Freitag, 1. Juli 2011

4. Secrets and Glamour

„But it’s much too dangerous! What is if another assassin waits there for you?“ winselte Mokuba, der vor dem Schreibtisch seines großen Bruders stand.
Kira kümmerte sich selten um die Gespräche ihres Bosses, aber sein kleiner Bruder faszinierte sie und sie betrachtete ihn eingehend. Eigentlich hatte sie gedacht, dass er sie noch mehr meiden würde nachdem sie ihn so angeschnauzt hatte – umso verwunderter war sie als er am nächsten Tag kam um sich zu entschuldigen. Sie hätte sich eigentlich entschuldigen müssen, auch wenn ihr das nie über die Lippen kommen würde – vor allem nicht, als sie Mitleid in seinen Augen las. Sie war der letzte Mensch auf der Welt der Mitleid verdiente und trotzdem konnte sie nicht abstreiten, dass ein Teil von ihr ihn mochte. Er erinnerte sie an… innerlich schüttelte sie den Kopf – selbst der Gedanke an sie würde zu weh tun als das sie ihren Schmerz verbergen hätte können.
„It’s the biggest business gala of the year – if I don’t go it‘s bad publicity for Kaiba Corp! And I am not afraid – neighter I will let anyone think I am!” donnerte der CEO – es war selten, dass er seinen Bruder so behandelte. Normalerweise war er der Einzige, der von seiner schlechten Laune verschon blieb – aber offensichtlich war in diesem Fall auch bei Mokuba seine Geduld am Ende.
„I will escort you.“ schaltete sich Kira in das Gespräch ein – im Gegensatz zu den zwei Brüdern war sie ganz ruhig.
Ihr Boss war Überraschung ins Gesicht geschrieben – fast so, als hätte er vergessen, das Kira überhaupt da war, aber er fing sich sofort wieder und keifte sie an: „You can’t – the invitation says that they have their own security and it’s not allowed to bring someone with you neither to carry weapons at all.“
Mit seinen letzten Worten musterte er Kira und es war offensichtlich, dass sie durch keine Sicherheitskontrolle kommen würde. Sie lächelte wissend als sie antwortete: “Well, but I’m sure you are allowed to bring a female companion.”
Die zwei Brüder sahen sie einen Moment verwundert an bis Mokuba einen begeisterten Gesichtsausdruck annahm und rief: “That’s a great idea!“
Zu seinem Bruder gewandt fügte er hinzu: „So she can protect you without anyone to know!“
Dieser schien von der Idee nicht besonders begeistert – er musterte Kira noch einmal als versuchte er sich krampfhaft vorzustellen wie Kira sich auf dieser Gala machen würde und das Ergebnis gefiel ihm nicht. Sein Ruf – und der seiner Firma – stand auf dem Spiel, wenn sie ihn blamieren würde.
Aber Mokuba würde dann endlich Frieden geben und auch, wenn er es sich hatte nicht anmerken lassen, so berührte es ihn doch immer wieder, wie sehr sein Bruder sich um ihn sorgte.
Der CEO seufzte schließlich genervt und sagte schließlich: „Fine.“
Mokuba machte einen freudigen Sprung begleitet von einem „Great!“ während sein Bruder sich an Kira richtete und sagte scharf: „But you better don’t disgrace me…!“

Seto Kaiba sah ärgerlich auf die Uhr – in 10 Minuten spätestens mussten sie gehen und Kira war immer noch nicht fertig. Er wartete am Fuß der Treppe in der Eingangshalle seiner Villa und schaue ungeduldig die Treppe hoch. Von vorherein wusste er, dass dies eine dumme Idee war und nun wurde er bestätigt. Er versuchte sich zu beruhigen – wenn sie nicht rechtzeitig fertig wäre, würde er sich einfach ohne ihr auf den Weg machen, das Ganze war ohnehin lächerlich. Die Gala war gut bewacht – niemand wäre so dumm gerade dort einen Angriff zu wagen.
Mokuba kam durch eine große Tür links neben der Treppe und ging zu seinem Bruder. Er schien immer noch ein wenig beleidigt, dass er nicht mit durfte – aber der CEO hatte ihn aus seinen eigenen Worten ein Strick gedreht: Es war viel zu gefährlich und Kira konnte nicht auf sie beide aufpassen. Außerdem war nur eine Begleitung erlaubt, auch wenn er sich darüber sicher hätte hinwegsetzen können – schließlich war er Seto Kaiba.
„If she isn’t ready any second…“ setze er gerade an seinen Bruder gerichtet an als ihn dessen Gesichtsausdruck zum Schweigen brachte. Er folgte Mokubas faszinierten Blick und drehte sich wieder zur Treppe um.
Dort oben stand Kira in einem wallenden, weißen Kleid, das mit Goldstickereien verziert war. Ihre platinblonden, gelockten Haare waren kunstvoll hochgesteckt. Um ihren Hals trug sie ein edles, glitzerndes Collier und dazu passende Ohrringe und ein Armband. Sie war edel geschminkt und ihre blaugrünen Augen funkelten wie Juwelen. Langsam und grazile kam sie die Treppe herunter geschwebt und entblößte dabei, das auch ihre goldenen Sandaletten mit Kristallen verziert waren, die sowohl zu dem Kleid als auch zu ihrem Schmuck passte.
Ihr Boss konnte den Blick nicht von ihr abwenden bis sie am Fuß der Treppe angekommen war und direkt neben ihm stand. Niemand, der sie nun sah hätte jemals vermutet, dass sie eine Kriegerin war – sie sah nicht nur aus wie eine Prinzessin, sie hatte auch die Ausstrahlung und die Haltung einer selbigen.
Dann hatte er sich wieder im Griff, drehte sich zur Tür um und schritt eilig drauf zu während einer seiner Bediensteten sie hastig öffnete. Ohne sich dabei zu ihr umzudrehen schrie er Kira „Hurry!“ zu und war schon durch die Tür verschwunden. Das klackende Geräusch ihrer Stöckelschuhe verriet ihm, dass sie seinem Befehl Folge leistete, auch wenn sie nichts sagte. Er war erleichtert darüber, denn so hatte er noch etwas Zeit sich an ihren neuen Anblick zu gewöhnen ohne das sie etwas davon mitbekam. Wandelbar wie ein Chamäleon.

Die schwarze Limousine fuhr vor und die Fotografen begaben sich wieder in Stellung. Wer von ihnen würde es heute Abend schaffen das beste Bild des jungen CEOs zu schießen? Es war nicht gerade eine kleine Summe, die die Medien dafür bieten würden.
Der Chauffeur stieg aus und öffnete die Tür – in dem Moment, in dem Seto Kaiba den ersten Schritt auf den roten Teppich gesetzt hatte begann das Blitzlichtgewitter. Doch dann passierte etwas seltsamen – anstatt seinen Weg über den Teppich zum Eingang anzutreten, drehte er sich der Autotür zu und hielt seine Hand hin, die im nächsten Moment von einer Frau ergriffen wurde. Im nächsten Moment tauchte auch der Fuß der Dame auf und im selben Augenblick hatten die Fotografen ihre Schocksekunde überstanden und knipsten was ihre Fotoapparate hergaben – Seto Kaiba hatte zum ersten Mal eine weibliche Begleitung mitgebracht. Nein, er war überhaupt zum ersten Mal mit einer Frau gesehen worden!
Kira glitt galant aus dem Wagen und baute sich neben ihrem Boss auf, der immer noch ihre Hand hielt und sie über den Teppich führte. Der CEO hatte sich offensichtlich wieder gefangen, auch wenn es ihn schwer verwundert hatte, wie grazil sie sich bewegen konnte – aber sie war immer noch Kira, das durfte er nicht aus den Augen verlieren.
Als sie durch die Tür und aus den Augen der Fotografen waren zog er sie enger an sich heran und flüsterte ihr ins Ohr: „The best thing is you don’t talk much…“
Dann gewann er wieder Abstand zu ihr und bevor sie etwas antworten konnte waren sie schon im großen Festsaal angekommen.
Dieser war schon reichlich gefüllt – viele Frauen in langen, edlen Kleidern und Männer in Fracks waren darin verteilt. Einige hielten Sektgläser in der Hand oder nahmen sich gerade Brötchen von den zahlreich vorhandenen Kellnern. Der ganze Saal war modern und doch nostalgisch mit seinem riesigen Kristallluster, der der Decke hing und den kleineren Leuchten um ihn herum.
Der CEO ging die Treppe hinunter und mischte sich unter die Leute ohne weiter drauf zu achten ob Kira ihm folgte – für ihn war es selbstverständlich, das war ihre Aufgabe und er bezahlte sie dafür. Er hatte sich schon zu sehr dran gewöhnt, dass ihm erst, als er tiefer in den Saal eingedrungen war, bewusst wurde, dass es womöglich seltsam aussehen könnte, wenn er seine Begleitung so behandelte und drehte sich nach ihr um.
Kira war direkt hinter ihm und er wollte ihr gerade sagen, sie solle einfach an seiner Seite bleiben, als er angesprochen wurde: „Mister Kaiba! What a pleasure to meet you again!“
Der Mann, der ihn angesprochen hatte war geschätzte Mitte Fünfzig – sein Haar war schon grau, aber seine grünen Augen sprühten immer noch voller jugendlichem Elan.
Kaiba erkannte ihn sofort – er war der CEO einer anderen großen Firma, mit der Kaiba Corp. Geschäfte machte und zudem einer der Vorsitzenden jener Vereinigung, die diese Gala unterhielt.
„Mr. Stanson.“ antworte er den Gruß des anderen CEOs eher barsch, doch der ließ sich seine mürrische Art nicht beeindrucken – wahrscheinlich war er es schon gewohnt, Seto Kaiba war einfach so.
Dann wandte sich Stanson Kira zu und musterte sie mit einem Lächeln bis er schließlich ihre Hand nahm und einen Kuss auf selbige hauchte.
„What a beautiful young lady…“ sagte er, während er ihre Hand los lies und sich dann wieder Kaiba zudrehte und mit einem Schmunzeln hinzufügte „…you really have a good taste.“
Kaiba gefiel die Aufmerksamkeit die sein Bodyguard bekam überhaupt nicht – umso mehr Beachtung ihr geschenkt wurde, umso eher konnte sie ihn blamieren und verraten, was sie wirklich war.
Kira setzte ein leichtes Lächeln auf und antworte Stanson „You honor me.“, was dieser mit einem erfreuten Lachen beantwortete.
Ihr Boss war erleichtert, dass sie offensichtlich zumindest einen Hauch von Manieren besaß, aber er wollte den Bogen nicht überspannen und verwickelte den anderen CEO sofort in einen belanglosen Small-Talk.
Plötzlich winkte sie Stanson zum rechten Rand des Saals und sagte dabei: „I would like to show you my art collection if you like.“
Seto Kaiba hatte für Kunst nichts übrig – genau so wenig wir für Archäologie. Ihn interessierten nur moderne Technik – und Duel Monsters, alles andere langweilte ihn zutiefst. Er hatte keine Zeit für diesen Blödsinn, aber wenn er kein Interesse heucheln würde, könnte sich das negativ auf ihre Geschäftsbeziehung auswirken, also ging er widerwillig mit.
Sie blieben vor einem großen Gemälde stehen, das Kaiba nur hässlich fand. Moderne Kunst war noch weniger sein fall und er bereitete sich gerade darauf vor das Geschwafel des anderen CEOs zu ertragen als Kira schließlich das Wort erhob.
„A late Chizuko? A really extraordinary item.“
Kaiba traute seine Ohren nicht – sie hatte Ahnung von Kunst?! Doch bevor er noch etwas dazusagen konnte lachte Stanson erneut erfreut – sogar noch mehr als zuvor.
„You know his work? He is one of my favorite painters though not very famous.” führte Stanson aus.
“Yes – I have seen “The tear”. His work is really great.” antworte Kira und Stanson Augen glühten mit jedem ihrer Worte mehr.
„I have many of his paintings in my mansion – if you could visit me sometime I am very glad to show you them.” lud er Kira nun ein.
Bevor sie noch etwas antworten konnte schaltete Kaiba sich ein und baffte: “That’s very nice – we will think about it. If you would excuse us – I have to greed another few people here.“
Es war eindeutig, dass er wütend war – Mr. Stanson lächelte jedoch nur verständnisvoll: „Of course, Mr. Kaiba.“ Offensichtlich glaubte er, er hätte den jungen CEO erzürnt, weil er seine Begleitung zu sehr in Beschlag genommen hatte.
Als Kira und ihr Boss außerhalb der Sichtweite des anderen CEOs waren zog er sie ganz an den Rand des Saals hinter einen Tisch, wo Sekt und Brötchen aufgestellt worden waren. Er beugte sich nah an sie ran und funkelte sie wütend an. „What do you think you do?!“ zischte er.
„Well, being a proper companion.” antwortete sie ruhig – auch wenn sie seine Wut nicht zu überraschen schien.
“I told you to not talk much!” fauchte er immer noch wütend, aber leise genug, dass ihn keiner außer ihr hören konnte.
Doch anstatt ihm zu antworten riss sie ihn zu Boden. Im nächsten Augenblick stürzte sie den Tisch um und die Gläser und Teller drauf fielen zu Boden und zerbrachen in tausende Teile, die kreuz und quer über den edlen Marmor-Boden schlitterten.
Aber trotz des Lärms und der Unordnung, die sie damit verursachte, nahm keiner davon Notiz – etwas anderes, viel Schrecklicheres ereignete sich gleichzeitig: Oben an den Balkonen tauchte eine ganze Reihe maskierter, schwer bewaffneter Männer auf, die schon begonnen hatte in die panisch flüchtende Menge zu schießen.
Chaos brach aus während die Menschen zum Ausgang drängten und dabei alles umstießen und überrannten, dass ihren Weg kreuzte.
Kira ging neben ihren Boss hinter dem Tisch in Deckung und ihre Augen funkelten als sie die Männer beobachtete. Dann fiel ihr Blick zu einer kleinen Seitentüre, die sich nicht weit von ihrem Versteck befand und wollte gerade dem CEO deuten, mit ihr dort hinzuschleichen, als auch dort maskierte Männer auftauchten und ihnen so den Fluchtweg anschnitten.
Mehr zu sich selbst als zu ihrem Boss flüsterte sie „Well, so much for that…“ und bereitete sich auf den Kampf vor. „It seems like this is going to be funny after all…“

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Woah, mal wieder voll spannend!

Junge, Junge, wie sie da wohl wieder rauskommen???

Wie immer großes Kino, Chinda! *beifall*

LG Papyra

Chinda-chan hat gesagt…

Danke. :-D

Anonym hat gesagt…

So ich weiß bald nicht mehr was ich schreiben soll :D
Ich glaub ich kling langsam wie ein Leierkasten *lol*

*trippelnd auf die nächste Folge wartet*

Lg,
Philyra

Chinda-chan hat gesagt…

Ach was, ich freu mich trotzdem über jeden Kommentar. ;-)