Sonntag, 24. Juli 2011

Basic "Sevilla" LE

Ich war am Samstag nach längerer Zeit mal wieder beim Schlecker und habe die neue LE "Sevilla" der Hausmarke Basic entdeckt, von der ich bis dahin noch nichts wusste. Ich finde sie ganz nett, allerdings von den Tönen her eher passend für den Winter bzw. die Weihnachtszeit - vor allem der Glitter-Lack.

Mitgenommen habe ich den roten (02 Lava ardiente) und den Glitter (03 Sol brillante) Nagellack. Der Rote ist mit zwei Schichten deckend, der Glitter ist meiner Meinung nach eher ein Topper - hier habe ich am Swatch eine Schicht lackiert.

Leider sieht man es nicht so gut, aber den Glitter besteht aus kleinen, holografischen Goldglitzer und etwas größerem, nicht-holografischem Rotglitzer - sehr hübsch. :-)

Fazit: Für 0,99 Euro die Flasche sind es wirklich hübsche Lacke - zur Haltbarkeit kann ich jetzt zwar leider nix sagen, aber bei mir halten leider alle Lacke schlecht. Für den Preis kann man aber glaub ich nicht viel falsch machen. ;-)

Freitag, 22. Juli 2011

Arthas, the Lich King

Auch auf die Gefahr hin, dass ich euch schon damit nerve - es gibt wieder ein WOW-MU! Und zwar eines, dass mir schon lange im Kopf herumgespukt ist - inspiriert von Arthas, dem Lich-King. Arthas war ursprünglich der Kronprinz des Menschkönigreichs Lordaeron und wurde dann vom Geist des Lich-Königs und des verfluchten Schwertes Frostmourne verdorben. Daraufhin tötete er seinen eigenen Vater und hat sein Volk in Untote verwandelt um sich dann nach einem Kampf gegen die Blutelfen auf den verschneiten Kontinent Nordend zurückzuziehen. Was er der armen Sylvannas angetan hat, habe ich ja schon bei ihrem MU erwähnt. Ironischerweise ist er trotzdem - oder gerade deswegen, ich mag Sylvanas nämlich so wie die jetzt ist - einer meiner liebsten Charaktere - er hat einfach Style. Und genau deswegen war ein MU ihm zu Ehren schon längst überfällig. ;-)

Dieses Mal habe ich mich allerdings weniger an der Figur orientiert sondern eher am Trailer. Trotzdem macht sie ganz schön was her, oder? :-D

Cooles Video, oder? :-D
Aber nun zu meinem MU - ich glaube, es spricht ziemlich für sich selbst, also verliere ich keine großen Worte und zeig euch einfach die Bilder. Das Einzige, was mich wirklich ärgert sind die Kontaktlinsen - die sind nämlich leider nicht so blau wie ich gehofft hatte. :-(

Und hier noch ein Extra-Foto, das mein Freund gemacht hat - leider ist das MU da schon ein paar Stunden alt und die Lichtverhältnisse sind leider eher mies. :-(

Verwendet:
Essence "Ballerina Backstage" LE Eye Souffle "03 Grand-Pile in Black"
MAC E/S "Deep Truth"
BeYu E/S Quad 3936.02
Zoeva 88er Schimmer Palette
Look by Bipa Eyeliner "12 Space"
Essence Metal Glam Eyeliner "02 On-The-Go"
Essence "Beauty Victim" LE Kajal
Manhattan X-Act Eyeliner "11N True White"
No-Name Glitter "Silber"
No-Name Glitter "Blau"
Essence "Surfer Base" LE Lipgloss "04 The World Coolest"

Donnerstag, 21. Juli 2011

5. Devil and Angel

Wie ein weißer Wirbel aus Licht flog Kira auf die Angreifer zu. Sie hatte sich aus ihrem Versteck katapultiert und schwebte nun über den Boden des ehemals wunderschönen Ballsaals, der nun mit dem Blut und der Leichen derer, die nicht schnell genug geflohen waren, befleckt war. Sie hatte ihre beiden Pistolen, die sie unter ihrem weiten Kleid versteckt gehalten hatte, gezogen und in ihrem Flug schon etliche Gegner niedergestreckt bevor diese überhaupt wussten was passierte.
Sie landete auf den Gewehr eines ihrer Gegner und richtete ihre Waffe von oben auf seinen Kopf, drückte ab und hatte sich selbst schon wieder in die Luft geschleudert bevor das Gewehr zu Boden fallen konnte.
Ihre Blick galt dem Balkon vor ihr, durch den die ersten Angreifer hereingestürmt waren und es dürstete ihr, ihnen hinterher zu preschen als sie die Flucht antraten – doch etwas band sie an diesen Ort: Ihr Boss.
Es war ihre Aufgabe, ihn zu beschützen – sie durfte nicht von seiner Seite weichen, bis sie wusste, dass er in Sicherheit war. Was würde es ihr nutzen diese Soldaten auszuschalten, wenn sie in ihrer eigentlichen Aufgabe versagte?
Doch als sie ihren Kopf in seine Richtung drehte, sah sie wie die Sicherheitskräfte endlich in den Raum vorgedrungen waren und ihm aufhalfen. Sie wand ihren Blick wieder dem Balkon zu und sprang. Galant landete sich auf dem Geländer und nahm sofort die Verfolgung auf.
Die meisten hatte Kira schon getötet oder sie waren unten von den Sicherheitsleute erwischt worden – nur eine Hand voll liefen nun vor ihr in der Dunkelheit der Gänge des prunkvollen Gebäudes, in der man die Veranstaltung abgehalten hatte. Ihre Feinde stürzt Treppen hinauf und weitere Gänge entlang, doch einer nach dem anderen wurde von den gezielten Schüssen aus ihrer Pistole niedergestreckt und schließlich hörte sie nur noch ein paar Füße vor sich in der Dunkelheit gefolgt von dem Knarren eines Fensters. Glaubte dieser Narr etwa er könnte über die Dächer fliehen?
Im nächsten Moment sah Kira das Mondlicht durch das halbgeöffnete Dachfenster scheinen und mit einem geschickten Sprung durch selbiges befand auch sie sich auf dem Dach. Die Kälte griff nach ihrer Haut doch die Hitze des Kampf schmolz sie ohne das Kira sich ihrer überhaupt bewusst war.
Ihre Beute stand am Abgrund und musste gerade feststellen, dass das nächste Haus zu weit weg war um auf dessen Dach zu springen. Er drehte sich zu Kira um und richtete seine Waffe auf sie, aber beide wussten, dass es ein Bluff war – seine Munition war längst verbraucht.
Er ließ das nutzlose Ding fallen und hob seine Hände um sich zu ergeben. Kira zielte immer noch auf seinen Kopf als sie zischte: „On your knees!“
Dem Befehl folge leistend sank er auf seine Knie und flehte: “Please… don’t kill me!”
Kira überging seine Bitte und fragte eiskalt: „Who are you working for?“
„I don’t know – he wanted to stay anonymous!“ wimmerte er.
Kira setzte einen Warnschuss ab, der sein Ohr nur um Millimeter verfehlte und knurrte: „I – don’t – believe – you!“
„Please – I really don’t know anything!“ schluchzte er und eine Träne rollte ihm über die Wange.
Für eine Sekunde fragte sich Kira, wer dieser Mann war. Auf jeden Fall kein kaltblütiger Attentäter - so viel war sicher. Ein solcher würde in so einer Situation keine Miene verziehen – das war ein armer Junge – er schien nicht viel älter als sie selbst zu sein - der ahnungslos in diese Situation geschlittert war.
„Well…“ sagte Kira und ihr Mund formte sich zu einem Lächeln. „If you really don’t know anything…“
Ein Hoffnungsschimmer breitete sich auf seinem Gesicht aus, der aber im nächsten Moment blanken Entsetzen wich.
„…then I’m afraid you are useless to me.“ beendete Kira ihrer Satz während sich ihr Lächeln immer weiter verfinsterte und sie langsam den Abzug ihrer Pistole zu drücken begann.
„No!“ wimmerte er. „Please…“
Aber es war zu spät – die Kugel verließ Kiras Pistole und bohrte sich in seinen Kopf. Im nächsten Moment rollte er das Dach hinunter und zerschmetterte auf dem kalten Beton am Fuß des Gebäudes um schließlich als rote Blutlache dort liegen zu bleiben.

„Are you sure you are ok, Mister Kaiba?“ fragte ihn der Sekretär des Veranstalters schon zum 3. Mal und er verlor endgültig die Geduld.
„Yes – I – am – ok!“ zischte er und endlich wand sich der Mann jemand anderes zu.
Der CEO sah sich um und versuchte irgendwie durch das Gewirr aus Rettungs- und Polizeiautos, Sanitäter, Polizisten und Geretteten zu kommen. Er hätte nicht in Worte fassen können wie wütend er war – Kira, sein Bodyguard! – war verschwunden und nun musste er sie auch noch suchen. Er hatte gewusst, er hätte sie nicht mitnehmen sollen – das sie nur Ärger machen würde. Doch ein kleiner Teil von ihm wusste, dass er ihr Unrecht tat. Wäre sie nicht gewesen, dann wäre er jetzt höchstwahrscheinlich tot.
Aber noch eine andere Sache quälte ihn: Wer waren diese Männer? Hatte der Selbe sie angeheuert, der es auf ihn abgesehen hatte? War er das eigentliche Ziel dieses Anschlags gewesen und die anderen nur die Kollateralschaden? Oder hatte diese Sache nichts mit den Attentaten auf ihn zu tun? Sein Instinkt sagte ihm, dass das zu viel des Zufalls wäre…
Endlich hatte er es quer durch Menschenmenge geschafft, aber Kira hatte er immer noch nicht entdecken können.
How ever…
Er lehnte sich etwas abseits gegen eine Hauswand und wollte warten bis die meisten Rettungsfahrzeuge weg waren. Er hatte keine Lust mehr sich dort durchzuquetschen als sein Blick auf das Dach fiel und er Kira darauf entdeckte. Was zum Teufel machte sie dort oben?
Er nahm am Boden die Verfolgung auf und fand sich an der Rückseite des Gebäudes wieder.
Kira stand dort oben, ihre Waffe direkt auf den Kopf des Mannes vor ihr gerichtet, dessen vor Angst verzerrtes Gesicht wurde vom Vollmond hell erleuchtet – genau wie Kiras teuflisches Lächeln. Der Wind wirbelte ihr schneeweißes Kleid auf und ließ sie wie Mondlicht wie einen Engel strahlen – wie einen Engel des Todes.
Dann drückte sie ab und im nächsten Moment landete der Mann nur wenige Meter von ihrem Boss entfernt am Boden.
Mit vor Schrecken geweiteten Augen hatte er das Spektakel verfolgt und starrte nun auf den toten Attentäter. Sie hatte ihn nicht nur kaltblütig ermordet – es hatte ihr offensichtlich auch noch Spaß gemacht!
„You shouldn’t be here – I think, I got all, but one never know…“ sagte Kira gelassen als sie neben ihm auftauchte. Er hatte gar nicht mitbekommen wie sie vom Dach gekommen war, aber er war schon Zeuge ihrer Sprungkünste geworden also wunderte es ihn nicht.
„You murdered him!“ brachte er schließlich hervor und funkelte sie an.
„He didn’t know anyting so we don’t need him…“ antworte sie mit einem Schulterzucken.
„That’s not what I meant!“ zischte er und umso mehr er an Fassung gewann umso wütender wurde er.
„I don’t see why you complain – this is not the first time I murder for you…“ sagte sie immer noch gleichgültig.
Mit einem Schlag wurde es ihm bewusst – der Attentäter auf dem Dach. Wenn sie ihn genau in den Kopf hatte treffen können, dann hätte sie ihn sicher auch kampfunfähig machen können ohne ihn zu töten. Aber das war nie ihrer Absicht gewesen – sie wollte töten. Sie genoss es – ihr sadistisches Lächeln, als sie den Abzug betätigte hatte, war der Beweis dafür gewesen. Wieso nur hatte er es nicht früher bemerkt? Schon das, was sich damals vor dem Kaiba Corp. Gebäude abgespielt hatte, hätte ihm zu denken geben müssen.
„We better heading back before someone notice that you are gone…” unterbrach Kira seine Gedanken während sie ihre Waffen wieder unter ihrem Kleid versteckte und selbiges richtete.
„And then?“ fragte er schließlich scharf. „What if they find your weapons? Both of us are going to be in trouble!”
„We are going to be in more trouble if we just leave…“ sagte sie und begann schließlich wissend zu lächeln. “…but don’t worry – they won’t find them!”
Ohne drauf zu achten ob er ihr folgte machte sich Kira auf den Weg zurück zu der Menschenmasse, die inzwischen geschrumpft war. Nun waren großteils nur noch Polizisten da, die Gäste, die dazu in der Lage waren, über die Geschehnisse befragten.
Ihr Boss war inzwischen an ihre Seite getreten als auch schon ein Polizist auf sie zu kam – aber nicht irgendeiner, der Einsatzleiter persönlich. Kein Wunder, war der junge CEO doch einer der wichtigsten Firmenbosse der Welt.
„Mr. Kaiba.“ sagte er Officer. „Can I speak to you and your companion?”
Doch bevor er etwas antworten konnte hörte er ein Schluchzen neben sich und als er sich in die Richtung drehte, aus der es kam, sah er Kira, die am ganzen Körper zitterte und ihre Arme krampfhaft um ihren Oberkörper geschlungen hatte.
„Officer… it…it… was so horrible…“ wimmerte sie und Tränen liefen über ihre Wangen. Schmerz und Qual huschten über ihr unschuldiges, zartes Gesicht und schnitten sich in sein Herz. Bereute sie, was sie getan hatte?
„So many blood… so many… I don’t remember…“ presste sie hervor und begann leicht zu schwanken. Ihr Boss streckte instinktiv einen Arm hervor um sie im Notfall auffangen zu können.
„Miss…“ sagte der Polizist und sein Gesicht war gezeichnet von Mitleid – auch er hatte einen Arm gehoben um Kira im Notfall auffangen zu können.
Dann wand er sich dem CEO zu und flüsterte leise: „I think we already know everything about what happened in there… so it won’t necessary to further torture this young lady… you better bring her home.“
Wie auf Befehl sah er einen seiner Butler, der ihn gerade entdeckt hatte, auf ihn zulaufen und konnte dahinter seine Limousine ausmachen. Der Polizist sah ihnen nach als er Kira zum Wagen brachte und ihr beim Einsteigen half – danach stieg der CEO selbst in den Wagen und dann waren sie auch schon auf dem Weg zurück zu seiner Villa.
Seto Kaiba warf einen letzten Blick zurück auf das Geschehen und sah, wie sich der Polizist von dem Ort, wo sie gerade noch gestanden hatten, entfernte. Das wand er sich Kira zu und setzte an: „Are you o…?“ als er ihr zufriedenes, finsteres Lächeln sah.
„See…“ sagte sie gelassen. „…I told you – nothing to worry about!“
Er traute seinen Augen und Ohren kaum – Sekunden zuvor war sie noch völlig aufgelöst gewesen und nun…
„Most men are so predictable… a weak woman and a few tears is enough and their protective instinct makes a fool out of them!” führte sie aus genüsslich.
Ihr Boss antworte ihr nicht – er war zu wütend dazu. Wütend auf sie… und noch wütender auf sich selbst. Wie konnte er, nachdem er gesehen hatte, wozu sie fähig war nur eine Sekunde auf dieses Spiel hereinfallen?
„But I’m impressed how well you played along…“ sagte sie nach einer Weile.
“…I almost believed that you where worried about me.” fügte sie noch leicht lachend hinzu.
Dann blieb die Limousine vor dem Eingang seiner Villa stehen und ein Butler öffnete den beiden die Tür, worauf sie beide wortlos ausstiegen. Das Mondlicht beschien nun seine Gesichtszüge und verriet seine Wut.
Kira sah ihn verwundert an, aber er achtete nicht auf sie und lies sie einfach stehen als er mit schnellem Schritt hinein ging.
Sie sah ihm mit weit aufgerissenen Augen nach als ihr schließlich klar wurde wieso er so wütend war.
You didn’t play along, did you…? You really felt that way!
Kira fühlte wie ihre Wangen heiß wurden und sie schaute zu Boden. Sie war wirklich froh, dass er sie jetzt nicht sah während ihr nur ein Gedanke im Kopf herumschwirrte: Why?

Mittwoch, 20. Juli 2011

Weniger ist mehr?

Wer sich die Liste der verwendeten Produkte bei MUs meist so ansieht, wird oft eine Menge sehen - gerade bei den Augen. Was aber, wenn man in die Verlegenheit kommt nur einen einzigen Lidschatten zur Verfügung zu haben? Kann man trotzdem ein halbwegs brauchbares AMU schminken?

Ja, frau kann! Entstanden ist das AMU als ich bei meinem Freund war und nur einen schwarzen Lidschatten und ein hautfarbenes Schimmerpuder hatte (wenn man von Tusche und Eyeliner absieht, aber ich hätte den Lidstrich auch mit einem angefeuchteten Pinsel und dem schwarzen E/S ziehen können, hab ich schon ein paar mal gemacht, sieht auch gut aus - oder alternativ die Tusche als Liner benutzen).

Was sagt ihr? Ich war ziemlich überrascht, weil ich sonst auch immer viele, verschiedene Sachen verwende und nicht geglaubt hätte, dass das mit einem Lidschatten so schön klappt. Mich würde auch interessieren was ihr so mit einem Lidschatten zusammenbringt - be creative! ;-)

Freitag, 1. Juli 2011

4. Secrets and Glamour

„But it’s much too dangerous! What is if another assassin waits there for you?“ winselte Mokuba, der vor dem Schreibtisch seines großen Bruders stand.
Kira kümmerte sich selten um die Gespräche ihres Bosses, aber sein kleiner Bruder faszinierte sie und sie betrachtete ihn eingehend. Eigentlich hatte sie gedacht, dass er sie noch mehr meiden würde nachdem sie ihn so angeschnauzt hatte – umso verwunderter war sie als er am nächsten Tag kam um sich zu entschuldigen. Sie hätte sich eigentlich entschuldigen müssen, auch wenn ihr das nie über die Lippen kommen würde – vor allem nicht, als sie Mitleid in seinen Augen las. Sie war der letzte Mensch auf der Welt der Mitleid verdiente und trotzdem konnte sie nicht abstreiten, dass ein Teil von ihr ihn mochte. Er erinnerte sie an… innerlich schüttelte sie den Kopf – selbst der Gedanke an sie würde zu weh tun als das sie ihren Schmerz verbergen hätte können.
„It’s the biggest business gala of the year – if I don’t go it‘s bad publicity for Kaiba Corp! And I am not afraid – neighter I will let anyone think I am!” donnerte der CEO – es war selten, dass er seinen Bruder so behandelte. Normalerweise war er der Einzige, der von seiner schlechten Laune verschon blieb – aber offensichtlich war in diesem Fall auch bei Mokuba seine Geduld am Ende.
„I will escort you.“ schaltete sich Kira in das Gespräch ein – im Gegensatz zu den zwei Brüdern war sie ganz ruhig.
Ihr Boss war Überraschung ins Gesicht geschrieben – fast so, als hätte er vergessen, das Kira überhaupt da war, aber er fing sich sofort wieder und keifte sie an: „You can’t – the invitation says that they have their own security and it’s not allowed to bring someone with you neither to carry weapons at all.“
Mit seinen letzten Worten musterte er Kira und es war offensichtlich, dass sie durch keine Sicherheitskontrolle kommen würde. Sie lächelte wissend als sie antwortete: “Well, but I’m sure you are allowed to bring a female companion.”
Die zwei Brüder sahen sie einen Moment verwundert an bis Mokuba einen begeisterten Gesichtsausdruck annahm und rief: “That’s a great idea!“
Zu seinem Bruder gewandt fügte er hinzu: „So she can protect you without anyone to know!“
Dieser schien von der Idee nicht besonders begeistert – er musterte Kira noch einmal als versuchte er sich krampfhaft vorzustellen wie Kira sich auf dieser Gala machen würde und das Ergebnis gefiel ihm nicht. Sein Ruf – und der seiner Firma – stand auf dem Spiel, wenn sie ihn blamieren würde.
Aber Mokuba würde dann endlich Frieden geben und auch, wenn er es sich hatte nicht anmerken lassen, so berührte es ihn doch immer wieder, wie sehr sein Bruder sich um ihn sorgte.
Der CEO seufzte schließlich genervt und sagte schließlich: „Fine.“
Mokuba machte einen freudigen Sprung begleitet von einem „Great!“ während sein Bruder sich an Kira richtete und sagte scharf: „But you better don’t disgrace me…!“

Seto Kaiba sah ärgerlich auf die Uhr – in 10 Minuten spätestens mussten sie gehen und Kira war immer noch nicht fertig. Er wartete am Fuß der Treppe in der Eingangshalle seiner Villa und schaue ungeduldig die Treppe hoch. Von vorherein wusste er, dass dies eine dumme Idee war und nun wurde er bestätigt. Er versuchte sich zu beruhigen – wenn sie nicht rechtzeitig fertig wäre, würde er sich einfach ohne ihr auf den Weg machen, das Ganze war ohnehin lächerlich. Die Gala war gut bewacht – niemand wäre so dumm gerade dort einen Angriff zu wagen.
Mokuba kam durch eine große Tür links neben der Treppe und ging zu seinem Bruder. Er schien immer noch ein wenig beleidigt, dass er nicht mit durfte – aber der CEO hatte ihn aus seinen eigenen Worten ein Strick gedreht: Es war viel zu gefährlich und Kira konnte nicht auf sie beide aufpassen. Außerdem war nur eine Begleitung erlaubt, auch wenn er sich darüber sicher hätte hinwegsetzen können – schließlich war er Seto Kaiba.
„If she isn’t ready any second…“ setze er gerade an seinen Bruder gerichtet an als ihn dessen Gesichtsausdruck zum Schweigen brachte. Er folgte Mokubas faszinierten Blick und drehte sich wieder zur Treppe um.
Dort oben stand Kira in einem wallenden, weißen Kleid, das mit Goldstickereien verziert war. Ihre platinblonden, gelockten Haare waren kunstvoll hochgesteckt. Um ihren Hals trug sie ein edles, glitzerndes Collier und dazu passende Ohrringe und ein Armband. Sie war edel geschminkt und ihre blaugrünen Augen funkelten wie Juwelen. Langsam und grazile kam sie die Treppe herunter geschwebt und entblößte dabei, das auch ihre goldenen Sandaletten mit Kristallen verziert waren, die sowohl zu dem Kleid als auch zu ihrem Schmuck passte.
Ihr Boss konnte den Blick nicht von ihr abwenden bis sie am Fuß der Treppe angekommen war und direkt neben ihm stand. Niemand, der sie nun sah hätte jemals vermutet, dass sie eine Kriegerin war – sie sah nicht nur aus wie eine Prinzessin, sie hatte auch die Ausstrahlung und die Haltung einer selbigen.
Dann hatte er sich wieder im Griff, drehte sich zur Tür um und schritt eilig drauf zu während einer seiner Bediensteten sie hastig öffnete. Ohne sich dabei zu ihr umzudrehen schrie er Kira „Hurry!“ zu und war schon durch die Tür verschwunden. Das klackende Geräusch ihrer Stöckelschuhe verriet ihm, dass sie seinem Befehl Folge leistete, auch wenn sie nichts sagte. Er war erleichtert darüber, denn so hatte er noch etwas Zeit sich an ihren neuen Anblick zu gewöhnen ohne das sie etwas davon mitbekam. Wandelbar wie ein Chamäleon.

Die schwarze Limousine fuhr vor und die Fotografen begaben sich wieder in Stellung. Wer von ihnen würde es heute Abend schaffen das beste Bild des jungen CEOs zu schießen? Es war nicht gerade eine kleine Summe, die die Medien dafür bieten würden.
Der Chauffeur stieg aus und öffnete die Tür – in dem Moment, in dem Seto Kaiba den ersten Schritt auf den roten Teppich gesetzt hatte begann das Blitzlichtgewitter. Doch dann passierte etwas seltsamen – anstatt seinen Weg über den Teppich zum Eingang anzutreten, drehte er sich der Autotür zu und hielt seine Hand hin, die im nächsten Moment von einer Frau ergriffen wurde. Im nächsten Moment tauchte auch der Fuß der Dame auf und im selben Augenblick hatten die Fotografen ihre Schocksekunde überstanden und knipsten was ihre Fotoapparate hergaben – Seto Kaiba hatte zum ersten Mal eine weibliche Begleitung mitgebracht. Nein, er war überhaupt zum ersten Mal mit einer Frau gesehen worden!
Kira glitt galant aus dem Wagen und baute sich neben ihrem Boss auf, der immer noch ihre Hand hielt und sie über den Teppich führte. Der CEO hatte sich offensichtlich wieder gefangen, auch wenn es ihn schwer verwundert hatte, wie grazil sie sich bewegen konnte – aber sie war immer noch Kira, das durfte er nicht aus den Augen verlieren.
Als sie durch die Tür und aus den Augen der Fotografen waren zog er sie enger an sich heran und flüsterte ihr ins Ohr: „The best thing is you don’t talk much…“
Dann gewann er wieder Abstand zu ihr und bevor sie etwas antworten konnte waren sie schon im großen Festsaal angekommen.
Dieser war schon reichlich gefüllt – viele Frauen in langen, edlen Kleidern und Männer in Fracks waren darin verteilt. Einige hielten Sektgläser in der Hand oder nahmen sich gerade Brötchen von den zahlreich vorhandenen Kellnern. Der ganze Saal war modern und doch nostalgisch mit seinem riesigen Kristallluster, der der Decke hing und den kleineren Leuchten um ihn herum.
Der CEO ging die Treppe hinunter und mischte sich unter die Leute ohne weiter drauf zu achten ob Kira ihm folgte – für ihn war es selbstverständlich, das war ihre Aufgabe und er bezahlte sie dafür. Er hatte sich schon zu sehr dran gewöhnt, dass ihm erst, als er tiefer in den Saal eingedrungen war, bewusst wurde, dass es womöglich seltsam aussehen könnte, wenn er seine Begleitung so behandelte und drehte sich nach ihr um.
Kira war direkt hinter ihm und er wollte ihr gerade sagen, sie solle einfach an seiner Seite bleiben, als er angesprochen wurde: „Mister Kaiba! What a pleasure to meet you again!“
Der Mann, der ihn angesprochen hatte war geschätzte Mitte Fünfzig – sein Haar war schon grau, aber seine grünen Augen sprühten immer noch voller jugendlichem Elan.
Kaiba erkannte ihn sofort – er war der CEO einer anderen großen Firma, mit der Kaiba Corp. Geschäfte machte und zudem einer der Vorsitzenden jener Vereinigung, die diese Gala unterhielt.
„Mr. Stanson.“ antworte er den Gruß des anderen CEOs eher barsch, doch der ließ sich seine mürrische Art nicht beeindrucken – wahrscheinlich war er es schon gewohnt, Seto Kaiba war einfach so.
Dann wandte sich Stanson Kira zu und musterte sie mit einem Lächeln bis er schließlich ihre Hand nahm und einen Kuss auf selbige hauchte.
„What a beautiful young lady…“ sagte er, während er ihre Hand los lies und sich dann wieder Kaiba zudrehte und mit einem Schmunzeln hinzufügte „…you really have a good taste.“
Kaiba gefiel die Aufmerksamkeit die sein Bodyguard bekam überhaupt nicht – umso mehr Beachtung ihr geschenkt wurde, umso eher konnte sie ihn blamieren und verraten, was sie wirklich war.
Kira setzte ein leichtes Lächeln auf und antworte Stanson „You honor me.“, was dieser mit einem erfreuten Lachen beantwortete.
Ihr Boss war erleichtert, dass sie offensichtlich zumindest einen Hauch von Manieren besaß, aber er wollte den Bogen nicht überspannen und verwickelte den anderen CEO sofort in einen belanglosen Small-Talk.
Plötzlich winkte sie Stanson zum rechten Rand des Saals und sagte dabei: „I would like to show you my art collection if you like.“
Seto Kaiba hatte für Kunst nichts übrig – genau so wenig wir für Archäologie. Ihn interessierten nur moderne Technik – und Duel Monsters, alles andere langweilte ihn zutiefst. Er hatte keine Zeit für diesen Blödsinn, aber wenn er kein Interesse heucheln würde, könnte sich das negativ auf ihre Geschäftsbeziehung auswirken, also ging er widerwillig mit.
Sie blieben vor einem großen Gemälde stehen, das Kaiba nur hässlich fand. Moderne Kunst war noch weniger sein fall und er bereitete sich gerade darauf vor das Geschwafel des anderen CEOs zu ertragen als Kira schließlich das Wort erhob.
„A late Chizuko? A really extraordinary item.“
Kaiba traute seine Ohren nicht – sie hatte Ahnung von Kunst?! Doch bevor er noch etwas dazusagen konnte lachte Stanson erneut erfreut – sogar noch mehr als zuvor.
„You know his work? He is one of my favorite painters though not very famous.” führte Stanson aus.
“Yes – I have seen “The tear”. His work is really great.” antworte Kira und Stanson Augen glühten mit jedem ihrer Worte mehr.
„I have many of his paintings in my mansion – if you could visit me sometime I am very glad to show you them.” lud er Kira nun ein.
Bevor sie noch etwas antworten konnte schaltete Kaiba sich ein und baffte: “That’s very nice – we will think about it. If you would excuse us – I have to greed another few people here.“
Es war eindeutig, dass er wütend war – Mr. Stanson lächelte jedoch nur verständnisvoll: „Of course, Mr. Kaiba.“ Offensichtlich glaubte er, er hätte den jungen CEO erzürnt, weil er seine Begleitung zu sehr in Beschlag genommen hatte.
Als Kira und ihr Boss außerhalb der Sichtweite des anderen CEOs waren zog er sie ganz an den Rand des Saals hinter einen Tisch, wo Sekt und Brötchen aufgestellt worden waren. Er beugte sich nah an sie ran und funkelte sie wütend an. „What do you think you do?!“ zischte er.
„Well, being a proper companion.” antwortete sie ruhig – auch wenn sie seine Wut nicht zu überraschen schien.
“I told you to not talk much!” fauchte er immer noch wütend, aber leise genug, dass ihn keiner außer ihr hören konnte.
Doch anstatt ihm zu antworten riss sie ihn zu Boden. Im nächsten Augenblick stürzte sie den Tisch um und die Gläser und Teller drauf fielen zu Boden und zerbrachen in tausende Teile, die kreuz und quer über den edlen Marmor-Boden schlitterten.
Aber trotz des Lärms und der Unordnung, die sie damit verursachte, nahm keiner davon Notiz – etwas anderes, viel Schrecklicheres ereignete sich gleichzeitig: Oben an den Balkonen tauchte eine ganze Reihe maskierter, schwer bewaffneter Männer auf, die schon begonnen hatte in die panisch flüchtende Menge zu schießen.
Chaos brach aus während die Menschen zum Ausgang drängten und dabei alles umstießen und überrannten, dass ihren Weg kreuzte.
Kira ging neben ihren Boss hinter dem Tisch in Deckung und ihre Augen funkelten als sie die Männer beobachtete. Dann fiel ihr Blick zu einer kleinen Seitentüre, die sich nicht weit von ihrem Versteck befand und wollte gerade dem CEO deuten, mit ihr dort hinzuschleichen, als auch dort maskierte Männer auftauchten und ihnen so den Fluchtweg anschnitten.
Mehr zu sich selbst als zu ihrem Boss flüsterte sie „Well, so much for that…“ und bereitete sich auf den Kampf vor. „It seems like this is going to be funny after all…“