würde also leben, die Frage war nur: Wie lange noch…?