Dienstag, 23. Februar 2010

7. Der grauenhafte Ort

Der Wind rauschte mir durch die Haare und die kühle Abendluft betäubte meine dröhnenden Kopfschmerzen. Die Sonne warf ihre letzten Strahlen durch den düsteren Wald – gerade genug, damit ich ausmachen konnte wo Süden war und Hope in diese Richtung trieb.
Panik hielt mein Herz umklammert und ich biss mir auf die Lippen um die Tränen zurückzuhalten. Sie durften mir die Sicht nicht versperren – aber vor allem durfte ich nicht aufgeben. Ich war so weit gekommen, es konnte nicht alles umsonst sein – es durfte einfach nicht!
Nur schemenhaft erkannte ich, wie sich der Wald um mich herum veränderte. Zuerst schob ich diese Düsterkeit auf die schwindende Sonne, doch bald merkte ich, dass da noch etwas anderes war. Als ob ich langsam in eine andere, schreckerregende Welt gezogen würde. Alles um mich begann feindlich, abstoßenden zu wirken. Auch wenn sich das Aussehen der Bäume und Pflanzen nur wenig veränderte – zumindest soweit ich es erkennen konnte – schien plötzlich etwas Bedrohliches, etwas tief Böses von ihnen auszugehen.
Obwohl es mir eiskalt den Rücken hinunter lief, dachte ich nicht einmal dran stehen zu bleiben oder umzukehren. Ich musste die Wahrheit herausfinden – um jeden Preis. Doch ich spürte, wie auch Hope ängstlich wurde. Er wollte umkehren, das wusste ich. Und die Tatsache, dass auch er diese seltsame Veränderung wahr nahm, verunsicherte mich noch mehr. Ich bildete mir das also nicht ein!
Nichts desto trotz änderte ich meine Entscheidung nicht und flüsterte stattdessen Hope ein paar aufmunternd Worte zu, als ich plötzlich bemerkte, wie es zwischen den Bäumen heller wurde, obwohl die Sonne gerade am Untergehen gewesen war. Um so näher ich den heller werdenden Stellen kam, um so mehr erkannte ich, dass der Wald sich lichtete.
In mir zog sich erneut alles zusammen. War dies der Ort, von dem mein Retter gesprochen hatte? Erst jetzt erkannte ich, dass ich nicht einmal nach seinem Namen gefragt hatte – doch das war jetzt unwichtig, ich musste wissen, was dort war.
Mit einem Mal endete der Wald plötzlich und Hope bremste abrupt ab und so standen wir auf freier Ebene. Das Bild, das sich mir bot, hätte kaum schrecklicher sein können und ich rang nach Atem. Wie in Trance lies ich mich von Hopes Rücken gleiten, ohne dabei den Blick von dieser furchtbaren Szene abzuwenden.
Ein Teil von mir wollte am Liebsten die Augen schließen, sich umdrehen und weg laufen. Der andere – stärkere Teil – flehte, bettelte darum Sophi hier nicht zu finden. Die Beschreibung meines Retters hatte diesen Anblick erklärt – es sah tatsächlich aus wie ein Schlachtfeld. Der einst wohl grüne Wiesenboden war von rotem Blut getränkt und überall lagen leblose Frauenkörper und Babyleichen verstreut.
Es wirkte, als wären sie einfach wie auf einem Müllhaufen hier abgeladen worden – einige lagen sogar übereinander gestapelt, als wäre ihnen nicht einmal ein eigenes Stückchen Erde vergönnt geworden. An den meisten von ihnen konnte man die grausamen Wunden, die zu ihren Tod geführt haben mochten erkennen – teilweise waren sogar die ein oder anderen Gliedmaßen abgetrennt worden, bei anderen zeugte nur der für die Ewigkeit eingemeißelte, zur Unkenntlichkeit verzerrte, Gesichtsausdruck von der Schicklichkeit ihrer Tode.
Ich nahm all meinen Mut zusammen und unterdrückte die aufkommende Übelkeit, als ich begann, mich durch dieses Totenfeld zu schieben. Mein Retter hatte erneut recht gehabt – es mussten Tausende gewesen sein. Die verbliebene Vernunft in meinem Gehirn sagte mir, dass es unmöglich war, Sophi hier zu finden, selbst wenn sie sich hier befand. Es waren einfach zu viele – aber der Drang, mich zu Überzeugen war stärker. Und so stapfte ich zwischen den Toten hindurch – verfolgt von ihren gepeinigten Gesichtern und ihrem flehenden Blicken. Immer wieder musste ich anhalten und kurz die Augen schließen, damit ich mich nicht übergab und diese gequälten Seelen noch mehr entehrte.
Ich atmete tief durch den Mund ein und schmeckte schon fast den ekelhaften Todesgeruch auf meiner Zunge. Hätte ich den Fehler begangen, durch die Nase zu atmen, hätte ich mich sofort übergeben. Schließlich riss ich mich zusammen und öffnete wieder die Augen. Plötzlich erkannte ich am Horizont etwas, dass sich von den anderen Leichenbergen unterschied. Es sah aus wie der Schatten einer Gestalt, die die Arme ausbreitete und erinnerte mich sofort an den Traum, den ich vergangene Nacht hatte.
Einerseits schnürte es mir die Kehle zu, anderseits musste ich die Wahrheit einfach wissen. Ohne weiter darüber nachzudenken rannte ich auf die Gestalt zu und wie in meinem Traum wurde auch sie beim Näher kommen immer seltsamer. Trotzdem lief ich weiter - bis ich nah genug war, um das, was sich vor mir befand, vollendendes zu erkennen. Dann fiel ich auf die Knie und Tränen suchten sich ihren Weg über mein Gesicht. Ein Schluchzen dran aus meiner Kehle und verwandelte sich schließlich in einen Schrei. So laut, dass er selbst die Toten um mich in ihren Ruhe stören musste – auch wenn sie sich nicht beschwerten.
„Sophiiiiiiiiii!!!“ schluchzte ich.
Dort, direkt vor mir hing sie – fast wie in meinem Traum, nur dass sie an ein riesigen Kreuz gebunden war. Ihr Kopf hing leblos hinunter und Blut war aus ihrem Mund getropft, das aber bereit wieder geronnen war. Nicht anders verhielt es sich mit den ganzen anderen Wunden an ihrem Körper, auch sie waren breit getrocknet und geronnen. Dies musste schon Tage her sein.
Zitternd streckte ich meine Hand nach ihr aus und flüsterte erneut ihren Namen.
„Sophi...“ schluchzte ich „...es tut mir so leid. Ich... ich bin... zu spät... verzeih mir...“
Meine Stimme verstarb zu einem Wimmern und ich wippte wie in Trance hin und her.
Ich weiß nicht, wie lange ich da so saß. Es können Sekunden gewesen sein oder auch Stunden – Zeit hatte für mich an Bedeutung verloren. Plötzlich jedoch spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und sah auf.
„Ist das deine Freundin?“ fragte mich der freundliche Jäger, der mich nun schon zum zweiten Mal rettete.
Mechanisch nickte ich und er zog mich auf die Füße.
„Ich hätte dir diesen Anblick gerne erspart, aber du warst nicht zu bremsen...“ sagte er schließlich, als wollte er sich für meine Torheit entschuldigen und schüttele betroffen den Kopf. Langsam zog er mich hinter sich her und von Sophi weg. Ein Teil von mir wollte bei ihr bleiben und auch sterben. Aber ich hatte nicht mehr die Kraft, mich zu wehren. Und der andere Teil in mir wollte das auch gar nicht – der wollte nur weg von hier und alles vergessen.
„Du hast Glück gehabt.“ sagte er schließlich, als wir den Rand des Feldes erreichten und in den Wald eintauchten, wo sein Pferd und Hope auf uns warteten.
„Dieser Ort ist gefährlich! Es kommen immer wieder Dämonen hier her – wir sind ihnen damals nur knapp entronnen – hätten sich dich erwischt, wäre es dir nicht besser ergangen als den anderen Frauen!“ setze er schließlich fort, nachdem er sich mir zugewandt hatte und mir tief in die Augen sah.
Aber Furcht hatte jetzt keinen Platz in meinem Herzen, das von Trauer und Schmerz so ausgefüllt war. Auch er schien das zu bemerken und schüttelte frustriert den Kopf.
Schließlich setze er mich auf sein Pferd und band Hopes Zügel an die seines Pferdes. Dann setze er selbst auf und hielt mich mit einem Arm fest, während er mit dem anderen die zwei Pferde Richtung Lager lenke.
Und plötzlich spürte ich, wie mir erneut die Tränen in die Augen schossen und ich hemmungslos zu weinen begann. Denn ganzen Rückweg über strich er mir über den Rücken, während schweigend zu lies wie sich meine Trauer über seine Lederrüstung ergoss.
Was soll ich jetzt bloß tun?

Montag, 22. Februar 2010

Style Berry

Mal wieder ein neues Nail-Art von mir. Dieses Mal hab ich ein wenig abgeschaut und zwar hier. Aber ich musste dem Ganzen dann doch noch meine persönliche Note verleihen. ;-)

Verwendet:
Maybelline Express Finish Polish "170 Pink Topaz"
OPI Nail Polish "No Bees Please"
Maybelline Express Finish Polish "160 Plum Motion"
Essence Nail Art Tip Painter "03 Silver Star"

Mittwoch, 17. Februar 2010

Fruchtcocktail

Auch heute geht's auf meinen Fingernägel süß zu - sommerlich süß! Ich will jetzt auf der Stelle Sommer und einen Fruchtsalat haben! :-D

Verwendet:
China Glaze Nail Polish "Strawberry Fields"
China Glaze Nail Polish "Orange Marmelade"
Fimo Obst
Strasssteinchen

Montag, 15. Februar 2010

Sweet Thing

Eigentlich mag ich ja Lakritze gar nicht - sie schmeckt mir einfach nicht. Aber süß sehen diese Lakritze-Süßigkeiten trotzdem aus - Grund genug, ihnen eine Mani zu widmen. ;-)

Verwendet:
Essence Nail Polish "22 Fatal"
Lakritze Fimos

Sonntag, 14. Februar 2010

6. Die vertrauten Fremden

„Du kannst doch nicht einfach irgendein daher gelaufenes Mädchen auf gabeln und in unser Lager bringen!“ hörte ich eine Männerstimme schreien, die mich so auch unsanft aus meinem wirren Traum riss.
„Was hätte ich denn tun sollen?“ antworte eine andere Männerstimme aufgebracht.
„Sie dort liegen und sterben lassen? Da wären wir kaum besser als Alon und seine Dämonenbrut!“
„Hmpf.“ war das Einzige, was die andere Stimme antworte, offensichtlich fiel dem Besitzer selbiger kein gutes Gegenargument ein. Dann hörte ich eine Tür zuschlagen und danach kehrte Stille ein.
Ich entschied, dass es an der Zeit war meinem Retter wissen zu lassen, dass ich wach war.
Langsam öffnete ich die Augen und blinzelte. Ich sah alles nur sehr verschwommen und bemerkte erst jetzt, wie sehr mir der Kopf weh tat. Trotzdem versuchte ich, mich aufzusetzen.
„Ah!“ entfuhr es mir reflexartig und ich sah wie sich ein langsam klarer werdender Schatten mir zu wand.
„Schh!“ sagte der Schatten und ich erkannte die zweite Stimme.
„Überanstrenge dich nicht, du hast dir ziemlich stark den Kopf gestoßen!“
Nun, das erklärt meine Kopfschmerzen.
Ich wusste, dass er recht hatte, also gab ich nach und ließ mich in das Kissen zurück fallen, versuchte aber weiter mehr zu erkennen. Langsam verwandelte sich der Schatten in einen Menschen – genauer gesagt, einem Mann.
Nach kurzer Zeit glätte sich die letzte Unschärfe und ich sah endlich wieder normal, also ließ ich meinen Blick – soweit es ging – über meine Umgebung schweifen.
Es war ein einfacher Raum, der fast ausschließlich aus Holz gemacht worden zu sein schien. Sowohl der Boden, wie Decke und Wände als auch die karge Einrichtung, die nur aus einem Tisch und einem Stuhl bestand, wenn man von dem Bett, in dem ich lag, einmal ab sah.
Schließlich wand ich mich dem Fremden zu, der mich offensichtlich gerettet hatte und musterte ihn. Er hatte blondes, struppiges Haare und einen stoppeligen, kurzen Bart, der so wirkte, als hätte er sich nur seit ein paar Tagen nicht rasiert, als dass er wirklich gewollt war. Seine Haut war braungebrannt und ledrig. Seine ganze Erscheinung war die eines Jägers, eines Mannes der Wildnis – der von seinen Abenteuern gezeichnet war. Er musterte mich mit seinen blauen Augen ebenfalls und ich fragte mich spontan, was er wohl über mich dachte.
„Na, geht’s dir wieder so weit?“ fragte er mich schließlich.
„Mein Kopf tut ziemlich weh...“ gab ich ihm zur Antwort und merkte, wie blöd ich mich dabei anhörte.
„Das ist kein Wunder.“ sagte er erklärend. „Du bist ziemlich schwer gestürzt – aber du hattest Glück, es gab schon Leute, die sich bei einem Sturz von einem Pferd alle Knochen gebrochen haben...“
Mit alle Knochen brechen hab ich ja schon Erfahrung...
Aber er erinnerte mich an etwas – etwas, dass ich unbedingt wissen musste.
„Wo ist Hope?“ fragte ich panisch. Es wäre schrecklich, wenn ich ihn verloren hätte. Er war mir ein guter Freund – außerdem hätte ich mir niemals noch ein Pferd leisten können.
„Hope?“ fragte er zur Antwort.
„Mein Pferd!“ erwiderte ich ungeduldig.
Zu meinem Verdruss musste er herzhaft lachen. Ich fand diese Situation ganz und gar nicht lustig und machte ein finsteres Gesicht.
„Ein komischer Name für ein Pferd.“ sagte er als würde er meinen Gesichtsausdruck nicht bemerken.
„Aber keine Angst, ihm geht es gut – er ist unten in unseren Stallungen. Er wachte neben dir, als ich dich fand – zuerst dachte ich, es wäre ein herrenloses Pferd, aber dann sah ich dich am Waldboden liegen. Er muss dich ganz schön mögen, wenn er nicht abgehaut ist.“ erläuterte er immer noch grinsend.
Aber sein Spott war mir in dem Moment egal – Hope ging es gut und er war hier. Außerdem gab es noch etwas zu sagen, man solle mir nicht vorwerfen können, ich hätte meine Kinderstube vergessen.
„Danke.“ sagte ich und sah dem Fremden dabei tief in die Augen.
Ich machte mir keine Illusionen darüber, wie es mir ergangen wäre, hätte mich dieser Mann nicht gefunden. Ich wäre wohl am kalten Waldboden jämmerlich erfroren.
„Ihr habt mich gerettet.“ ergänze ich noch.
„Ach was.“ sagte er abwinkend. „Ich habe nur das Selbstverständliche getan.“
„Dein Freund schien das nicht so zu sehen.“ antwortete ich ihm, bereute aber meine Worte gleich wieder. Wie konnte ich nur so unhöflich sein?
„Du hast gehört was Rupert gesagt hat, was?“ fragte er frustriert.
„Das darfst du ihm nicht übel nehmen – es sind schlimme Zeiten und er hat – wie wir alle - einiges durchmachen müssen,“ .- an dieser Stelle nahm sein Gesicht einen sehr traurigen Ausdruck an - „deswegen ist er etwas misstrauisch, aber er meint es nicht so – glaub mir.“ erläuterte er.
„Einiges durchmachen?“ fragte ich reflexartig. Ich wusste, dass sich die Frage nicht gehörte, aber die Neugierde brannte in mir und sie war schneller über meine Lippen entflohen, als ich genau drüber nachdenken konnte.
Ich erwartete nicht, dass er mir drauf antworten würde – aber zu meiner Überraschung tat er es.
„Wir haben alle auf sehr grausame Weise jemanden verloren, an dem uns viel lag.“ begann er und ich spürte seinen Schmerz in jedem Wort mitschwingen.
„Rupert verlor seine Frau und sein ungeborenes Kind. Er war auf der Jagd, als sie kamen und sie mitnahmen. In seinem Dorf hatte niemand etwas getan um die Bastarde“ - seine Wut und seine Abscheu klangen in jedem Ton des Wortes mit - „dran zu hindern und er hat daraufhin mit ihnen gebrochen.“
Seine Worte trafen mich wie eine eiskalte Faust – ich wusste, wovon er sprach. Rupert war das Gleiche widerfahren wie mir – auch in seinem Dorf waren schwangere Frauen entführt worden. Wie hatte ich nur glauben können, dass es nur unser Dorf traf? Wer würde sich ausgerechnet unseres aussuchen? Mir hätte von Anfang an klar sein müssen, dass es wohl mehrere – vielleicht sogar alle betraf!
„Und in meinem Fall“ - jetzt nahm sein Gesicht endgültig einen gequälten Ausdruck an - „war es meine Schwester. Sie war noch so jung und frisch verheiratet – nachdem unsere Eltern gestorben waren, war sie die einzige Familie, die ich noch hatte. Auch ich war auf der Jagd, als sie kamen. Ihr Mann war gestorben um sie zu beschützen und ich hätte das Selbe getan, wäre ich dort gewesen.“ erzählte er und gegen Ende brach seine Stimme fast.
Dann fasste er sich schließlich und sagte abschließend: „So oder so ähnlich sind die Geschichten aller hier im Lager. Uns allen hat dieser Dämon unsere Liebsten entrissen!“
Ich spürte die Wut, die in ihm brodelte. Und ich konnte sie besser verstehen, als er ahnte.
Dann schluckte ich und sah zu Boden, als ich zu erzählen begann: „In meinem Fall war es meine beste Freundin – ihr Mann hatte versucht, sie zu retten und sie haben ihn einfach ermordet. Daraufhin versuchte ich es und bin mit ihr in den Wald gelaufen. Aber wir sind gestürzt und so haben sie uns eingeholt. Ich will gar nicht wissen, was sie mit mir gemacht hätten, hätten sie mich nicht für tot gehalten...“
Die Erinnerung an jenen verfluchten Tag brannte in meiner Brust und ich spürte, wie mir eine Träne über die Wange lief.
Er legte mir eine Hand auf die Schulte und ich sah ihn an – sein Blick war liebevoll und mitfühlend.
„Du warst sehr mutig.“ sagte er schließlich. „Das du dich ihnen gestellt hast, obwohl du wusstest, was dir drohte.“
„Aber es war nicht genug...“ schluchzte ich. Es dauerte ein wenig bis ich mich sammelte.
„Deswegen bin ich los gezogen um sie zu befreien!“ sagte ich schließlich entschlossen und erschrak, als er wieder einen furchtbar gequälten Gesichtsausdruck machte. Einen, den man machte, wenn man jemanden eine schlechte Nachricht überbringen musste. Mein Bauch zog sich zusammen und mir lief ein kalter Schauer über den Rücken, der mir eine schlimme Vorahnung verriet.
Er schien nach den richtigen Worten zu suchen, gab es dann jedoch auf und sagte es direkt: „Er hat sie alle getötet.“
Es fühlte sich an, als wäre ich in eiskaltes Wasser getaucht worden und als ob mein Leben langsam aus mir heraus floss.
„Auch wir hatten uns aufgemacht um unsere Liebsten zu befreien, aber dann fanden wir dieses furchtbaren Ort... es sah aus wie ein Schlachtfeld. Er hatte sich nicht einmal die Arbeit gemacht ihre Leichen zu begraben – es waren tausende Frauen und Babies. Es war furchtbar...“ sagte er und sein Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel an der Schrecklichkeit dieses Anblicks zu. Und trotzdem konnte ich es nicht glauben – ich wollte es nicht glauben!
„NEIN!“ schrie ich. „Das kann nicht wahr sein – das darf einfach nicht war sein!“
Ich sprang aus dem Bett auf und ignorierte den dröhnenden Schmerz und den Schwindel, der mich überkam.
„Wo soll diesen Feld sein?“ fuhr ich ihn an und vergaß ganz, dass ich ihm eigentlich für meine Rettung dankbar sein sollte.
„Ein paar Meilen südlich von hier...“ sagte er und schüttelte den Kopf.
Aber ich achtete nicht mehr drauf und rannte aus dem Zimmer und fand mich in einem Lager mitten im Wald wieder. Genau gegenüber waren die Stallungen und ich entdeckte Hope. Sofort lief ich auf ihn zu und bemerkte, dass auch er mich gesehen hatte. In Windeseile hatte ich ihn losgebunden und mich auf ihn geschwungen. Im nächsten Augenblick ritt ich schon südlich aus dem Lager und spürte, wie mir schockierte Blicke folgten. Aber das war mir egal – ich musste diesen Ort sehen – ich musste mich selbst davon überzeugen, das Sophi nicht unter ihnen war. Es konnte nicht sein – es durfte nicht sein. Sie musste am Leben sein!

Sonntag, 7. Februar 2010

Blumenwiese

Die Inspiration für meine heutige Mani ist unschwer zu erkennen: Eine frühlingshafte Wiese mit lauter blühenden Blumen. Hoffentlich nimmt sich Mutter Natur bald Beispiel an meinen Nägeln!

Verwendel:
OPI Nail Polish "Keep off the Grass!"
Blumensticker "ST02"

Chinda goes Twitter

So, jetzt hab ich es doch getan - ich hab mir einen Twitter-Account gemacht. o.o

Der Hauptgrund dafür ist, weil ich furchtbar neugierig bin und immer gerne schon vorher wissen möchte, was es von Essence, Alverde und Co so Neues geben wird. Und auf Mails bekommt man meist keine oder eine ungenauere Auskunft. Aber mal sehen, wie es sich entwickelt. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ihr mir in die Hölle... ich meine, auf Twitter folgen würdet. ;-D

Samstag, 6. Februar 2010

Frühling aus dem Kühlregal

Draußen ist es zwar noch kalt und voller matschigen Schnee, aber trotzdem bereitet sich die Welt auf den kommenden Frühling vor. Und so haben so machen Hersteller von Milcherzeugnissen schon Frühlings-LEs auf den Markt gebracht. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und musste sie testen.

Landliebe Sahne Pudding Frühlingsgenuss "Kokos-Mandel" und "Mohn-Marzipan" - Nun, also eigentlich hören sie die Sorten meiner Meinung nach nicht wirklich nach Frühling an. Aber neugierig war ich trotzdem. Als Erstes hab ich die Kokos-Mandel-Sorte getestet - beim öffnen kam mir gleich der starke Geruch von Kokos entgegen und so ging es auch weiter. Geschmeckt hat er nach Kokosbusserln und es waren auch Kokosflocken waren auch drin. Mandel hab ich aber nicht rausgeschmeckt. Die Mohn-Marzipan-Sorte hat Mohnkörner drinnen und das ist auch schon das einzige, was sie von normalen Milchpudding unterscheidet. Marzipan muss man schon mit der Lupe suchen. Meine bessere Hälfte hat aber gemeint, ein ganz leichter Nachgeschmack von Marzipan wäre da.

Zott Sahne Jogurt Saisongenuss "Erdbeer Panna Cotta" und "Heidelbeer Panna Cotta" - Nicht neu das Jahr, die gab es letztes Jahr schon. Und auch da hab ich sie schon geliebt - sie sind einfach unglaublich lecker! Mein Favorit ist die Erdbeere-Version, aber wie gesagt, es sind beide toll. Die Frucht zusammen mit einer unglaublich leckeren Panna-Cotta-Note. Dementsprechen habe ich mich sehr gefreut, dass es sie dieses Jahr wieder gibt!

Freitag, 5. Februar 2010

Into my Heart

Ja, jetzt hab ich doch eine pastellige Mani gemacht. Aber die Herzchen waren einfach zu verfürersich.

Verwendet:
Claire's "No-Name"
No-Name "Be my Love" Sticker
Rosa Herzpailetten

Dienstag, 2. Februar 2010

Flower Power

Ganz ehrlich - ich hab die Kälte satt. In meinen Gedanken bin ich schon im Sommer am Pool mit einem Cocktail in der einen und einem guten Buch in der anderen Hand. Bis es so weit ist muss ich mir mit sommerlichen Manis helfen.

Verwendet:
China Glaze Nail Polish "Orange Marmelade"
China Glaze Nail Polish "Strawberry Fields"
Essence "Show your feets" Nail Sticker

5. Eine gefährliche Reise

Langsam ging ich den langen Gang entlang und ich spürte die wachsende Erschöpfung mit jedem Schritt. Das Atmen fiel mir schwer, die Luft war stickig, aber eiskalt. Dampfende Wölkchen stiegen aus meinem Mund empor und vernebelten das Wenige, was ich vor mir erkennen konnte. Die vereinzelten Fackeln an den steinernen, eisverkrusteten Wänden erhellten die Umgebung nur dürftig und ich konnte weder Anfang noch Ende dieses Ganges auch nur erahnen.
Es kam mir wie Stunden vor, bis ich vor mir endlich einen leichten Lichtschimmer sah, der das Ende des Ganges markierte. Umso näher ich diesem Licht kam, umso deutlicher erkannte ich, dass dort eine Gestalt stand. Und plötzlich vernahm ich ein Wimmern, dass sich langsam in Laute und dann in Wörter verwandelte.
„A… Aya…“ flüsterte die seltsame Stimme und ich wusste instinktiv, dass sie der Gestalt vor mir gehörte.
„Aya…“ wiederholte die Stimme und diesmal konnte ich sie gut genug hören um sie zu erkennen.
„Sophie!“ schrie ich aus tiefster Seele und Freude durchströmte meinen Körper.
Obwohl mein ganzer Körper schmerzte begann ich sofort zu laufen. Ich ignorierte den Schmerz – nein, ich vergaß ihn schlagartig. Endlich, endlich hatte ich sie gefunden!
Mir liefen Freudentränen über die Wange und ich breite die Arme aus um Sophie endlich wieder in selbige zu schließen. Doch umso näher ich ihr kam, umso mehr merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Ihr Körper wirkte sonderbar…
Abrupt blieb ich stehen, als ich den Grund dafür bemerkte und riss meine Augen entsetzt auf, während mein Körper zu zittern anfing. Sophie stand da nicht – nein, sie hängte – sie baumelte von der Decke des Ganges! Ihre Augen waren entsetzlich verdreht und aus unzähligen Wunden an ihrem Körper floss Blut, das an einigen Stellen schon geronnen war. Die Male, die das Seil an ihrem Hals verursachte waren bereits blau und aus ihrem Bauch schien etwas herausgerissen worden zu sein. Ich wollte nicht einmal drüber nachdenken, was das gewesen sein könnte. Um mich herum begann sich alles zu drehen…

Plötzlich fühlte ich einen unangenehmen Stich in meinem Rücken und schlug reflexartig die Augen auf. Mein Kopf fühlte sich an als wäre Hope – so hatte ich mein Pferd getauft – über ihn darüber getrampelt. Aber ich wusste, dass er das nicht tun würde – er uns verband schon eine Art Freundschaft, denn wir waren in den vergangenen Tagen wirklich zusammen gewachsen.
Ich setze mich auf und schmeckte im meinem Mund den bitteren Nachgeschmack des Alptraums. Es war nicht der erste dieser Art gewesen, den ich hatte seitdem Sophie verschwunden war, aber einer der heftigsten.
Ich schaute mich in der kleinen Nische, die mein Nachtlager gewesen war, um. Ich hatte Glück gehabt, sie in dieser Steinwand entdeckt zu haben. Die Tage davor hatte ich unter freiem Himmel schlafen müssen, da war es trotz der dicken Decke und einem Feuerchen bitter kalt und ich merkte, wie mein Hals zu schmerzen begann. Und das war leider nicht nur ein Nebeneffekt meines trockenen Mundes gewesen.
In der kleinen Höhle waren wir – natürlich hatte ich Hope nicht draußen schlafen lassen – es wärmer gehabt. Aber leider auch steiniger und ich warf einen Blick auf den Missetäter, der mir im Schlaf in den Rücken gestochen hatte. Ein kleines Steinchen war es, das sich offenbar zwischen meinen Rippen wohngefühlt hatte. Schließlich stand ich auf und durchquerte mit drei Schritten die Nische, vorbei an den ausglühenden Kohlestücken, die am Abend zuvor noch ein brennendes Lagerfeuer waren und hin zu meiner Wasserflasche. Ich nahm ein paar Schlucke des eiskalten Wassers und obwohl ich wusste, dass die Kälte nicht gut für meinen Hals war, genoss ich das kühle Nass doch.
Dann suchte ich mir in meiner Tasche ein bisschen Brot und ein paar Nüsse zum Frühstück zusammen. Viel war es nicht – meine Vorräte gingen langsam zur Neige, war ich doch schon fast eine Woche unterwegs. Gott sei Dank war ich immer wieder auf Flüsse getroffen, die nicht zugefroren waren, so hatte ich zumindest genug Trinkwasser. Aber Essen war um diese Jahreszeit rar gesät. Gerade ein paar Nüsse – die wohl ein paar Eichhörnchen gehört hatten - konnte ich finden, aber das war alles. Wäre ich im Sommer gereist, so hätte ich sicher einige Beeren entdecken können, aber es half nichts, sich drüber zu grämen.
Danach kämmte ich meine Haare notdürftig mit den Fingern durch und wünschte mir einmal mehr, dass ich endlich wieder einmal ein Bad nehmen konnte. Aber das konnte ich mir schlicht nicht leisten. Ich hatte nur noch ein paar Münzen, nachdem ich die Kette für Hope eingetauscht hatte und die musste ich mir für Essen aufsparen. Es würde mir nichts nutzen – heute musste ich in einem Dorf halt machen und mir ein paar nahrhafte Sachen erwerben, auch wenn ich nicht mehr weit von meinem Ziel entfernt war.
Am Abend zuvor hatte ich, wie auch die zuvor, meine Karte studiert um meine Route für den nächsten Tag zu planen. Bis jetzt hatte ich mich auf den Straßen gehalten, die um die Dörfer herum führten – ich wollte nicht unbedingt anderen Menschen begegnen, war ich doch auf einer Mission gegen den Kaiser und damit eigentlich eine Schwerverbrecherin. Nur einmal hatte ich ein Dorf durchquert und die Menschen dort waren kaum freundlicher gewesen wie in Sozia. Und das Wort Gastfreundschaft schienen sie nicht zu kennen.
Eher beäugelten sie mich misstrauisch, als könnte ich ihnen die Pest bringen. Ein weiter Grund, besser einen Bogen um Dörfer zu machen. Aber nun ließ es sich nicht vermeiden und ich packte schnell alle meine Sachen zusammen und sattelte Hope. Nachdem ich die Reste der Glut vollendens gelöscht hatte, stieg ich auf und ließ mein Nachtlager hinter mir.
Langsam trabten wir in Richtung des Weges und wanden uns schließlich südwärts. Die Sonne schien mir sanft auf meine linke Seite und wärmte mich. Umso südlicher mein Weg mich führte, umso kräftiger wurde sie. Auch wenn sie es nicht schaffte, sie Kälte des Winters ganz zu vertreiben, so fühlte ich doch, dass die kalte Jahreszeit hier deutlich milder war. Ich merkte auch, wie sie die Vegetation änderte. Zwar waren die meisten Bäume kahl, doch auch so blieb es mir nicht verborgen, dass es sich um ganz andere Arten handelte, als die, die ich kannte. Ich fragte mich, wie wenig ich wohl von der Welt kannte und was es dort draußen noch alles gab.
Es war kurz nach Mittag als ich hinter mir plötzlich das leise Klappern von Hufen hörte, die nicht Hope gehörten und dieses Geräusch holte mich aus meinen Gedanken. Während meiner ganzen Reise war ich nur einmal einem anderen Reisenden begegnet – einem alten Händler. Dieser war der freundlichste Mensch, den ich getroffen hatte, seitdem ich mein Dorf verlassen hatte. Ich ritt ein Stück neben ihm und er erzählte mir von seinen vielen Reisen und Abenteuern, die er erlebt hatte. Es war ein wenig so wie ein Großvater – einen, den ich nie hatte, denn meine Großeltern waren lang vor meiner Geburt während des großen Brandes gestorben. Schließlich lud er mich sogar zum Mittagessen ein, bevor sich unsere Wege an einer Gabelung trennten. Aber das war schon einige Tage her und so drehte ich mich neugierig um, damit ich sehen konnte, wer da von hinten auf mich zu kam.
Aber etwas machte mich stutzig. Das Klappern klang nach vielen Pferden – aber das war nicht der eigentliche Grund, der mich beunruhigte. Nein, der war es, dass die Pferde offensichtlich galoppierten. Langsam konnte ich einen Reiter in der Ferne erkennen und dann noch ein paar weitere. Im nächsten Moment fühlte es sich an, als ob mir das Blut in den Adern gefrieren würde und es dauert ein paar wertvolle Sekunden, eher ich mich wieder in meine eigentliche Richtung drehen konnte und Hope die Sporen gab, so dass auch er in den Galopp überging.
Die schwarzen Reiter des Kaisers!
Es fühlte sich an, als ob mir die Kehle abgeschnürt wurde und ich trieb Hope immer mehr an. Staub wurde aufgewirbelt und ein ungnädiger Wind presste sich mir entgegen. Ich hatte keine Ahnung, ob sie mich gesehen hatten, aber ich wagte es auch nicht, mich umzudrehen und zu vergewissern.
Und so preschten wir immer weiter vorwärts. Ich schaute weder links noch rechts und nahm noch nicht einmal die Abzweigungen wahr, die an uns vorüber zogen. Ich wollte nur weg – weg von den dunklen Rittern und den schmerzhaften Erinnerungen, mit denen ich sie verband. Ich wollte mir auch noch nicht ausmalen, was sie mit mir tun würden, wenn sie heraus finden würden, dass ich überlebt hatte.
Schließlich kam mir die Idee, direkt in den Wald hinein zu reiten, um meine Spur zu verwischen. Genau das tat ich dann auch und wir galoppierten in Todesangst weiter. Hope wusste natürlich nicht, wieso ich solche Angst hatte, aber er spürte, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war und gab sein Bestes.
Plötzlich jedoch spürte ich einen starken Ruck und im nächsten Augenblick flog ich. Mit einem dumpfen Geräusch kam ich auf und bevor mir schwarz vor den Augen wurde, hatte ich den Geruch von Waldboden in der Nase und das unangenehme Gefühl von Déjà-vu breitete sich in mir aus.