Sonntag, 15. Juli 2012

10. Future and Past

Langsam schlich Kira den Gang entlang, ihr ehemaliger Boss nur ein paar Schritte hinter ihr. Der Plan war klar: Sie würden Peterson stellen und ihm nur eine Wahl lassen – ihnen zu sagen, wo Mokuba war oder sterben. Nicht, dass sie ihn nicht im Anschluss trotzdem töten würde, aber das musste er ja nicht wissen.
Sie warf vorsichtig einen Blick um die Ecke und entdeckte ihr Opfer umgeben von zwei Wachen – lächerlich, das war so einfach, dass es ihr Können beleidigte. Sie deutete ihrem Ex-Chef, dass er hier stehen bleiben sollte und ohne auf eine Antwort oder Reaktion zu warten preschte sie auch schon vor. Zwei gezielte Schüsse und die Bodyguards lagen tot am Boden, ein Tritt mit ihrem Fuß und Peterson lag ebenfalls am Boden, allerdings lebendig – noch zumindest.
Sie hielt ihm eine ihrer Pistolen direkt ins Gesicht und konnte sich ein sadistisches Lächeln nicht verkneifen, als sie ihn so hilflos sah. Aber… irgendetwas stimmte nicht! Er sah kein bisschen verängstigt aus, im Gegenteil auch in seinem Gesicht fand sich ein dickes Grinsen. Und im nächsten Augenblick wusste sie auch, wieso: In seiner Hand hielt er eine kleine Fernbedienung, die er im selben Moment drückte.
Sofort wurde der ganze Raum in rotes, blinkendes Licht getaucht und Peterson lachte verrückt: „You may kill me but I‘ll drag you down to hell with me!“
„What have you done?!“ pfauchte Kira und hielt ihm ihre Waffe direkt an den Kopf.
„I activated the self-destruction mode... even you won’t manage it to save his brother and get out of here in time!” warf er ihr sadistisch grinsend entgegen.
„Turn it off!“ forderte sie wütend. Dieser Mistkerl, solche schmutzigen Tricks waren nur etwas Feiglinge, die nicht verlieren können!
„Do you take me for a foul?“ lachte er bitter. “You gonna kill me immediately if I do… but as a sign of friendship, you find his brother in the inner circle… try to safe him, if you dare!”
“You will talk…” setzte sie an und überlegte sich, mit welchen Foltermethoden sie im am schnellsten zum Reden brachte, doch dann brach sie erschrocken ab, als sie sah, wie weißer Schaum aus seinem Mund trat. Sie sprang reflexartig auf, jedoch nicht, ohne ihre Waffe auf ihn gerichtet zu lassen.
Poison! Such a coward!
Sie sah, wie er ein paar Mal zuckte und dann wurden seine Augen glasig.
Damn! What now?
Sie drehte sich reflexartig um und sah ihren ehemaligen Boss, der sich an einer Steuerkonsole zu schaffen machte. Nun fiel es ihr wieder ein, er war ja so ein Computergenie – vielleicht konnte er das System hacken?
Dann ging sie zu ihm hinüber, blieb ein Stück hinter ihm stehen und betrachtete den Bildschirm und wie seine Finger zielsicher über die Tastatur glitten.
„Your plan didn’t quit work out as you planed, didn’t it?“ fragte er höhnisch als er sie bemerkte, jedoch ohne sich bei seiner Arbeit stören zu lassen.
Shut up…
Aber obwohl ihr die Worte auf der Zunge lagen, lenkte sie das Thema auf die Frage, die sie noch mehr interessierte: „Can you stopp it?“
„Of course.“ antworterte er konzentiert. „The only question is if I have enough time - the security system is very good…”
Ihr Blick fiel auf den kleinen Counter am oberen Ende des Bildschirms und sie sah, dass die Zeit eindeutig gegen sie arbeitete. Gerade mal 25 Minuten hatten sie noch – das würde zwar reichen um sie beide hier raus und in sichere Entfernung zu bringen, aber nie und nimmer auch Mokuba zu retten!
„How does it exactly work?” fragte sie nun.
“Well…” antwortete er, während er immer schneller tippte. „…there are bombs in the outer four buttress and one in the middle, where the main computer handles the whole thing.”
“So if the main computer would be destroyed what would happen then?” fragte sie nun.
“Only the bomb in the middle would explode… but I can’t do this from here!” antwortete er jetzt schon genervt – er hatte jetzt wirklich anderes im Kopf als ihre blöden Fragen zu beantworten.
Für einige Momente legte sich Stille über die Zwei, nur das angestrengte Tippen seiner Finger war zu hören, dann begann sie wieder zu sprechen: „Remember when I told you I wouldn’t know why I’m helping you? It was a lie…“
Als er nichts antwortete sprach sie weiter: „When I was 10 years old a civil war did break out in my home country. Some of the rebels came into our house and killed everyone the found – one of our butlers managed to safe me and get me to a secret tunnel, but my brothers hadn’t this luck. I saw how my old brother was shoot in front of my eyes and heard how the silent my baby brother who was sleeping in his room. Only my younger sister, how was saved by a maid, and I could escape. But this was only the beginning…”
Sie atmete tief durch, als ihre Gedanken in eine längst vergangene Zeit reisten.
„…in this hard times no one would take in a little family of refugees, so we had to wander a long time until we reached our maidens hometown, where we could stay. We had to be careful to don’t blow our cover because most people sympathize with the rebels and hated the rich. After some time life had a little bit normalized even if it was hard, we had to work on the field all day long to have enough to eat and my little sister work up every night from her nightmares. Until the day, we lost our family again…”
Sie betrachtete ihn für einen Moment, aber er tippe unablässig weiter, als wäre sie gar nicht da. Ob er ihr zuhörte? Sie wusste es nicht, aber es machte keinen großen Unterschied…
„…a group of rebels came into the town, the killed all adults and kidnapped us children. They did needed new solders, no matter what. The training was hard, many died… but I had a reason to live. I had my sister to protect, I did swear her, we would get out of this mess. Even when they urge us over a mine field and I saw other children explode, I just hold her hand and told her, we would survive, that I would protect her. Again and again, a thousand times…”
Sie spürte, die Schuld an ihr zog und versuchte, sie in die Finsternis zu ziehen – aber sie ignorierte das Gefühl und redete weiter.
„…until one day, the imperial force was about to win the war and the rebels where on the run, and so were we. The younger and the weak children couldn’t move so fast and food was short, so in the rebels’ eyes the where just a bother and they decide to get rid of them… and my sister was one of them. They told us other children, as a last prove of loyalty we should kill them. A few refused and they where kill too. Sadistic as they were, they did pick me to kill my sister. I knew, if I didn’t, I would be dead meat too… well, there were many times when I thought this would have been the better choice... a few days later I managed to escape and after of traveling alone for some time, I was found by a helping force. Later joined them as a recruit and they taught me how to fight. Finally I could take revenge on the rebels how did this to my sister and me and I swear their death didn’t come easy. But still, it didn’t take away my sins… when you told me, you would rather die with your brother then to live without him… well, you were everything I wish I could have been.”
“Why are you telling me this?” fragte er schließlich während er aufstand und sie mit seinem Blick durchbohrte.
„Confessing my sins, I guess…?“ antwortete sie mit einem Schulterzucken.
Dann hüpfte sie leichtfüßig auf das Geländer, das in Richtung der Mitte des Gebäudes lag, und wand sich ihm zu.
„…I will destroy the main computer.“ erläuterte sie ihren Plan.
„The middle bombe will still explode!“ pfauchte er wütend über ihren undurchdachten Plan. „You will die if you try…“
Im nächsten Moment riss er die Augen auf, als ihm die Bedeutung all dessen klar wurde, doch bevor er noch etwas sagen konnte, hatte Kira ihn an seiner Krawatte geschnappt, zog ihn zu sich heran und küsste ihn leidenschaftlich.
„I’ll take this kiss as an exchange for my life…“ flüsterte sie während sie ihm tief in die Augen sah, dann ließ sie ihn los und machte einen Salto in die Tiefe, wo sie nach ein Abstößen schließlich in einem Gang, der direkt ins Zentrum führte, landete während sie hörte, wie seine Stimme, die ihren Namen gerufen hatte, in der Ferne verhallte.
Sie zog ihre Waffen und machte sich auf den Weg - sie spürte den Thrill und genoss ihn. Obwohl sie auf einer Kamikaze-Mission war, bemerkte sie eine gewisse Vorfreude auf den Kampf… vielleicht auch gerade deswegen? Sie konnte ihn genießen, ohne Rücksicht auf Verluste – ohne sich Gedanken über den Rückweg oder Verletzungen machen zu müssen. Gab es etwas Schöneres?
Doch zuvor hatte sie noch eine andere Mission: Sie musste Mokuba befreien – seine Zelle war zu nah an der mittleren Bombe und würde durch die Erschütterung wahrscheinlich einstürzen.
Ein paar bewaffnete Männer kamen ihr entgegen, aber sie hatte sie schon erledigt, bevor sie überhaupt wussten, wie ihnen geschah.
Dann bog sie um eine Ecke und sah, wie zwei Soldaten eine Tür bewachten – Bingo!
Sie erledigte auch diese mit zwei gezielten Schüssen, schnappte sich den Schlüssel aus ihrer Tasche und im nächsten Moment war die Zelle auch schon offen, wo ihr ein etwas müder und verzweifelt aussehender, aber unverletzter Mokuba entgegenblickte.
„Kira-san?“ fragte er überrascht.
„I’m here to save you!“ erklärte sie. “Move! Your brother is waiting!”
Das ließ sich der Junge nicht zwei Mal sagen und stürmte heraus.
„In which direction?“ fragte er nur und sah, als er am Ende des Ganges, von dem Kira gekommen war, nach links und rechts.
„Right!“ sagte sie und er stürmte schon los, blieb aber stehen und drehte sich um, als er merkte, dass sie ihm nicht folgte, ja, sich gar der anderen Richtung zugewandt hatte.
„Kira-san?“ fragte er überrascht.
„ I have something to finish. Go, I’ll catch up with you later!” rief sie ihm zu und sah wie er zuerst verunsichert wirkte, aber dann entschlossen nickte und sich auf den Weg machte.
Eine Lüge, wie sie in ihrem Leben so viele erzählt hatte – aber diese war notwendig gewesen, er wäre nie gegangen, hätte sie ihm die Wahrheit gesagt!
Sie schüttelte sie Beklommenheit ab und machte sich weiter auf dem Weg – sie hatte nicht mehr viel Zeit, gerade mal 5 Minuten. Aber es würde ausreichen!
Am Ende des Ganges entdeckte sie eine geöffnete Tür, die zu einer Brücke hin führte, die wiederrum auf der anderen Seite an einem großen Plateau endete, dazwischen nur ein tiefer Schacht. Außer ihrer Brücke gab es nur noch 3 andere, aber deren Türen waren geschlossen.
In der Mitte des Raumes stand der Hauptrechner, auf den sie es abgezogen hatte – doch bevor sie schießen konnte, hatte sie seine Bewacher gesehen und eröffneten das Feuer.
Sie sprang seitlich von der Brücke, zielte und schoss. Ihre Kugel traf die große Maschine an genau der richtigen Stellen und mit einem großen Knall explodierte sie, das Feuer verschlang ihre Bewacher und breitete sich rasend schnell aus.
Sie spürte, wie die Druckwelle der Detonation sie erfasst und gegen die Wand hinter ihr schleuderte. Ihre Knochen knirschten und knackten als sie brachen und sie fühlte den salzigen Geschmack von Blut auf ihrer Zunge bevor sie in die Tiefe des Schachtes fiel.
Das ist es also… mein Ende.
Aber trotz all dem war sie seltsam ruhig – sie bereute nichts, sie hatte das Richtige getan! Sie hatte die zwei – ihn - davor bewahrt, ihr Schicksal zu teilen.
Nein, das stimmte nicht ganz – etwas gab es, das sie bereute! Denn selbst nachdem sie ihm diesen leidenschaftlichen Kuss geschenkt hatte, obwohl sie gewusst hatte, dass dies ihre letzte Chance sein würde, hatte sie es nicht geschafft, ihm die drei Worte zu sagen, die in ihrem Herzen brannten: I love you…

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Waaaahhh! Meine Güte, dieses Mal ging es aber auch wieder ab! *schwitz*

Na, wie das wohl enden wird???

Du denkst Dir aber auch immer was aus, Chinda! :-D
Großes Kino auch dieses Mal wieder! *beifall*

LG Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Danke. :-)