Mittwoch, 10. August 2011

6. King and Queen

Wie jeden Tag wartete Kira in der Eingangshalle der Villa auf ihren Boss. Das, was am Abend davor passiert war, geisterte immer noch in ihrem Kopf herum: Was hatte das zu bedeuten gehabt? Ihr war völlig klar, wieso ihr das so zusetzte: Sie war sein Bodyguard - sollte er wirklich Gefühle für sie entwickeln, dann musste sie etwas dagegen unternehmen!
If he can’t see me taking bullets for him I can’t bodyguard him!
Plötzlich kam er die Treppe hinunter und es war offensichtlich, dass er noch schlechter gelaunt war als normal – er würdigte sie keines Blicks während er ihr sie anblaffte: “You can take the day off – I don’t need you today!”
„What?“ war ihre überraschte Antwort. Nachdem dem, was am Tag davor geschehen war konnte er doch nicht wirklich ohne seinen Bodyguard vor die Tür wollen? Wenn diese Leute schon so weit gingen, eine ganze Veranstaltung zu stürmen würden sie nun sicher nicht aufgeben.
„I won’t say it again!“ zischte er im Weitergehen und seine Stimme war dabei scharf wie eine Rasierklinge.
„You joking, aren’t you? Did you forget what happened yesterday?“ fragte sie nun aufgebracht, nachdem sie ihren ersten Schock überwunden hatte. Eigentlich wollte sie ihn behutsamer auf die ganze Sache ansprechen – sie wusste, dass er sonst wahrscheinlich abblocken würde, aber das hier war einfach zu ernst.
Er blieb stehen und drehte sich zu ihr um. Sein Blick glühte vor eiskalter Wut während er sich in ihre Augen bohrte und strafte seinen sonst gleichgültigen Gesichtsausdruck Lüge.
„I am very well aware of what happened yesterday!” zischte er. “You did completely disgrace me – and I won’t let happen this again!”
Kira starrte ihn fassungslos an. Das war der Grund, wieso er am Vorabend so wütend gewesen war? Weil sie ihn vor diesem Polizisten blamiert hatte? Wie sehr sie sich doch getäuscht hatte!
„Fine.“ sagte sie schließlich bitter und wand sich in Richtung der Treppen. „But if you die it’s your own fault!“ setzte sie noch giftig nach und war verschwunden bevor er noch etwas sagen konnte.

Kira saß in der großen Bibliothek der Villa und las ein Buch, das sie sich ausgeborgt hatte. Der Bibliothekar hatte einen halben Herzinfarkt bekommen, als Kira hereingestürmt war und anstatt seine Frage, wie er ihr denn helfen könnte zu beantworten einfach mit zwei gezielten Sprüngen die Bücherwand hinauf, sich ein Buch schnappte und mit einem Salto grazile am Boden neben ihm gelandet war.
„Kira-san?“ holte sie der Klang von Mokubas Stimme wieder in die Wirklichkeit zurück. Der Junge stand in der Tür und schaute sie schüchtern an.
„What is it?“ fragte sie als Antwort schroff.
„Nii-sama… isn’t home jet…“ stammelte er und ihr Seitenblick fiel auf die Uhr - es war halb 11. Selbst ihr Boss, der dazu neigte, lange in der Firma zu bleiben war um diese Zeit normalerweise schon daheim.
„…and I tried to call him severely times – he… he… isn’t in his office… I have a bad feeling… something happened to him – I know it!“ flehte er und seine Verzweiflung wurde mit jedem Wort offensichtlicher.
“Pfft!” machte Kira, die sich davon nicht beeindrucken ließ. „I told him when he leaves without me, he’s going to die!“
Das letzte Wort aus ihrem Mund zeigte eine Wirkung auf Mokuba, als hätte man ihm den Boden unter den Füßen weg gezogen und das Entsetzen spiegelte sich in seinem Gesicht.
“Please!” flehte er. „Save my brother! I beg you!“
Kira zuckte gleichgültig mit den Schultern. „It is own fault. Beside that after what he said to me this morning tell me one good reason why I should go after him?”
Das versetzte Mokuba einen Dämpfer, aber nur kurz – dann setzte er fort: “ I know he can be harsh – but he isn’t a bad person! He did become like this just to give us a better life!”
“A better life? You are born in luxury – what do you know about the hard life?!” schoss sie wütend dazwischen. Sie hätte es nicht zugegeben, aber sie war neugierig. Sie wusste, dass ihr Boss seine einzige Familie war… aber dennoch erklärte es nicht ganz, wieso er gar so an ihm hang - vor allem nachdem er so kalt war.
„Nii-sama and I are adopted!” erklärte Mokuba reserviert. “Our mother died giving birth to me and five years later our father in a car accident. After this our remaining relatives did take away our heritage and send us to an orphanage. When Gozabura Kaiba – the former CEO of Kaiba Corp and chess champignon – visited the orphanage for publicity, Nii-sama challenge him to a chess game with the constraint if Nii-sama wins he had to adopt us. Well, as you see, he did. But Gozabura was a cruel man – he let Nii-sama learn and work day and night in order to make him a proper heir for Kaiba Corp. But he didn’t see that he raised his own rival. Nii-sama managed to overthrow him und became president of Kaiba Corp.. Gozabura couldn’t deal with that and committed suicide!”
Kira ließ es sich nicht anmerken, aber sie war beeindruckt. Sie hatte immer gespürt, dass irgendwas an ihm anders war als an anderen CEOs – der er anders war als diese verwöhnten Söhne reicher Männer, denen alles in den Schoß gelegt wird. Er war nicht mit dem silbernen Löffel im Mund geboren, er war tief gefallen - ganz tief – und hatte sich aus eigener Kraft und unter Qualen herausgearbeitet… er war wie sie!
„Hff.“ machte Kira, stand auf und legte ihr Buch auf den Tisch - dann ging sie Richtung Ausgang.
Mokuba sah ihr irritiert nach und rief: „Where are you going…?!“
Sie drehte sich nochmal zu ihm um und sagte mit einem finsterem Lächeln: „Well, saving you brothers ass, I guess!“

Sein Kopf dröhnte wie die Hölle und als er sich auf die Stirn griff entdeckte er Blut auf seiner Hand. Langsam richtete er sich auf und sah sich um – im ersten Moment wusste er nicht was passiert war, aber dann sickerten langsam die Erinnerungen zurück in sein Gedächtnis.
Er hatte einen geschäftlichen Termin gehabt – sein Partner hatte ihn abgeholt, doch statt ihm zu seiner Firma zu bringen war er in einer abgelegen Villa gelandet. Er hatte versucht zu fliehen, aber es waren einfach zu viele und sie hatten ihn außer Gefecht gesetzt – aber zumindest hatte er ein paar davon bewusstlos schlagen können.
Und nun befand er sich in einer kleinen, muffigen Zelle aus altem Gestein mit einer schweren Holztür, die oben eine Ausfassung hatte, die mit Gitterstäben ausgefasst war und gegenüber der Tür nahe der Decke ein Fenster, dass ebenfalls Gitterstäbe besaß.
„Ah, Mister Kaiba! You are finally awake!“ höhnte plötzlich eine Stimme von der Tür – die nun geöffnet war - her. Der Mann mittleren Alters, dem die Stimme gehörte, lächelte den jungen CEO sadistisch an und hielt eine Pistole auf ihn gezielt in seiner Hand. Mit der anderen Hand wies er auf die Tür und sagte: „Follow me!“
„Who are you? And what do you want?“ fragte Seto Kaiba während er dem anderen Mann einen langen Gang entlang – er verachtete diese Spielchen. Im Augenwickel konnte er beobachten wie sich zwei weitere Männer, die noch viel schwerer bewaffnet waren als der erste und auch eine Kampfrüstung statt einem Anzug trugen, ihnen anschlossen und somit jeden Fluchtversuch sinnlos machten.
Der Mann, der sich offensichtlich von der schroffen Art des CEOs nicht beeindrucken ließ, antwortete bloß vergnügt „Kaiba Corp., of course, what else?“ und lachte.
Aus diesem Mann würde er keine vernünftigen Informationen herausbringen, soviel war ihm nun klar – aber eine Frage brannte ihm dennoch auf der Seele.
„Why didn’t you kill me in that house?“ fragte er schließlich seinen Entführer. Nach den versuchten Attentaten, die auf ihn schon verübt worden waren, wunderte es ihn nun, dass sie ihn nicht umgebracht hatten.
„Well, my boss didn’t want to have blood stains in his mansion…” antworte dieser und lachte wieder.
Der junge CEO schnaufte genervt und folgte dem anderen nun schweigend.
Inzwischen waren sie zu einer großen, runden Halle gekommen, die in einiger Höhe Balkone, die an allen Seiten die Wand entlang ging und schließlich direkt unter der Decke ein großes, buntes Glasfenster hatte. Wie auch der Gang war die Halle in einer Mischung aus barocken und gotischen Stil gehalten und auch das Fenster selbst hätte aus einer alten Kirche stammen können, aber dies war offensichtlich keine. Auf den Balkonen standen gut ein Duzend schwer bewaffnete Männer, die mit ihren Scharfschützengewehre auf den jungen CEO zielten, sobald er den Raum betreten hatte.
Der Mann mit der Pistole blieb in der Mitte des Raumes stehen und wand sich seinem Gefangen zu während die anderen zwei Männern sich ihren Gefährten auf den Balkonen anschlossen.
„It’s ironic, isn’t it?“ fragte der Mann nun und musterte den schweigenden CEO sadistisch.
„You one of the most powerful man of the world – even more powerful than a king - and you are going to die here alone and without any help…” führte er nun weiter aus. “…well, how do you chess player say? Checkmate!”
Er wollte gerade lachenden den Abzug drücken als ein lautes Krachen über ihnen ihn reflexartig aufschauen ließ – das Glasfenster war in tausend Teile zerbrochen und aus ihm schoss ein Motorrad hervor. Auch die Scharfschützen schauten verblüfft auf, als die junge Frau, die auf dem Bike saß, ihre Pistolen zog und einen nach den anderen erschoss, während ihr Motorrad einen Salto in der Luft vollführte.
Die Leichen regneten nur so am Rand der Halle hinunter und der CEO drehte sich reflexartig nach einer, die knapp hinter ihm gelandet war, um bevor er seinen Blick wieder zur Mitte der Halle richtete, wo das Bike und seine Fahrerin, die ihre Pistolen nun auf seinen Entführer gerichtet hatte, gelandet war. Er brauchte noch eine Schrecksekunde, dann erkannte er sie: Es war Kira – in ihrer typischen Uniform und mit der markanten Sonnenbrille.
Der andere Mann schaute sich entsetzt um, als könnte er nicht glauben was gerade passiert war – und als er sich wieder fasste blickte er direkt in den Lauf von Kiras Waffen.
„That isn’t nice boys – throwing a party and don’t inviting me…!” scherzte sie finster.
„Who are you?!“ schrie der Entführer sie nun an und war nun plötzlich gar nicht mehr erheitert.
Kira lächelte sadistisch und antwortete: „Your death!“
Als sie jedoch abdrücken wollte schrie ihr Boss: „Wait!“
Sie sah ihn an und zog eine Augenbraue hoch.
„He may know who is behind all of this…” führte er nun aus.
“Pah!” machte der ältere Mann. „I won’t tell you anything!“
Kira steckte daraufhin eine ihrer Pistolen weg und zog eines ihrer Messer.
„Oh, you will!“ säuselte sie sadistisch.
Panisch schoss er auf sie, aber sie wich gekonnt aus und schlug ihm mit einem Tritt die Pistole aus der Hand und warf ihn zu Boden und drückte ihm den Lauf der Pistole direkt ins Gesicht.
„How shall we beginn? Your eyes? Oder maybe you fingers?” fragte sie wütend.
„No!“ wimmerte er als Antwort, aber Kira ließ sich davon nicht beeindrucken und wollte gerade anfangen, als sich ihr Boss einmischte: „We take him with us!“
Kira sah ihn ungläubig an, doch dann richtete sich – während ihre Pistole immer noch auf den Kopf des wimmenden Mannes unter ihr gerichtet war - auf und zischte ihm zu: „You heard him – on your feets and walk!“
Als er nicht sofort reagierte, versetzte sie ihm einen Tritt, worauf er sich dann langsam aufrichtete.
Ihr Boss schaute noch einmal zurück zu den toten Männern und während er seinen Blick wieder zu Kira schweifen ließ dachte er: Well, the strongest pawn isn’t the king… it’s the queen!

6 Kommentare:

CamiKatze hat gesagt…

^^ bis auf einige grammatikalische fehler im englischen, ist das eine interessante geschichte :) lässt sich gut lesen. weiter so

Angi hat gesagt…

Es war sehr schön mit der Fortsetzung den Morgen zu beginnen :D

LG

Anonym hat gesagt…

Ich weiß gar nicht was du hast, ich finde das ist spannend wie immer!

Und ich will wissen wie's weitergeht :D

Der letzte Satz ist einfach nur genial :D

Lg,
Philyra

Chinda-chan hat gesagt…

Danke. :-)))

cami - Wenn du Fehler findest, bitte sagen welche. Ich lese zwar immer nacher nochmal drüber, aber oft schreib ich mitten in der Nacht (da habe ich mehr Muse :-D) und da schleichen sich mehr Fehler ein, grad beim Englischen. Vor allem, weil ich zwar super englisch lesen und hören (*g*) kann, aber schreiben brauch ich sonst eher selten und tu mir da deswegen ab und zu schwer, aber so kann ich mich verbessern. ;-)

Angi - Freut mich zu hören. :-)

Phil - Naja, ich selbst hab ja andere Maßstäbe, weil ich eigentlich weiß, wie ich es haben wollte und einige Dialoge sind... hmm.
Und auf den letzten Satz habe ich mich auch schon seit langem gefreut... ;-D

Anonym hat gesagt…

Habe den neuen Teil mit viel Freude gelesen.
Mal wieder großes Kino! *beifall*

Da scheinen die beiden ja jeweils etwas dazu gelernt zu haben.
...und diese Schach-Anspielungen sind einfach grandios - speziell am Ende!

LG Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Danke. :-)

Nachdem Kaiba ja durch Schach erst ein kaiba geworden ist... ach, da konnte ich gar nicht anders. :-D