Mittwoch, 23. November 2011

Prolog

Finsternis umschlang mich, doch ich fürchtete sie nicht, nein, ich begrüßte sie – schließlich hatte ich mich selbst dafür entschieden, mich ihr hinzugeben. Die schweren, warmen Laken bildeten die Grenzen meiner Welt – alles außer ihm und mir hatte für mich an Bedeutung verloren.
„Ich liebe dich…“ flüsterte er mir zärtlich ins Ohr während seine Hand zärtlich über meinen unbedeckten Rücken streifte. Ich weiß nicht, wie lange wir schon so gelegen waren – jedes Gefühl für Zeit war mir abhanden gekommen. Doch solange ich bei ihm war, interessierte mich das nicht – wenn es nach mir ginge, hätten wir ewig so liegen bleiben können.
Benommen hob ich leicht den Kopf und sah in seine wunderschönen, tiefschwarzen Augen und streichelte zärtlich seine Wange bevor ich erwiderte: „Ich liebe euch auch…“
Er lächelte – nicht das sarkastische, böse Lächeln, mit dem er andere in ihre Verdammung schickte – nein, das zärtlich, ernst gemeinte Lächeln, das er nur mir schenkte. Dann küsste er mich sanft – zuerst auf die Stirn, dann auf die Nase und schließlich auf den Mund. Die Intensität dieses Kusses raubte mir fast den Atem – obwohl er mich schon so oft geküsst hatte, war ich doch jedes Mal aufs Neue überwältigt.
Schließlich brach er den Kuss und reflexartig schlang ich meine Arme um seinen Hals um ihn dran zu hindern von mir zurück zu weichen – ich wollte mehr solche Küsse, mehr von seinen Küssen. Er lächelte erneut – dieses Mal ein wenig belustigt – und sagte: „Mein kleiner Nimmersatt… dabei kommt das Beste doch noch…“
Bei seinen letzten Worten nahmen seine Augen einen hungrigen und verführerischen Blick an und er beugte sich wieder zu mir hinunter, nun jedoch berührten seine Lippen zuerst zärtlich mein Ohr und tasteten sich dann langsam über meinen Nack zu meinem Hals vor und ich spürte, wie er mich mit einem Arm ganz nah an sich heran zog.
Seine hüftlangen, schwarzen Haare – die er normal immer im Nacken zusammen gebunden hatte – streiften dabei über meine Haut und vermischten sich mit meinen ebenfalls schwarzen, hüftlangen Haaren bis nicht mehr zu erkennen war, welche meine und welche seine waren und sie zu einem schwarzen Meer zusammenflossen.
So nah wollte ich ihm sein – nein, noch näher. Egal, wie nah er mich je an sich zog, ich würde nie genug davon – von ihm – bekommen können, das wusste ich.
„Alon…“ hauchte ich heiser und versuchte ihn so nah an mich zu ziehen, wie es ging. Ich wollte ihn unter allen Umständen festhalten – ein lächerlicher Gedanke, als einfacher Mensch hätte ich nie die Kraft besessen ihn – einen Dämonen von unbeschreiblicher Macht – zu halten, hätte er das nicht gewollt. Doch er hatte gewollt, er hatte mich gewollt – unter allen Frauen der Welt hatte er gerade mich erwählt und mich selbst dann nicht aufgegeben, als er Jahrtausende auf meine Wiedergeburt hatte warten müssen.
Und das, wo er doch der Kaiser dieses Reiches – der ganzen Welt – war. Natürlich war es nicht einfach gewesen und es hatte sogar Zeiten gegeben, in der ich ihn aus tiefsten Herzen gehasst hatte für das, was er mir angetan hatte – was war ich doch für ein Narr gewesen, schließlich hatte er es nur aus Liebe zu mir getan.
„Esmeralda, Liebste…“ hörte ich ihn meinen Namen flüstern und ich fühlte seine Begierde in seiner Stimme mitschwingen. Und ich wusste, dass er genauso empfand wie ich - dass auch er diesen Moment am liebsten für immer wären lassen wollte. In diesem Augenblick war ich mir nicht einmal sicher, ob er überhaupt enden konnte. Anfang und Ende existierten nicht mehr für mich, nur das hier und jetzt.
All das Leid, das ich durchstehen musste um endlich seine Gemahlin werden zu können, kam mir nun lächerlich vor – nichts war vergleichbar mit dem Glück, das ich nun empfand.
Und von nun an bis in alle Ewigkeit empfinden würde – so dachte ich zumindest, während ich mich schließlich vollkommen Alon hingab. Ich hatte ja keine Ahnung was für einen grausamen Plan das Schicksal noch für mich bereit halten würde…

9 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

*Freu* Alon is back! :D

Wundervoller Prolog! Da hat sich das "Sack versenken" doch gelohnt!

Lg,
Philyra

Anonym hat gesagt…

Waaaah! Wie toll! Der Prolog!
Hast es wohl doch nicht abwarten können, damit anzufangen, was? Also, mir soll es Recht sein. :-D
Ich freu mich über alles, was Du schreibst.

LG Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Hab ich mir doch gedacht, dass euch das freuen wird. ;-) :-D

Anonym hat gesagt…

Papyra, wir sind sooo berechenbar! :D *lol*

Chinda-chan hat gesagt…

Ne, kein bisschen. :-D

Anonym hat gesagt…

Klar, sind wir wohl! Philyra hat Recht - Dur schreibst was und wir kreischen: "Yeaaah!"
Philyra: Wir sind die Groopies der Finsteren Göttin. :-D
(Na, so lange wir VIP-Status bei ihr haben, mach ich vieles. *lol*)

LG Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Yeah, Groupies! Ich hab ein Lebensziel erreicht! *abhakerlt* :-D

Maegwin hat gesagt…

Vielversprechend! Komme wieder

Chinda-chan hat gesagt…

Danke. :-)

Du kannst in Zwischenzeit, wenn du magst, die zwei Vorgängerteile lesen. :-)