Samstag, 1. Dezember 2012

Epilog

„Ahhhh!“ erklang der Schmerzensschrei aus seinem Mund als er gegen den Baum geschleudert wurde, auch wenn er ihm selbst wie aus weiter Ferne vorkam. Sein Schwert war bei dem Versuch, den gegnerischen Schlag zu blocken in tausend Teile zerbrochen und nun sah er seinem Tod direkt in die Augen.
Nicht, dass er etwas anderes erwartet hatte – er wusste schon, als der Kampf begonnen hatte, dass er niemals eine Chance haben würde – das er solange durchgehalten hatte lag nur dran, dass sein Gegner mit ihm spielte.
Dennoch, er mag als Halbdämon geboren worden sein, aber er würde wie ein Dämon sterben – auch wenn er sich nicht gewünscht hätte, dass es gerade sein Vater sein würde, der ihm den Todesstoß verpasst - die Genugtuung vergönnte er ihm eigentlich nicht. Aber das Einzige, was er wirklich bereute, war, dass er seine Herrin nicht noch ein letztes Mal gesehen hatte – er wäre gerne gestorben, als er sie verteidigte, vielleicht sogar in ihren Armen – nicht auf einer erfolglosen Suche nach ihr.
Er hatte gesehen, wie man sie aus dem Kerker schleppte und auch den riesigen Drachen hatte er bemerkt – danach setze er alles dran zu entkommen und seine Chance war gekommen, als Alons Leute Eres Lager stürmten. Er erwischte einen Wächter, als der in seiner Panik zu nah an seiner Zelle vorbeilief und mit seinen Schlüsseln konnte er sich befreien. Zu blöd, dass er kurz drauf seinem Vater in die Arme lief, der höchst erfreut davon war, den Hochverräter, der sich mit der Kaiserin vergnügt hatte äußerst schmerzhaft ins Jenseits zu befördern.
Ein Teil von ihm wünschte sich, er hätte wirklich getan, wofür er angeklagt war, dann hätte es sich wenigstens gelohnt so zu sterben und in der Hölle ewige Qualen zu erleiden. Sie wäre all das wert gewesen, aber trotzdem hätte er es nie gewagt sie zu berühren. Sie war eine Kaiserin und er nur ihr Diener, niemals hätte er ihr würdig sein können – wie sehr er es sich auch wünschte.
Er sah Laures über sich und erkannte verschwommen sein sadistisches Grinsen: „Nun, mein Sohn… so endet es also!“
Dann hob sein Vater sein Schwert und er machte sich auf sein Ende gefasst, als er plötzlich einen starken Wind spürte und etwas Goldenes aufblitzen sah. Im nächste Moment wurde sein Vater von ihm weg geschleudert und prallte selbst gegen den nächsten Baum, worauf dieser in zwei Teile brach.
Dann versperrte ihm eine Hand das Sichtfeld und von weiter oben drang eine vertraute Stimme zu ihm durch: „Sei, beeil dich, wir haben nicht viel Zeit!“
Er sah auf und erkannte die Person, dass er sich mehr als alles andere zu sehen gewünscht hatte – seine Herrin, Kaiserin Esmeralda.
Angestrengt hob er seine Hand und ergriff ihre, worauf sie ihn auf ihr schwarzes Ross zog und diesem in nächste Moment die Sporen gab. Fest umklammerte er ihre Taille, damit ihr bei ihrem schnellen Ritt durch den Wald trotz seiner Verletzungen nicht vom Pferd fiel, auch wenn es ihm mit jeder Sekunde besser ging – was nicht nur an der übermenschlichen Regerationskraft eines Dämonen lag sondern sicher auch an ihr.
Dann entdeckte er Hevshire an ihrem Gürtel und im nächsten Moment war ihm klar, woher das goldene Leuchten kam und was ihn gerettet hatte.
„Ihr habt es gefunden, Herrin?!“ fragte er erstaunt und freudig zugleich.
„Nein…“ antwortet sie bitter. „Eres hat es gefunden – Alon hat ihn direkt drauf geschleudert.“
„Hat er euch trotzdem nicht geglaubt?!“ fragte er schockiert. Das durfte nicht wahr sein – das war ihre einzige Chance gewesen, was sollten sie nun machen?
„Doch…“ erklärte sie und es hörte sich so an als ob sie weinte, auch wenn er ihr Gesicht nicht sehen konnte. „…er hat mich sogar um Verzeihung gebeten… aber… aber ich kann nicht, nicht nach dem er mir so misstraut hatte!“
Er wollte den Mund aufmachen um etwas zu erwidern, doch sie kam ihm zuvor: „Du kannst natürlich zu Alon zurückkehren, aber ich glaube, dass deine Unschuld in der Sache für ihn wenig Unterschied machen wird, schließlich hast du es zugelassen, dass ich in die ganze Sache verstrickt werde und Alons Wut war noch nie sehr rational…“
„Herrin…“ setze er an. „…ich habe euch einen Schwur geleistet!“
„Du hast der Kaiserin einen Schwur geleistet und die bin ich nicht mehr!“ stelle sie trocken fest.
„Für mich werdet ihr immer meine Kaiserin sein – wo auch immer ihr hin geht, ich werde euch folgen!“ hielt er dagegen.
„Nun, wenn es das ist, was du willst, dann sei gewarnt – es liegt eine weite Reise vor uns!“ verkündete sie schließlich.
„Wohin?“ fragte er neugierig und mit einem Mal brachen sie durch den Wald um an der Spitze einer Klippe zu stehen, vor ihnen ersteckte sich der scheinbar endlose Ozean.
Ihr Blick wanderte gerade aus und er folgte ihm während sich ein warmes Gefühl in seiner Brust ausbreite. Schließlich atmete sie tief durch und sagte: „Über das Meeres!“

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Puh, da bin ich aber irgendwie froh, dass Sei noch davon gekommen ist - und dass Laures auch mal sein Fett abbgekommen hat. :-D

Das Ende ist ja jetzt irgendwie offen.
Naja, eigentlich logisch, nachdem Esmeralda sich von Alon getrennt hat.

Geht es jetzt auf nach Amerika? *lol*

LG Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Amerika ist es nicht, soviel sei mal gesagt. :-D

Anonym hat gesagt…

*heul* kein happy-end mit alon...aber wohl ein neuer verehrer von esmeralda :-o

ich bin gespannt :-D
lg bigs

Chinda-chan hat gesagt…

Ja, aber wie gesagt, so schnell wird das nix. *lol*