Montag, 30. Mai 2011

Kinderwägen

Ich weiß, mit diesem Post werde ich mir mehr Feinde als Freunde machen, aber es muss einfach mal raus: Ich hasse - ja, wirklich HASSE - Kinderwägen! Wobei, ganz so stimmt das nicht - eigentlich hasse ich die Mütter (und vereinzelt auch Väter), die zu blöd, sind einen Kinderwagen richtig zu verwenden.

Ein paar Beispiele gefällig? Here we go...

Halb 6 am Abend in einer U-Bahn in Wien - kurz: Rushhour. Vor allem auf dem vielbefahrenen Streckenteilen in der Innenstadt ist jetzt die Hölle los, alles steht gedrängt wie in einer Sardinendose. Es ist schon zwei Mal das "Zug fährt ab!" durchgesagt worden, als eine Frau mit Kinderwagen Richtung U-Bahntür donnert - den ganzen Kinderwagen schüttelt es dabei so, dass das Kind schon drin herumfliegen muss wie ein Gummiball. Die U-Bahntür schließt sich schon langsam, aber davon lässt sich die Mutter nicht irritieren - schnell noch schiebt sie den Kinderwagen dazwischen. Wenn die automatische Tür keinen Sensor hat, d.h. das sie in so einem Fall nicht schließt, kann sie sich ja ein neues Baby machen, nicht? Ihr ist ja nix passiert.
Zum Glück aber geht die Tür wieder auf - blöd nur, dass die U-Bahn so voll ist, dass die Leute eigentlich eh schon gegenseitig auf der Schoß sitzen müssen. Aber wie gesagt, unsere Vorbildmutter lässt sich nicht beirren, Kinderwägen haben ja eine Zusatzqualifikation als Rammbock - einfach mit voller Kraft in die Kniekehlen anderer Leute schieben, dann werden die schon wie die Affen irgendwo auf die Decke klettern oder sich in Luft auflösen.
Leider klappt das nicht ganz und ein Mann hat das Pech, nicht schnell genug den Sich-auflöse-Knopf gedrückt zu haben und kann nur noch mit einem verzweifeln Griff zur nächsten Stange verhindern rücklings in der Kinderwagen zu fallen. Mehr hat Mama nicht gebraucht - was fällt diesem Mann ein, dass er sich nicht auflöst sondern fast in ihren Kinderwagen fällt? Sie ist schließlich Dreh- und Angelpunkt der Welt - da kann man sich doch etwas mehr Respekt erwarten! Ganz zurecht macht sie als den Mann zu Schnecke, was ihm einfällt an ihrem Kinderwagen anzukommen und ob er nicht aufpassen kann.

Normalerweise ist auf der Buslinie eher weniger los, aber an jenem Tag war es doch etwas mehr, besonders bei einer ganz besondere Kategorie Fahrgast - an jeder Haltestelle ist eine Frau mit einem Kinderwagen eingestiegen. Ansich kein Problem... bis zur 4. Haltestelle jedenfalls - es gibt in dem Bus nämlich nur 3 Kinderwägen/Rollstuhlfahrer-Stellplätze. Und bei der 4. Haltestelle stand dann wieder eine Frau mit Kinderwagen. Ich war schon mal gespannt, was nun passieren würde - denn obwohl man von Außen gut sehen konnte, dass alle Stellplätze belegt sind, hat die Frau trotzdem den Einsteige-Knopf gedrückt. Mein erster Gedanke war "Das geht sich NIE aus!". Und offensichtlich war ich damit nicht alleine, der Busfahrer hat genauso gedacht, er hat die Tür nämlich nicht aufgemacht. Die Frau ist also zu dem vorderen, kleinen Eingang gefahren und hat lauthals zu schimpfen begonnen, dass er gefälligst die Tür aufmachen soll. Ich muss sagen, ich habe den Fahrer bewundert, denn er hat ihr wirklich ruhig erklärt, dass alle Stellplätze voll sind und er sie nicht einsteigen lassen kann, weil das den Sicherheitsvorschriften widerspricht. Ich habe keine Ahnung, ob sie ihm nicht zugehört hat oder ob es ihr nur egal war - sie hat jedenfalls weiter geschimpft, bis der Busfahrer es aufgegeben hat, die vordere Tür auch zugemacht hat und weiter gefahren ist.

Ein ganz besonderes Schmankerl in Kombination mit Kinderwägen sind jedoch Rolltreppen. Ich frage mich ja immer ob manche Mütter mit der Geburt auch irgendwie ihre Fähigkeit zu Lesen verloren haben - anders KANN ich es mir nicht erklären, wie man die großen Aufkleber, die eindeutig darauf hinweisen, dass man mit einem Kinderwagen Rolltreppen nicht benützen darf, sondern den Lift verwenden soll, übersehen kann.
Neuerdings haben aber auch diese Mütter eine Hilfestellung: In vielen Kaufhäusern gibt es bereits Rolltreppen mit einer Poller davor - also so wie die Absperrung, die man auch von Fußgängerzonen kennt. Damit sollte es nicht mehr möglich sein mit einem Kinderwagen auf eine Rolltreppe zu kommen - für große Kinderwägen trifft das auch zu, aber nicht für Buggies, wie eine Mutter letztens unter Beweis stellte.
Es war ein Samstag in einem von Wiens größten Einkaufszentren um ungefähr halb 5 - also genau die Zeit in der Woche, wo am Allermeisten los ist. Überall wurde gedrängt, als ob es was gratis gebe und auch vor der Rolltreppe war einiges los, als gerade eine Mutter mit Buggie darauf zustartete. Blöd nur, dass die Frau offensichtlich kein gutes Augenmaß hatte - der Buggie blieb nämlich zwischen dem Poller und dem Rand der Rolltreppe stecken. Die Ruhe in Person, die sie war, hat sie sofort angefangen wie wild an dem Ding rumzuschütteln (mich wundert wirklich, dass das Kind sich nicht übergeben hat - Hut ab, es muss mit der Mutter schon so einiges gewöhnt sein...), bis sie ihn durch hatte. Natürlich begleitet von wildem Rumgeschimpfe und sich keiner Schuld bewusst. Ach ja, dass sich hinter ihr schon eine Schlage gebildet hatte und der nächste Lift gerade mal 5 m entfernt war, muss ich jetzt nicht dazusagen, oder?
Davon, dass die damit nicht nur ihr Kind sondern auch die anderen Menschen auf der Rolltreppe stark gefährend, will ich gar nicht erst anfangen...

Ich gehe jetzt noch einen Schritt weiter und finde, man sollte gerade in der Großstadt, wenn möglich, gar keine Kinderwägen verwenden - es gibt nämlich sehr gute Alternativen.
Tragetaschen für Kinder zum Beispiel (hab ich schon öfter gesehen) - und nein, die Ausrede, das ist so schwer, lasse ich nicht gelten. Ich trage (fast) jeden Tag meinen 17-Zoll-Laptop + Bücher spazieren, also mehr als 15 kg (!)... wer ein Baby hat, das so schwer ist, dann soll er bitte mal Zoo anrufen und nachfragen, ob sie nicht Elefantenachwuchs vermissen. Davon abgesehen ist es für das Baby viel besser, getragen zu werden - es hört so den Herzschlag der Mutter, der es beruhigt und schreien so auch viel weniger!
Für ältere Kinder gibt es Brustgeschirre, damit sie nicht abhauen (jeder, der schon mal ein Kleinkind in seiner Nähe hatte, weiß, so schnell kann man gar nicht schauen, wie die weg sein können, wenn sie wollen...!) - wozu braucht ein 4-Jähriger bitte einen Buggie... die können doch schon gehen...?!
Klar gibt es Ausnahmen - wenn jemand Zwillinge hat z.B., da verstehe ich es auch. Aber der Großteil der Kinderwägen sind finde ich unnötig - vor allem auch viel zu groß. Da würden oft 2 Kinder reinpassen. Ok, wer am Land lebt und ein Auto hat, sein Bier - aber wer in der Stadt anderen Leuten in den ohnehin überfüllen Öffis den Platz weg nimmt und oft sogar den Platz von zwei Kinderwägenstellplätzen verbraucht... Sorry, aber das geht gar nicht!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Duftiger Tag

Ich muss sagen, ich bin ja wirklich gerührt - die liebe Viva hat mich schon als vermisst gemeldet und mir als Aufforderung eines Lebenszeichens einen Tag entgegengeschmissen. Und einen zu mir passenden auch noch - es geht nämlich um Parfums. :-D

Die, die mich kennen, werden es schon wissen: Neben Nagellacken sind Parfums mein zweites, ganz großes Steckenpferd. Nämlich nicht nur die großen Flaschen, nein, ich sammle auch Miniaturen. ;-)

So, jetzt aber genug gered... tippt... egal, hier die Fragen... :-D

Mehr günstiges oder mehr teures Parfum?
Ich würde sagen, das hält sich die Waage. Ich hab sehr teure, wo 30ml mehr als 40 Euro kosten und ganz günstige, wo 50ml 5 Euro kosten. Am Meisten hab ich aber aus dem mittelerem Bereich, wo 30ml so ca. 25 Euro kosten. :-)

Selber kaufen oder schenken lassen?

Beides. Geschenkt aber immer nur auf Anfrage, weil keiner mehr eine Übersicht hat, was ich hab und was nicht - manchmal nicht mal ich selbst. :-D
(Und weil die meisten Menschen in meiner Umgebung der Meinung sind ich habe eigentlich schon genug... Banausen! :-D)

Erinnerst du dich noch an dein erstes Parfum? Wenn ja, welches war es?

Öhm... äh... nein. Wahrscheinlich irgendeines, was ich meiner Mutter abgeluchst habe. Aber das älterste, an das ich mich noch erinnern kann, war das "Diesel Zero Plus Femine", das mir meine Schwester irgendwann mal zum Geburtstag geschenkt hat, da muss ich 12 oder 13 gewesen sein.

Was ist dein aktuelles Lieblingsparfum?

"So hooked on Carmella" von Benefit - obwohl es eher schwer ist passt es super zum Sommer, es riecht nämlich total nach Pina Colada! ;-D

Welches Parfum kannst du überhaupt nicht riechen?

"Angle" von Thierry Mugler. Wenn ich das rieche, dreht sich bei mir sofort der Magen um. Einmal habe ich es mir aufgesprüht (Hand) und mich um ein Haar in der Parfümerie übergeben. Trotz Schrubben auf der nächsten Toilette konnte ich den ganzen Tag meine Hand nimmer riechen ohne das mir übel wurde. Seitdem verwende ich immer Papierstreifen... tja, aus Schaden wird man bekanntlich klug. ^^"

Der ideale Frühlings-/ Sommerduft?
Im Frühling sind es meist eher blumige Düfte, hier mag ich z.B. gerne das Chanel "Chance - Eau Tender". Im Sommer vor allem fruchtige Düfte, also z.B. die Escada Sommerdüfte der letzten Jahre oder "b. spot" von Benefit. :-)

Der ideale Herbst-/Winterduft?
Orientalisch und schwer muss es da meist sein - z.B. das Kenzo "Amour le Parfum" oder auch foodig, also nach Schokolade oder so, wie das Escada "Incredible Me".

Wählst du dein Parfum alleine aus oder holst du die Meinung von Freund / Mann oder Freunden ein?
Alleine - aber ich muss meinen Freund immer dran riechen lassen, auch wenn er nicht will. :-D

Wandelnde Duftwolke oder dezentes Lüftchen?
Ich pass eigentlich immer auf, dass ich nicht zu viel erwische. Lieber zu wenig als zu viel - sonst ist Kopfweh vorbestimmt. >.<

Eine Fee erscheint dir und sagt dir, dass du dir den perfekten Duft wünschen darfst. Was wäre dieser?

Wieso muss ich jetzt an MyParfum denken? :-D
Nun, ich würde wohl Bergamotte, Manderine, Nekterine, Fangipani, Kirschblüte, Jasmin, Moschus, Patchouli und Sandelholz nehmen. ;-)

Hand aufs Herz: Benutzt du alle regelmäßig oder setzen manche Staub an?

Es kann sich kein Staub ansetzen - ich habe einen Glaskasten. :-D

Sammelst du Parfumproben? Wenn ja, wieviele türmen sich bei dir zu Hause?

"Sammeln" ist nicht der richtige Ausdruck, ich hebe sie halt auf, wenn ich sie bekomme (wenn mir der Duft zusagt, sonst verschenke ich sie weiter) - zum Mitnehmen sind sie auch ganz praktisch. ;-)

Welches ist "dein" Parfüm?
Sowas habe ich nicht, weil ich so viele verschiedene Parfums haben. ^^" :-D

Welches Parfüm verknüpfst du untrennbar mit welchen Begebenheiten?An eine Begebenheit? Wüsste ich jetzt nix, aber an eine Person: Der Vanderbilt Signature erinnert mich an meine Mutter, die hat das immer geliebt.

Welchen Flakon kannst du einfach nicht wegwerfen, auch wenn der Inhalt schon gekippt/der Flakon leer ist?Wenn bei mir Parfums mal leer werden würden... *pfeif*

Was hältst du von Nachparfümierern, die sich am Tag noch nachbeduften?
Mache ich nur in Ausnahmefällen, also wenn ich in der Früh Parfum verwendet habe und am Abend dann nochmal weg gehe, dann vllt. noch ein Spritzer. Aber auch nur bei Parfums, von denen ich weiß, dass sie schnell verfliegen. Wie gesagt: Lieber zu wenig als zu viel. ;-)

So, jetzt werfe ich auch noch um mich... :-D
Chamy
Eava
Mercury

Dienstag, 3. Mai 2011

Tchibo Gesichtsmassagegerät und Wimpernformer

Ich bin letzte Woche mal wieder in meine Tchibo-Testfilale eingefallen und habe dabei ein Gesichtsmassagegerät und einen beheizbaren Wimpernformer entdeckt und gleich mitgenommen.

Das Massagegeräte hat 3 Aufsätze und zwei Schnelligkeitsstufen - einmal eine Bürste, dann einen Schwamm (mit Ersatzschwamm) und einen mit Noppen. Wozu man den mit Noppen braucht, weiß ich nicht, war aber recht angenehm - auch am Nacken. :-D

Den mit dem Schwamm fand ich auch ganz angenehm, auch wenn er nicht so einfach zum Reinigen war (hab meine Gesichtsseife drauf getan), aber das ist leider allegemein bei so Schwämmen. Wer flüssiges MU verwendet, könnte ihn vielleicht auch zum Auftragen selbiger nehmen, aber ich nehme MF, also konnte ich es nicht testen.
Was mich leider enttäuscht hat war die Bürste, die finde ich nämlich leider kratzig - gereinigt hat sie aber gut (auch mit meiner Seife). Dazu gibt es noch ein Säckchen zum Aufbewaren, das ist ganz nett.

Da mein Thermowimperformer von Pansonic schon etwas in die Jahre gekommen ist, wollte ich mir damit einen neuen zulegen. Ich muss aber sagen, man merkt den Preisunterschied. Der schon Tschibo hat kein abnehmbares Bürstchen und er ist auch billiger verarbeitet, aber ganz ok.

Zum Reinigen ist er nur leider sehr blöd, weil man eben die Bürste nicht runter nehmen kann und deswegen nicht mit Wasser säubern kann. Was ich aber nett finde, ist dass man (glaube ich) beide Seiten verwenden kann, je nach dem ob man eine feinere oder gröbere Bürste möchte.

Fazit: Ganz ok für den Preis - 10 Euro für das Massagegerät und 8 Euro für den Wimpernformer, allerdings können sie mit höherpreisigen Geräten (mein alter Wimpernformer hat ca. 20 Euro gekostet) nicht mithalten. Wenn jemand so was aber mal testen will - ist ok, aber halt nicht mehr...

Nachtrag: Nur als Info nochmal, die Testfiliale hat die neuen Sachen immer 4 Wochen vor allen anderen Filialen, also wenn jemand sich die Sachen kaufen will, in ca. 3 Wochen sollten alle Filialen damit beliefert sein. :-)

Sonntag, 1. Mai 2011

2. Ignorance and Protection

„Send me those files and I will consider it.“ sprach er in sein Handy – eines von der ganz neuen Generation mit allem drum und dran. Er ging zielstrebig in Richtung Hauptausgang ohne drauf zu achten ob er jemanden niederrennen könnte. Wieso auch? Schließlich war er der CEO, die Leute hatten ihm aus dem Weg zu gehen – wer es nicht tat, dem würde es leid tun.
Kira folgte ihrem neuen Boss in kurzem Abstand und verdrehte kontinuierlich die Augen, auch wenn man das hinter ihrer Brille nicht sehen konnte. Das Ganze begann ihr auf die Nerven zu gehen und vor allem: Sie zu langweilen.
Die letzte Woche hatte sie nichts anderes getan als ihm jeden Tag wie ein Hündchen zu folgen. Sie war mit ihm bis spät in die Nacht in seinem Büro gewesen, hatte ihn zu Meetings begleitet und ihm beim Essen Gesellschaft geleistet – nur in der Nacht trennten sich ihre Weg, wenn auch nicht weit, schließlich war sie in sein Haus eingezogen, damit sie im Notfall in seiner Nähe war.
Obwohl Haus ja nicht die richtige Bezeichnung war – Palast hätte es schon viel eher getroffen. Es war eine riesige Villa mit einigen Seitenflügen und einem riesigen, parkähnlichen Garten mit angrenzendem Wald – und das, obwohl es praktisch mitten in der Stadt stand. Auch hier fanden sich immer wieder Blue-Eyes-White-Dragon-Motive – zum Beispiel in Form eines riesigen Springbrunnens direkt vor dem Haupteingang und am Boden des riesigen Mosaikpools.
Es war lange her gewesen, als Kira das letzte Mal in solch einem Haus gewohnt hatte… in einem anderen Leben, in einer anderen Zeit. Sie schob die Gedanken beiseite und widmete sich wieder ganz ihrer Aufgabe, auch wenn sie sich nicht viel erhoffte. Irgendwie war es nicht das, was sie erwartet hatte. Es war lähmend, es passierte einfach nichts. Genauso gut hätte sie in ein Altersheim ziehen können.
Natürlich, nach allem, was passiert war, hatte sie sich ein bisschen Ruhe gewünscht, aber auch das kannte Grenzen – für sowas war sie einfach nicht gemacht. Wieso hatte sie sich nur dazu breitschlagen lassen?
Nun, zumindest hatte es eine gute Seite: Ihr Boss versuchte nicht irgendeine Art von Beziehung zu ihr aufzubauen, das hätte ihr gerade noch gefehlt. Er sprach nur mit ihr, wenn es nötig war und ignorierte sie sonst geflissentlich, auch wenn die Menschen in seiner Umgebung teilweise recht erschrocken auf ihre Erscheinung reagierten, wie zum Beispiel sein Bruder.
Sie fragte sich wirklich, wie jemand wie er solch einen kleinen Bruder haben konnte, die zwei waren wie Tag und Nacht. Ihr Boss war ein arroganter, eiskalter Businessman während sein Bruder ein ganz normaler, aufgeweckter, aber freundlicher Teenager war. Ok, zumindest normalerweise - als er sie gesehen hatte, war er eindeutig verschreckt und hielt immer den nötigen Abstand zu ihr. Eine Tatsache, die ihr nur recht war. Nichts war ihr lieber, als wenn die Menschen sie in Frieden ließen.

Mr. Kaiba verließ gerade das Hauptgebäude und ärgerte sich gerade wieder einmal über die Unfähigkeit seiner Geschäftspartner. Wieso musste er sich wieder mit solch einem Idioten herumschlagen? Hätte er das gewusst, hätte er auf diese Kooperation verzichtet!
Es war schon wieder spät in der Nacht, so wie jeden Tag, wenn er nachhause fuhr und selbst mitten in der Stadt waren kaum noch Menschen unterwegs, schon gar nicht mitten auf dem Gelände der Kaiba Corp.
Plötzlich spürte er einen harten Schlag auf seiner Brust, sein Smartphone flog ihm in hohem Bogen aus der Hand und zerbrach in einige Teile als es am harten Beton aufschlug.
Die Welt drehte sich um ihn und dann landete er selbst am Boden - begleitetet von einem zum einem verwunderten zum anderen verärgertem Ausruf: „What…?“
Doch weiter kam er nicht, denn er wurde von einem lauten Geräusch – einen Mischung aus Aufprall und splitterndem Glas - unterbrochen. Reflexartig schaute er sich nach der Quelle um und sah, dass eine Kugel genau dort die Glasfront des Kaiba Corp. Hauptgebäudes zerschlagen hatte, wo Sekunden zuvor noch sein Kopf gewesen war.
Das nächste, was er wahrnahm war Kira, die, nachdem sie ihm den harten Schlag auf die Brust verpasst hatte, direkt an ihm vorbeigezischt war. Sie schielte einmal kurz links und rechts während sie zielstrebig nach Vorne rannte. Mit ein paar gekonnten Bewegungen griff sie nach den Teilen des Scharfschützengewehrs, das sie zerlegt an ihren Oberschenkeln verstaut hatte.
Sie steckte die Teile blind zusammen während sie mit einem gekonnten Sprung direkt auf einem der Blue-Eyes-White-Dragon-Statuen landete.
Sie legte die Waffe an und zielte – ein finsteres Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und sie flüsterte: „Gotch ya!“
Im nächsten Moment verließ ein Schuss ihr Gewehr und als sie ihre Waffe senkte, wirkte sie zufrieden. Mit einem Salto landete sie wieder auf der Erde und ging auf ihren Boss zu, der immer noch am Boden saß.
Doch anstatt irgendwelche Anstalten zu machen, ihm aufzuhelfen stand sie nur wartend da. Nun, nicht, dass er sich von ihr hätte aufhelfen lassen, aber er war es einfach nicht gewohnt, so behandelt zu werden. Schließlich war es sie, die ihn äußerst unsanft zu Boden befördert hatte.
Er stand auf und wollte gerade zu sprechen beginnen, als einer seiner Angestellten – ein Nachtwächter – auf sie kam zugelaufen kam und sie schockiert erkundigte: „Mr. Kaiba, are you ok?“
„Yes.“ sagte er genervt und wollte gerade wieder etwas sagen, als er zum 2. Mal unterbrochen wurde.
„You.“ pfauchte Kira den Angestellten an. „Call the CEO from that building!“
Sie zeigte auf das Gebäude, auf das sie zuvor geschossen hatte.
„Tell him that he has a dead body on his roof and that we want it.”
Sie griff in eine ihrer versteckten Taschen und zog ein Stück Papier hinaus, das sie dem Nachtwächter gab.
„And tell him if he’s going to refuse or let anybody know about this – there is much more like these and it’s going directly to the press if he’s not cooperating!” führte sie aus.
“And – whatever you do – tell no one – really no one – what had happened here! Understood?!”
Der Angestellte schaute Kira schockiert an und drehte sich dann ängstlich zu seinem Boss.
Dieser verdrehte die Augen und sagte: „Fine. Go.“
Nach einer weiteren Schreckenssekunde drehte sich der Nachtwächter um und schaute, dass er schnellstmöglich Land gewann.
Als er außer Hörweite war fuhr Kaiba Kira an: „What do you think you are doing?!“
Kira ließ sich davon nicht beeindrucken und antwortete kühl: „Saving your life?“
„You had no authenticity to order my employees around!“ pfauchte er sie weiter an. “Beside that – what did you gave him?!”
“A photograph.” antworte sie weiter gelassen.
Der CEO wurde misstrauisch und hackte weiter nach: „What kind of photograph?“
Sie grinste böse und erklärte: „The kind of no CEO would want to be seen from the public…“
Kaiba zog die Augenbraue hoch und wartet.
Sie seufzte und erklärte weiter: „It’s showing him having fun with a not really adult prostitute…”
“Pff.” machte ihr Boss, während er kurz die Augen schloss um sie dann wieder mit seinem typisch arrogantem Blick anzusehen.
“And where did you got that picture from?“ fragte er dann.
Sie lächelte ebenfalls arrogant und antwortete ihm: “Professional secret.“
“Hmpf.” machte er. “However - what do you anticipate from that… body?”
Sie lachte kurz und antwortete dann ebenfalls mit einer Frage: “Well, a hint of who wants to see you dead…”
Er zog wieder eine Augenbraue hoch und sagte: „Do you really think they would make it that esay?“
Kira wollte ihm gerade antworten, da kam plötzlich der Nachtwächter wieder angelaufen und schnaufte: „We have the body – I brought it into the garage…“
“Fine.” sagte der CEO und machte sich in die Richtung besagter Garage auf. Es handelte sich dabei um einen übliche Tiefgarage und befand sich unter dem Kaiba Corp. Gebäude. Normalerweise waren hier immer alle Parkplätze vergeben, aber mitten in der Nacht standen hier nur ein paar vereinzelte Fahrzeuge, die wohl den Nachtwächtern oder Mitarbeitern, die gerade auf Dienstreise waren, gehörten.
Nahe des Notfallausgangs lag auf einer Plane ein ganz in schwarz gekleideter, schwer bewaffneter Mann. Er dürfte Mitte Dreißig gewesen sein und sein braunes, kurz geschnittenes Haar wies schon ein paar weiße Strähnen auf.
Man hätte fast der Ansicht erliegen können, er würde nur schlafen – wäre da nicht ein Einschussloch genau in der Mitte seiner Stirn gewesen, an dem schon leicht getrocknetes Blut klebte.
Der CEO kam nicht umher zu bemerken, wie präzise der Schuss gewesen war – es waren mindesten zwei Kilometer vom Boden vor der Kaiba Corp. bis zum Dach des Gebäudes gewesen und trotzdem hatte sie so genau getroffen. Woher hatte sie nur diese Fähigkeiten?
Kira hatte sich schon zu dem toten Mann heruntergebeugt und durchsuchte ihn. Er fragte sich wirklich, nach was sie suchte. Er kannte sich nicht wirklich mit Attentätern aus, aber er bezweifelte, dass er einen Ausweis oder die Telefonnummer seines Auftraggebers mit sich herumschleppen würde.
„Do you know how assassins get paid?“ fragte sie ihm plötzlich als sie etwas Glitzerndes aus der Tasche des Toten zog.
„No. I never needed one…“ antwortete er genervt.
“Well.” fuhr sie – seinen herablassenden Kommentar ignorierend und immer noch mit der Leiche beschäftigt – fort. „It’s pretty easy. All you need is a locker in a public area – like a rail station or an airport and two keys for it. The client stores the money in the locker, the assassin claims it a little time later.”
Dann drehte sie sich wieder dem Angestellten zu: “You! Did the press already find out about the assassination attempt?”
“No.” antwortete dieser erschrocken.
“Well, then it’s time. Spread the rumor that Seto Kaiba got killed by an assassin. I don’t care how but do it inconspicuous!” befahl sie ihm.
Dieses Mal vergewisserte er sich gar nicht, ob sein Boss damit einverstanden war sondern machte sich gleich auf, den Befehl zu erfüllen – die schwer bewaffnete Frau war ihm einfach zu unheimlich.
„What did I say about not ordering my employees around?!“ fuhr Kaiba Kira nun wieder an.
„And why do you want everyone to think I’m dead? Have you any idea what that is going to do with the Kaiba Corp. shares?!”
Kira hielt ihm nun das glitzernde Etwas, das sie dem toten Attentäter abgenommen hatte, hin und er erkannte nun, dass es sich um einen Schlüssel handelte.
„Remember what I told you about the payment?“ fragte sie nun völlig unbeeindruckt von seiner Wut.
„Well, it’s always 50% before and 50% after… what means that he still need to get the second part of the money… and this is the key to the locker.“
Der CEO beruhigte sich langsam wieder als er Kiras Plan verstand: „And you are trying to catch the client when he stores the money in locker?“
“Exactly.” antworte sie nun mit einem für sie typischen Lächeln.
„But…“ sagte nun ihr Boss. „…he is dead. Why should the client pay?”
“Because he won’t come to know about that.” sagte sie. “It is much too dangerous to call each other and so there is only one way to verify if the job is done…”
Mr. Kaiba verzog seine Lippen zu einem Grinsen als er verstand: „That is why you faked my death…“
“Exactly.” antworte sie wieder und steckte den Schlüssel ein. „Make sure no one sees you tonight – tomorrow you can hold a press conference to clarify that these was a rumor…”
Sie ging zu ihrem Motorrad, das ein paar Meter weiter parkte – sie hatte es hier gelassen, nachdem sie immer mit ihm in seiner Limousine mitfahren musste – und stieg auf.
„…I’m going to hunt him down!“ sagte sie und startete die Maschine. Bevor der CEO noch etwas sagen konnte war sie bereits in die Nacht verschwunden.