Dienstag, 30. Juni 2009

Toast mit Spiegelei

Diesen Leckerbissen hab ich das erste Mal in einem Cafe gegessen und danach hab ich mir gedacht: Das bringt's du doch auch selber zusammen - gesagt, getan.

Zutaten für 4 Personen:
8 Scheiben Toastbrot
4 Scheiben Toastkäse
4 Scheiben Toastschinken
4 Eier
Paprikagewürz
Sauce Tartar
Etwas Schnittlauch

Zubereitung:
Eine Toastscheibe mit Käse und Schinken belegen, ein weitere Toastscheibe drauflegen und für ein paar Minuten toasten, bis das Toastbrot braun wird. Spiegelei herausbraten und auf den Toast legen. Mit Schnittlach bestreuen und mit Sauce Tartar servieren.

Guten Appetit!

Treasure of the Deep

Ich habe heute wieder gefrankt. Leider ist er nicht so geworden, wie ich wollte. :-(
Aber er ist trotzdem recht hübsch und deswegen zeig ich euch "S2 Treasure of the deep".
Auf dem Foto ist er euch deutlich blauer als in Echt. Er ist ein dunkles, schmutziges Blaulila mit blauem und ein bisschen silber Schimmer.

Montag, 29. Juni 2009

Gleiche Firma, gleicher Name... gleicher Lack?

Nicht immer. Vor allem, wenn die zwei aus verschiedenen Ländern kommen. Hier möchte ich euch die "Red Comet" von Maybelline vorstellen. Beide von der "Express Finish" Linie. Und doch trotzdem nicht der gleiche Lack.

Schon in der Flasche oder besser gesagt in den Flaschen kann man sehen, dass sie nicht genau gleich sind. Der Unterschied ist, dass der deutsche wesentlich feinere Partikeln hat während der amerikanische eher in Richtung Glitterlack geht.

Auf den Swatches sieht man es noch besser. Sie sind sich zwar sehr ähnlich, aber definitiv nicht gleich. Das hier sind übrigens 3 Schichten - ohne Überlack, den man aber unbedingt verwenden sollte, da sie sonst zu 'rau' sind.

Fazit: Andere Länder, andere Lacke. Selbst wenn sie gleich heißen. Obwohl die Farbnummern ja anders sind, der US ist "180" - der D ist "312".
Nichts destotrotz sind beide toll, halten super, trocknen sehr schnell und ich kann sie wirklich nur empfehlen. ;-)

Ich HASSE Pumps!

Zuminderst meine. Gut, vielleicht sollte ich erstmal erzählen, wie ich dazu gekommen bin. Nun, mein Freund hatte heute Bachelor-Sponsion und da musste ich im Kostüm + Pumps hingehen.
Erstmal sind Pflastersteine und 'Gitter' - die mir schon mehr als ein Paar Pumps ruiniert haben - in Wien Alltag. Echt toll. Zweitens geh ich so selten in welchen, dass ich es nicht wirklich kann. Nein, ich bin nicht umgekippt - Gott sei Dank, ein Bänderriss reicht. Und drittens - sind das eher 'Sitzschuhe'. Oder tödliche Fallen. Wie man mag.
Schön anzusehen sind sie nämlich schon, das stimmt. Und man sieht drin auch wirklich gut aus. Jaja, das gute alte "Wer schön sein will, muss leiden." ...und ich leide. Definitiv.
Kurz gesagt: Ich habe jetzt Blasen. Weil ich den Anti-Blasen-Stift nicht weit genug rauf geschmiert hab - wo er war, sind keine, aber trotzdem tun mir die Füße als Ganzes weh.
Wie gesagt, ich hasse Pumps... Naja, nicht wirklich, sie sind schließlich schön. ;-)

Freitag, 26. Juni 2009

Essence "Into the Ocean" LE Sparkling & Moisturizing Body Gel

In der neuen Essence LE "Into the Ocean" gibt es ein Body Gel, welches ich natürlich haben musste. Und ich möchte euch natürlich nicht vorenthalten, wie es ist. ;-)
Mein Test: Das Erste, was mir auffiel war der Geruch. Der ist nämlich echt toll! Ich könnte die ganze Zeit daran schnuppern. Ich kann ihn nicht beschreiben, aber er ist toll. *-*
Dann habe ich das Gel auf meinen Armen verteilt. Es fühlt sich angenehm an - es klebt nicht und zieht sehr schnell ein. Die Pflegewirkung ist auch ok - nicht überragend, aber für den Sommer sicher ausreichend. Auch den auf der Packung angegebenen Kühlungseffekt hab ich gemerkt, allerdings nur ein paar Sekunden. Naja, den brauch ich auch nicht wirklich. Das Einzige, das mich stört, ist, dass es mir zu sehr glitzert. Aber ok, das hab ich geahnt. Es heißt ja auch "Sparkling" und nicht "Shimmer".

Fazit: Durchaus empfehlenswert. Ich würde es wegen dem Glitzer aber nur gezielt und nie All-Over einsetzen oder mit einer Body Lotion strecken.

Silber... und doch nicht!

So, nachdem ich gelesen habe das der Essence "Open Water Dive" Nagellack aus der Into the Ocean LE nicht deckt (was ich auch schon befürchtet hatte, aber ich wollte ihn haben), musste ich mir etwas einfallen lassen. Die entscheidende Idee kam mir kurz nachdem ich ein Bild gesehen hatte, wo er über schwarz aufgetragen war.
Ich habe ihn über einer Schicht Silber (p2, "Glamour") aufgetragen und finde das Ergebnis toll. Leider hab ich immer noch 3 Schichten von dem Essence-Lack gebraucht und auf dem Foto kommt das blau-grün nur am Daumen raus. Mir gefällt's aber. Und es ist so schön metalisch. *-*

Donnerstag, 25. Juni 2009

Catrice "Haute Couleur" Make-Up Fixing Spray

Von Catrice gibt es im Zuge der Juli-LE "Haute Colour" ein Make-Up Fixing Spray. Und ich muss solche neuen Sachen immer gleich testen. Gesagt, getan.
Anwendung: Wie gewohnt schminken und dann das Spray in 30cm Entfernung zum Gesicht aufsprühen. Augen dabei geschlossen halten.

Mein Test: Also erstens kommt da kein gleichmäßiger Nebel aus der Dose, sondern entweder so viel das das ganze Gesicht nass wäre oder so große Tröpfchen, dass man von Regen als von Nebel sprechen sollte. Zweitens stinkt es wie Haarspray und es fühlt sich auch fast so an. Ziemlich unangenehm. Was ich aber am schlimmsten fand, war die Tatsache, dass wenn man die Augen aufmacht, sehr leicht etwas davon in die Augen bekommt und das brennt dann wie die Hölle.
Und als wäre das alles nicht genug, hat es auch nicht wirklich einen Effekt erzieht - mein Make-Up hielt kein bisschen länger als sonst.

Fazit: Mädels, lasst die Finger davon. Rausgeschissenes Geld!

Dienstag, 23. Juni 2009

"Not Innocent!" Collection

Ich hab mal wieder gefrankt. :-D

VLNR Hey, Chicken!, Gime Lime!, Coral to go!

Montag, 22. Juni 2009

Nagellacke von s-he

Wir Österreicher haben ja leider oft nur ein abgespecktes Sortiment oder bekommen Sachen erst gar nicht. Manchmal auch erst sehr viel später. Dafür gibt es aber auch bei uns einige "Schätzchen". Eines davon ist mit Sicherheit das Nagellack-Sortiment von s-he, einer Ö-DM-Eigenmarke.
Leider ist es nur ein Handy-Cam-Bild, aber man erkennt die Farben trotzdem recht gut, wie ich finde. Ein ziemlich großes Sortiment an Lacken für eine einfache Drogerie-Marke, oder?

Griechischer Salat

Etwas für die heißen Tage oder auch perfekt zum Gegrillten: Griechischer Salat!
Ich habe schon viele Komplimente für mein Rezept bekommen - das liegt an meinem Geheimtrick: Das Wasser der Oliven für die Marinade zu verwenden. ;-)

Zutaten für 4 Personen:
3 Tomaten
1 kleine Salatgurke
1 Paprika
1 Zwiebel
150g Oliven (In Wasser eingelegt!)
200g Schafskäse
Oregano
Essig, Öl
Salz, Zucker

Zubereitung:
Zuerst die Tomaten, den Paprika und die Gurke klein schneiden und die Zwiebeln hacken. Dann den Schafskäse würfeln und mit dem Gemüse und den Oliven vermischen.
Das Wasser der Oliven mit etwas Zucker, Salz, Essig und Öl vermischen. Nach Geschmack Oregano hinzufügen.
Die Marinade über den Salat geben und gut durchmischen. Etwas im Kühlschrank ziehen lassen.
Mit Weißbrot servieren.

Guten Appetit!

Miau

Ich liebe Katzen!
Sie sind meine Lieblingstiere... so anmutig und geheimnisvoll, aber doch auch lustig und sie wissen wie man so richtig die Seele baumeln lässt. ^-^

Bevor ich von daheim ausgezogen bin, hatte ich auch drei Katzen (unsere Familienkatzen), die ich euch hier vorstellen will.

Tommy, der Chaoskater - mit was für Verletzungen der schon Heim kam... und dann einen auf Charmeur machen. *tztz* :-D

Pünktchen, die freche Schmusserin - passt man eine Sekunde nicht auf, sitzt sie einem schon auf der Schoss. ;-)

Mama Katze, die schüchterne... solang man sie nicht kennt, dann ist sie nämlich die Frechste von allen. *lach*

Nachdem meine Mutter gestorben ist, mussten wir leider bzw. sind gerade dabei, einen anderen Platz für sie zu finden.
Und in meiner kleinen Wohnung ist leider kein Platz für eine Katze (außerdem nicht wirklich erlaubt) - vor allem wo sie doch die freie Natur gewöhnt sind... ich vermisse sie wirklich sehr. ._.

Autumn Preview

Gerade erst war Sommeranfang... und ich rede schon vom Herbst. Es ist wirklich schlimm! *lach*
Aber wenn ich heute so aus dem Fenster schau... dann ist es doch gar nicht so abwegig und die Ankündigungen für die Herbst-LEs häufen sich auch schon. :-)

Darum hab ich mir schon mal meine Must-Haves für die nächste Jahreszeit zusammengesucht... Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. ;-)


Matt: Vor allem beim Nagellack, aber nicht nur. Schließlich soll ja alles zusammen passen. ;-)

Schwarz: Black is back. Und ich bin Feuer und Flamme. Schwarz kann frau ja schließlich nie genug haben... weder im Kleiderschrank noch im Schminktascherl. ;-D

Strick: Ich finde zwar auch im Sommer Häckel-Teile toll, hab ich mir doch unlängst ein Sommer-Häckel-Kleid gekauft. Aber in den kühlen Jahreszeiten ist es natürlich noch schöner (und mit ein bissi Kreativität macht sich das Kleid sicher auch im Herbst gut).

Nude: Immer schön, aber im Herbst mag ich es am liebsten. Vor allem in Kombination mit gedeckten Tönen.

Beernen-Töne: Ach, ich kann mir nicht helfen. Sie sind das Erste, was ich auspacke, wenns kühler wird. :-D

Und was sind euer Herbst-Must-Haves? Oder verdrängt ihr den Herbst und genießt erstmal den Sommer? *lach*

Sonntag, 21. Juni 2009

Basteln

Ich bastle ab und zu gerne - das habe ich von meiner Mutter, die hat das auch geliebt.
Und nun möchte ich euch gerne ein paar Sachen zeigen, die ich selbst gemacht habe. :-)

Diese Tasche ist eines meiner Herzstücke. Ok, sie ist natürlich nicht ganz selbst gemacht - ich habe 'nur' die Blumen und Blütenblätter aufgenäht und den Schriftzug aufgestickt. Aber das war trotzdem ziemlich viel Arbeit!

Oh, ich liebe diese Ohren. Genau das Richtige für Gothic-Catgirls. *-*

Ein Kissen im Vinatge-Look. An dem Stoff konnte ich einfach nicht vorbei gehen. ^^"

Schwarzbrottoast

So, mein erstes Rezept. Wie gesagt, ich bin eine faule Köchin, deswegen sind meine Rezepte eigentlich alle sehr einfach. Außerdem mag ich nicht so viele verschiedene Sachen dafür kaufen müssen, denn oft bleibt etwas über und in einem 1-Personen-Haushalt wird einem das sehr leicht hin! Trotzdem bin ich ein Schleckermäulchen und esse gerne gut. Gar nicht so einfach, das alles unter einem Hut zu bekommen. ;-D

Zutaten für 4 Personen:
4 Scheiben Schwarzbrot
4 Scheiben Gouda
2 Tomaten
1/4 Zwiebel
Paprikagewürz
Ketschup und/oder Grillsauce

Zubereitung:
Das Schwarzbrot mit Tomaten belegen und gehackte Zwiebeln darüber streuen. Dann Gouda drauf legen. Mit Paprikagewürz bestreuen und toasten bis der Käse geschmolzen ist.
Mit Ketschup und/oder Grillsauce servieren.

Guten Appetit!

Warrior Cats

Nun möchte ich euch eines meiner Lieblingsbücher vorstellen.
Eigentlich ist es ja nicht nur ein Buch, sondern ein Zyklus, von dem bereits drei Bände auf deutsch erschienen sind und die nächsten zwei im August herauskommen. Außerdem sind drei Manga zu der Serie bei uns erhältlich.

Die Rede ist von Warrior Cats. Ich weiß, ich weiß, eigentlich ist es für Kinder geschrieben, aber es ist für Erwachsene genauso schön zu lesen. Vor allem, wenn man Katzen mag.


Nun aber zum Inhalt.
Der Hauskater Sammy schließt sich einem der wilden Katzenclans, dem DonnerClan, an und heißt fortan Feuerpfote. Zusammen mit seinem besten Freund Graustreif wird er zum Krieger ausgebildet und die zwei müssen einige Abendheuer bestehen. Das Leben in der Wildnis ist hart - denn nicht nur von außerhalb droht dem Clan Gefahr, sondern auch von Innen...

Ich kann die Bücher wirklich nur vorbehaltslos empfehlen - sie haben mich so mitgerissen, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, bis ich alle drei (und die Mangas) gelesen hatte und freue mich schon auf August!

Weitere Infos hier.

Meine Manga-Sammlung

Ich sammle jetzt schon seit vielen Jahren Mangas... da hat sich so einiges zusammengesammelt, wie ihr sehen könnt... :-D

Ebelin: Magic Summer Nagellackentferner

Eine Begleiterscheinung der Nagellacksucht ist ein größerer Verbrauch von Nagellackentferner. :-D
So bin ich also heute zum DM um mir einen neuen zu kaufen und da hab ich etwas neues entdeckt: Ebelin "Magic Summer" Nagellackentferner mit Kirschduft!

Freitag, 19. Juni 2009

Die Farben des Sommers...

...sind Lime, Aqua und Koralle! Beweise? Bitte schön. ;-)

Es grünt so grün...

Here comes the Sun...
Weit ist das Meer...
Na, überzeugt? :-D

Yummy, Yummy, Yummy!!!

Ich geb's zu - meist bin ich zu faul zum Kochen/Backen. Aber ab und zu geb ich mir dann doch mehr Mühe... schließlich esse ich gerne gut. :-D

Gegrillter Lachs mit einer Ofenkartoffel und Tomaten

Palatschinken mit Erdbeerfüllung

Weihnachten: Prinzessinen-Kekse, Ovomaltine-Sterne und Vanille-Kipferl

Franky Polish

Ich mische ab und zu selbst Nagellacke... und hier zeig ich euch meine Kreationen. :-D

Night Collection
VLNR Aurora, Nightshade, Mistress

Sweet Creams Collection
VLNR Grey Cat, Minty Me, Blue Baby

Sonderedition
Spooky Woods

Make-Up

Und hier meine liebsten Make-Ups. :-D
Bitte ignoriert meine Augenbrauen auf den älteren Fotos - sie waren grässlich. >.<

Der Klassiker... schwarzer Lidstrich und roter Lippenstift. Mein Favorit. :-D

Nude-Amu. Ich mag es echt gerne. :-)

Ein Gothic-MU. Damit bin ich zum Subway to Sally Konzert... manche meinen, ich sehe auf dem Foto gruslig aus... nicht wirklich, oder? :-D

Zu weit nach außen gezogen, aber sonst mag ich es ziemlich gerne. :-)

Regenbogen-Amu... das knallt einfach. :-D

Meine Parfum-Sammlung

Ich wurde schon öfter nach meiner Parfum-Sammlung gefragt... nun, hier ist sie. :-D

Und ja, es sind weit über 100. :-D

Nail Art

Hier möchte ich euch meine 5 liebsten Nagelstylings zeigen. :-)

Schwarz auf silber Holo gestampt... ach, ich liebe es. *-*

French Manicure mit zartem Glitzer... dezent, aber schön.

Halloween... spooky. :-D

Romantisch mit Rangen... leider etwas verwischt, aber ich mag es trotzdem. ;-)

Nfu-Oh... mehr muss ich wohl nicht sagen, oder? :-D

5. Der verhängnisvolle Unterricht

„Hört Ihr überhaupt zu?“ donnerte Dorothea und ich schreckte auf.
Eine Sekunde lang sah ich sie verwirrt an und dann hätte ich gehofft ‚Ja’ sagen zu können. Aber das wäre eine Lüge gewesen. Ich war mit meinen Gedanken ganz wo anders – um genau zu sein bei der vergangenen Nacht und ich stellte mir immer und immer wieder ein und dieselbe Frage:
Hatte sich das wirklich zugetragen und hatte ich das alles nur geträumt?
„Noch nie ist mir so eine solche Göre begegnet wie ihr es sein!“ tobte sie dann weiter als ich ihr nicht geantwortet hatte.
So ging es eigentlich schon den ganzen Vormittag – zuminderst den Teil des Vormittags, den ich mitbekommen hatte. Dazwischen – glaube ich – versuchte sie mich ‚ordentliches Gehen’ und ‚galante Bewegungen’ zu lehren.
Aber etwas an ihrem Verhalten hatte mich verwundert: Sie hatte nicht ein Wort über den vergangenen Abend verloren, obwohl mein Versuch Alon zu Küssen der größtmögliche Faupax überhaupt gewesen war.
„Jetzt reicht es mir aber!“ hörte ich Dorothea schimpfen und mir wurde bewusst, dass sie wohl irgendeine Reaktion von mir erwartet hatte. Offensichtlich wurmte es sie noch viel mehr, wenn ich sie ignorierte, als wenn ich frech zu ihr war – obwohl es nicht einmal meine Absicht gewesen war, sie zu ärgern. Ich konnte meine Gedanken schlichtweg nicht in der Gegenwart halten.
„Nehmt dieses Buch und legt es euch auf den Kopf! Und dann geht ihr 20-mal auf und ab - ohne dass es hinunter fällt… tut es das doch, könnt ihr gleich wieder zu vorne anfangen! Das sollte euch eine Lehre sein!“
So etwas musste ja früher oder später kommen… nun gut, vielleicht würde es mich von meinen Gedanken ablenken, die sich ohnehin nur im Kreis drehten.
Schwerfällig stand ich auf und nahm das Buch um es mir auf den Kopf zu legen. Ein Seitenblick zu Dorothea zeigte mir, dass sie nun offensichtlich zufriedenerer war. Ich seufzte. Wo war mein rebellisches Ich vom Vortag hin verschwunden? Möglicherweise hatte es diese Nacht vertrieben.
Nein, ich durfte nicht schon wieder dran denken. Ich musste mich konzentrieren, sonst würde ich den ganzen Tag hin und her laufen müssen. Und das in diesen hohen Schuhen. Mir schwante übles.
Da stand ich nun – mit Buch auf den Kopf und sah gerade aus. So schwer war es auch nicht.
Oder wäre es nicht gewesen, hätte mich jemand vor dem Ende des Teppichs – und den Anfang des Marmorbodens - gewarnt.
Zum Glück konnte ich noch verhindert, dass ich hin fiel. Aber das Buch flog – und zwar direkt auf Dorotheas Kopf, denn sie war neben mir gegangen um jeden meiner Schritte unter die Lupe nehmen zu können.
Ihr geschocktes Gesicht war einfach zu köstlich – ich musste mir auf die Lippen beißen um nicht zu lachen, aber ein Lächeln konnte ich nicht unterdrücken. Und im selben Moment wusste ich, dass sie mir das übel nehmen würde. Sehr übel.
„Ihr seit ein richtiges Biest!“ kreischte sie.
Sie war noch wütender als ich angenommen hatte und das war schon schlimm genug gewesen.
„Das Ihr es wagt mit Büchern nach mir zu werfen!“
Das hatte ich nicht erwartet. Das sie annehmen würde, ich hätte es mit Absicht gemacht. Aber anderseits war es auch wieder logisch – sie hatte auch angenommen, ich hätte sie absichtlich ignoriert.
Ich machte den Mund auf um etwas zu erwidern, aber ich sagte dann doch nichts. Was hätte es gebracht?
„Ihr freches Ding!!!“ polterte sie und ich sah, wie sie mit ihrem Arm ausholte.
„Was ist hier los?“ hörte ich eine tiefe Stimme durch den Raum hallen. Er hatte nicht geschrieen oder war nur irgendwie laut dabei geworden, aber sie klang so kalt und schneidend, dass sie nicht hätte gefährlicher wirken können.
Ich drehte mich erschrocken in die Richtung, aus der ich die Stimme vernommen hatte und sah Alon, der das Szenario kalt beobachtete. Und mit einem Mal waren alle meine Gedanken wieder bei der vergangen Nacht. Wie er in meinem Zimmer erschienen war… Wie er über mir kniete… Nein, es war nur ein Traum gewesen!
Dorothea hatte in ihrer Bewegung inne gehalten und sah ihn nun genauso geschockt an wie ich.
„Euer Hoheit…“ sagte sie dann demütig und ich wusste, was jetzt folgte. Sie würde ihm berichten, wie ich mit Büchern nach ihr geworfen hatte. Ihr Zorn machte mir nichts aus… aber seiner hingegen…
Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen.
„Was denkst du eigentlich, was du da gerade tun wolltest?“ fuhr er sie an und ihre Augen schienen aus ihren Höhlen zu treten, so weit hatte sie sie vor Schock aufgerissen. Ich fragte mich, ob ich ein viel besseres Bild gemacht hatte. Auch ich hatte alles erwartet, nur nicht das er ihr ins Wort fallen und sie – statt mich – anschreien würde.
„Euer Hoheit…“ setzte sie dann wieder an – aber ihre Stimme zitterte. Aber auch dieses Mal kam sie nicht weiter.
„Hatte ich dir nicht ausdrücklich verboten auch nur dran zu denken Hand an sie zu legen?!“
Jedes Wort kam ihm schärfer aus dem Mund als das vorige und mein Herz begann hysterisch zu klopfen, obwohl sich seine Wut nicht gegen mich richtete. Im Gegenteil – er verteidigte mich. Und es war ihm offensichtlich egal, was ich getan hatte um sie so zu provozieren.
„Euer… Euer Hoheit…“
Sie war sichtlich aufgelöst – so sehr, dass sie sogar stotterte. Aber ein winziger Teil in mir bewunderte sie dafür, dass sie überhaupt den Mund auf bekam – ich war längst zur Salzsäule erstarrt und beobachtete das Geschehen so still als wäre ich gar nicht hier.
„Genug!“ donnerte er. „Ich will kein Wort mehr von dir hören! Geh mir aus den Augen!“
Für eine Sekunde starrte sie ihn noch geschockt an und dann verbeugte sie sich kurz bevor sie mit eiligen Schritten – selbst jetzt lief sie nicht – floh.
Als sie durch die Tür und damit aus meinem Blickfeld verschwand, wand ich meinen Blick wieder Alon zu. Und wie ich mit Schrecken bemerkte sah er nun mich ansah – zum ersten Mal seit er hier aufgetaucht war.
Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, dass der Ausdruck in seinem Gesicht nun viel weicher war.
Er kam langsam auf mich zu und streckte seine Hand nach mir aus. Kurz bevor er mein Gesicht berührt hätte hielt er inne. Ein paar Sekunden schwebte seine Hand über meiner Wange und dann senkte er sie wieder und sah mich mit seinen dunklen Augen durchdringen an.
Es war als würde ich hypnotisiert werden – als wenn sein Blick mich verschlingen und ich in seinen Augen versinken würde. Ich weiß nicht wie lange wir so standen – es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Raum und Zeit schienen nicht mehr zu existieren.
„Bist du verletzt?“ fragte er mich dann und seine Stimme klang weich wie schwerer Samt. Vor allem im Kontrast zu der Schärfe, die sie hatte, als er mit Dorothea sprach.
Ich wollte antworten, doch sein Blick hielt mich so gefangen, dass ich kein Wort herausbrachte. Unmöglich konnte ich mich seiner entziehen. Es war, als wäre ich von einer unheimlichen Magie belegt worden, doch ich hatte keine Angst. Nein, ich genoss es.
„Bist du verletzt?“ fragte er noch mal und in seiner lag nun eindeutig Besorgnis.
Endlich schaffte ich es mich von seinen Augen los zu reißen und antwortete mit schwacher Stimme.
„Nein… es geht mir gut.“ stammelte ich während ich den Fußboden betrachtete. Im selben Moment fiel mir auf wie unhöflich es war weg zu sehen während ich mit ihm sprach – aber es wäre noch unhöflicher gewesen gar nicht zu antworten.
Aber seltsamerweise bemerkte er meine Faupax nicht - oder reagierte zuminderst nicht drauf.
„Gut.“ sagte er und seine Stimme wirkte deutlich erleichtert als er sich von mir abwand.
„Könntest du mir dann sagen was hier passiert ist?“ fragte er dann, als er mich wieder an sah und abermals hatte sich sein Blick verändert. Er wirkte distanziert und kalt.
„Ähm… also ich hätte mit dem Buch auf dem Kopf geradeaus gehen sollen… aber ich bin gestolpert und…“ stammelte ich während ich mich fragte, ob ich nun doch mit einer Bestrafung rechnen musste. Mein Magen zog sich wieder zusammen.
Er schüttelte den Kopf und dann grinste er, während der Schalk in seinen Augen brannte.
„Du bist wirklich ein kleiner Tollpatsch…“ sagte er mit einem spöttischen Unterton.
Mit einem Mal waren meine Angst und meine Unsicherheit verschwunden und ich zog reflexartig eine beleidigte Schnute. Im selben Moment fiel mir auf wie frech das gewesen war und die Angst wollte schon zurückkehren, aber er tadelte mich nicht. Nein, er lachte. Und irgendwie war das sogar noch schlimmer.
Röte schoss mir ins Gesicht und ich wendete es von ihm ab. Sein Lachen verstummte und im selben Moment stand er wieder vor mir. Er strich mir über die Wange und sah mich genauso seltsam an wie zuvor.
Dann grinste er wieder und sagte: „Die Röte steht dir – du sieht wirklich süß damit aus.“
Nun, eigentlich hätte das ein Kompliment sein können – wäre da nicht wieder dieser spöttische Unterton in seiner Stimme gewesen.
Und wieder zog ich eine Schnute – und wieder lachte er über mich. So lächerlich wie an jenem Tag hatte ich mich noch nie zuvor gemacht.
Als sein Lachen verstummte reichte er mir die Hand.
„Was hältst du von einem kleinen Spaziergang?“ fragte er schließlich.
Ich versuchte herauszufinden ob er sich wieder über mich lustig machte aber in seiner Stimme schwang nur Aufrichtigkeit mit.
„Dein Unterricht ist für heute so und so beendet…“ setzte er fort und seine Stimme klang dabei so eisig, dass es mich kurz fröstelte, auch wenn ich ahnte das sich dieser kalte Zorn gegen Dorothea richtete.
Langsam legte ich meine Hand in seine und sagte: „Ja, gerne.“
Er lächelte mich an und führte mich aus dem Zimmer.

4. Das unstillbare Verlangen

Ich kauerte am Boden meines steinernen Verlieses und meine Kleiden waren fast bis zur Unkenntlichkeit zerrissen. Schwere Eisenfesseln schlangen sich um meine Hand- und Fußgelenke, ja, sogar um meinen Hals und hielten mich am Boden. Die Wunden, mit denen ich übersäht war, schmerzten höllisch. Ich wippte hin und her und schluchzte leise. Wie konnte ich nur? Was hatte ich nur getan? Ich hatte alle verraten, aber am meisten mich selbst. Die Hölle würde mich erwarten, dessen war ich mich sicher. Es gab keinen Weg zurück.
Dann hörte ich Schritte – schwere Schritte – und sie kamen immer näher. Ich zitterte am ganzen Leib. Die Angst kroch mir vom Scheitel bis in den Zeh und schien mich zu verschlingen.
Dann hörte ich das Knarren einer alten Holztür und ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken. War dies mein Ende? Würde er mich jetzt töten? Ich hatte es verdient, dessen war ich mir bewusst. Ein schmerzloser Tod war sogar mehr, als ich verdient hatte.
Ich presste die Augen fest zusammen und wartete auf das Unausweichliche, aber es kam nicht. Vorsichtig öffnete ich meine Augen wieder und schaute auf den kalten Steinboden. Ich sah seine schweren Stiefel – er stand direkt vor mir, aber er tat nichts. Oder wollte er sich etwa noch an meiner Angst weiden? Mir einen Hoffnungsschimmer schenken, nur um ihn dann noch genüsslich zu zerschmettern? Ja, verdient hatte ich es.
Und nun wagte ich es und schaute auf – direkt in Alon’s dunkle, eiskalte Augen.

Ich schreckte auf und spürte den Schweiß auf meiner Stirn. Es dauerte ein paar Sekunden, bis mir bewusst wurde, dass ich geträumt hatte. Erleichtert und doch schwer keuchend fiel ich in mein Kissen zurück.
Dann starrte ich an die Decke des kostbar verzierten Himmelbettes, welche ich aber nur am Rande wahrnahm. Mit meinen Gedanken war ich wo ganz anders. Dabei hätte ich mir wirklich gewünscht, nicht denken zu müssen, sondern wieder einschlafen zu können. Aber dieses Mal wollte ich einen traumlosen Schlaf. Keinen Alptraum.
Wieder spielte sich der vergangene Abend vor meinem inneren Auge ab.
Was war nur in mich gefahren? Wie konnte ich so etwas nur tun? Wie konnte ich so etwas nur wollen?
Alon hatte meinen Vater, meine Anni - jeden den ich kannte und mir etwas bedeute – gnadenlos ermordet. Wie hatten ich das nur für eine Sekunde vergessen können?
Er war ein Monster. Mein Traum hatte mir das mehr als deutlich gezeigt.
Wie konnte ich mich also auf diese Weise zu ihm hingezogen fühlen? Wie konnte ich mich überhaupt zu ihm hingezogen fühlen? Ja… wie konnte ich nur? Und wo sollte das hin führen?
Möglicherweise war ich auch ein Monster. Ein verräterisches noch dazu.
Dann hörte ich ein Geräusch in der Dunkelheit. Eigentlich war es sehr leise, doch in der absoluten Stille dieser Finsternis kam es mir unendlich laut vor und ich schreckte zusammen. Ich konnte kaum etwas sehen, denn es war sehr dunkel in dem Zimmer. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich in dem ganze Palast noch kein einziges Fenster gesehen hatte und spontan fragte ich mich, wie ich überhaupt irgendetwas sehen konnte.
Nun hörte ich wieder dieses Geräusch und erkannte es schließlich.
Es das mich in meinem Alptraum verfolgt hatte – Alon’s Schritte. Ich erstarrte und plötzlich konnte ich ihn am Fuß des Bettes ausmachen und seine schwarzen Augen schienen mich zu durchbohren. Für eine Sekunde fragte ich mich, ob ich wieder eingeschlafen war – oder ob ich noch immer träumte. Möglicherweise war ich auch schon längst tot. Vielleicht hatte ich unser Schloss nie verlassen und lag genauso tot am Boden des Thronsaals wie mein Vater. Ein eiskalter Schauer lief mir bei dem Gedanken über den Rücken.
„Hast du Angst?“ fragte Alon mich und durchbrach damit sowohl die Stille als auch meine Gedanken.
Ich schaute ihn nur verwirrt an, seine Worte hatten mein Gehirn noch nicht erreicht.
Ob ich Angst hatte? Eigentlich eine nahe liegende Frage, aber trotzdem verwirrte sie mich noch mehr.
„Ne.. Nein…“ antwortete ich und wusste genau, wie dumm sich das anhörte, denn meine Stimme zitterte und brach sich. Aber es war die Wahrheit – ich war längst über den Punkt hinaus, an dem man Angst hatte. Ich sah direkt in den Abgrund.
Selbst in der Dunkelheit konnte ich den missbilligenden Ausdruck sehen, der sich auf seinem Gesicht breit machte.
Und im nächsten Augenblick kniete er über mir und presste meine Handgelenke in die schweren Kissen. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich ihn an.
„Lüg mich nicht an…“ zischte er und wirkte wahrlich wütend.
Ich schluckte, aber ich war unfähig nur ein einziges Wort zu sagen. Mein ganzer Körper war wie erstarrt – es fühlte sich an, als wäre ich aus Eis und seine Hände um meine Handgelenke wären das Feuer, dass mich verzerrt drohte. Eigens für mich aus der Hölle empor gestiegen um mich zu bestrafen für mein frevelhaftes Vergehen. Für meine verbotenen Gedanken, die sich für einen Augenblick nur darum gedreht hatten ihm einen Kuss zu stehlen.
Doch dieses Mal war es nicht ich, die meine Lippen gefährlich nah zu seinen bewegte – er kam immer näher.
Wie konnte das sein? Er war es doch, der diesen Kuss nicht wollte! Mein Körper war ihm schon bei unserer ersten Begegnung nicht gut genug gewesen. Nicht einmal dafür.
Wieder erschauerte ich und er erstarrte abrupt - sein Mund war nur noch Zentimeter von meinem entfernt.
Ich sah, wie er die Augen schloss und seinen Kopf schüttelte, während er seinen Oberkörper wieder aufrichtete. Aber er ließ meine Hände nicht los, in Gegenteil, mir kam es vor, er drückte sich ein wenig fester.
Als er seine Augen wieder öffnete, lag ein ironischer Ausdruck in ihnen und dann begann er hämisch zu lächeln.
„Willst du immer noch behaupten, du hast keine Angst?“ fragte er dann spöttisch.
„Dir ist in Wirklichkeit doch bewusst in was für einer Lage du dich befindest…“ setzte er dann nach.
Ja, das wusste ich. Nach meinem Alptraum war es wieder vollkommen in mein Bewusstsein gedrungen.
Ich nahm all meine Kraft zusammen und brach die Starre meines Körpers. Irgendwie schaffte ich es zu nicken.
Doch er sah es nicht, denn er hatte die Augen schon wieder geschlossen und für eine Sekunde fragte ich mich, ob er nun wirklich zu mir sprach oder mehr zu sich selbst.
„… ich könnte dich jederzeit töten… so zerbrechlich, so hilflos… bist du.“ sprach er dann in die finstere Stimme hinein – mit jedem Wort wurde seine Stimme leiser.
Dann sah er mich wieder an und ein Ausdruck, wie ich ihn noch nie in seinem Gesicht gesehen hatte, offenbarte sich mir. Er war voller Schmerz und doch sanft wie ein Blütenblatt - und für eine Sekunde wirkte er ebenso verletzlich. Zärtlich strich er mir mit einer Hand über die Wange.
Dann schloss er erneut die Augen und flüsterte – so leise, dass ich ihn selbst in der Stille – und so nah, wie er mir war - nicht verstehen konnte. Nur ein einziges Wort verstand ich: Zerbrechen.
Als er die Augen wieder aufschlug, war er wieder jeder Mann, den ich kennen gelernt hatte. Sein eiskalter Blick schien mich zu durchbohren und reflexartig hielt ich die Luft an – erschrocken davon, wie sehr er sich innerhalb von Sekunden verändern konnte.
Im nächsten Augenblick war er verschwunden und es dauerte ein paar Sekunden bis meine Augen ihn wieder am Fuß des Bettes ausmachten.
„Gute Nacht, Prinzessin.“ sagte er dann förmlich und im nächsten Moment war er ganz verschwunden. Ich hatte nicht einmal gesehen – oder gehört – wie die Tür sich bewegt hatte. Es war, als wäre genauso ins Nichts verschwunden, wie er aufgetaucht war.
Mein Gehirn begann langsam wieder zu arbeiten und versuchte den Sinn dessen, was sich gerade zugetragen hatte, zu ergründen. Ein Teil von mir fragte sich, ob ich alles nur wieder geträumt hatte – aber dafür hatte es sich viel zu real angefühlt. Es war fast so, als spürte ich immer noch seine Finger, die sich um meine Handgelenke schlangen.
Trotzdem wäre ein Traum immer noch die naheliegendste Erklärung für das. Wieso hätte er mich sonst beinahe geküsst? Wieso hätte er sich sonst Sorgen drum gemacht, wie zerbrechlich ich doch war? Aber war nicht alles, was hier geschehen war total unmöglich?
Wieso sollte er mich so behandeln… nachdem er mich doch eigentlich töten könnte? Was für einen Nutzen hatte ich schon für ihn? Oder wollte er meine Seele erst verderben, bevor er mir den Tod schenkte?
Wieder fragte ich mich, ob ich nicht schon tot war… möglicherweise prüfte mich der Himmel? Und ich war auf dem falschen Weg. Auf dem Weg in die Tiefen der Hölle.
Nur warum konnte ich dann all das nicht bereuen?
Ein ironisches Lächeln machte sich auf meinen Lippen breit.
Wieso setzte ich einen Schritt nach dem anderen in Richtung Verdammnis?
Ich schüttelte den Kopf über meine eigene Dummheit.
Wieso verzerrte sich mein Körper – meine Seele – immer mehr nach ihm?
Ich seufze.
Wieso?

3. Der einsame Ball

Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als schließlich die Tür aufschwang. So in Gedanken, wie ich war, hatte ich alles um mich herum vergessen.
Die in weiß gekleideten Dienerinnen (die noch immer nicht ein Wort gesprochen hatten), kannte ich nun schon. Aber sie wurden von einer weiteren Frau mittleren Alters begleitet. Ihre Haare waren zu einem strengen Knoten gebunden und der Ausschnitt ihres dunklen Kleides war hochgeschlossen. Die Gouvernante. Und zwar eine richtig gouvernantenhafte. Das konnte ja lustig werden.
Sie sah mich an und sofort wurde ihr Blick streng und tadelnd. Mir war auch sofort klar wie so. Ich saß bequem am Rand des Bettes. Also ganz und gar nicht wo oder wie ein Prinzessin sitzen sollte. Den berüchtigten ‚ersten Eindruck’ hatte ich also schon mal ins Wasser fallen lassen. Nun, da ließ sich jetzt auch nichts mehr dran ändern.
„Ein schwieriger Fall.“ sagte sie schließlich.
Einen guten Blick hatte sie, das musste man ihr lassen. Oder vielleicht lag es auch nur dran, dass ich nicht sofort meine Haltung korrigiert hatte, als sie herein kam. Wie auch immer.
Ich stand auf und blickte ihr in die Augen.
„Gut erkannt.“ sagte ich frech.
Entsetzen spiegelte sich ihren Augen – sie hatte nicht erwartet, dass ich kampflustig sein würde. Nun, ehrlich gesagt, ich auch nicht. In Wirklichkeit war ich über mich selbst in allen Maßen entsetzt. Aber das musste sie ja nicht wissen.
Sie fasste sich und antwortete mit schneidender Stimme: „Das werde ich dir austreiben.“
Einerseits ließ mich ihr kalter Ton zusammenzucken – mein Innerstes wusste immer noch wo - und in was für einer Situation - ich war. Aber anderseits hatte die Provokation in ihren Worten seine Wirkung. Kampflos würde ich nicht untergehen.
Mein Blick hielt ihrem stand, aber ich sagte nichts. Fürs Erste schien ihr das zu genügen.
„Mein Name ist Dorothea.“ sagte sie schließlich. „Madam Dorothea.“ setzte sie noch bestimmend daran.
„Ich wurde von seiner Majestät ausgewählt dir vornehmes Verhalten, einer Prinzessin würdig, beizubringen.“
Nichts, was ich nicht schon gewusst hätte. Ich wartete auf mehr.
„Seine Hoheit gibt heute einen Ball, ich hoffe, du weißt, wie du dich zu verhalten hast… auch wenn ich es bezweifle.“
War diese Frau auf Streit aus? Möglicherweise. Meine Hände hatten sich zu Fäusten geballt, aber ich beruhigte mich sofort wieder.
Ich ließ mein Gesicht einen hochmütigen Ausdruck annehmen und sagte so kühl wie möglich: „Natürlich weiß ich das.“
„Nun, das werden wir sehen. Viel kann ich bis dahin nicht mehr tun, also überlasse ich es den Dienerinnen, dich anzukleiden. Dein Unterricht beginnt morgen.“
Sie wand sich zum Gehen.
„Ich werde dich heute Abend beobachten. Du solltest also hoffen, das du seine Majestät nicht beschämen wirst.“
Ein finsteres Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie entschwand nach draußen.
Und wieder – das zweite Mal an diesem Tag – wurde ich angekleidet. Ich seufzte, während ich still hielt, um den Dienerinnen ihre Arbeit zu erleichtern. Die ganze Prozedur dauerte recht lange, aber ich war mit meinen Gedanken wo anders. Egal, wie hochmütig ich gerade noch getan hatte, so einfach würde es nicht werden und das Wissen, dass mich ihre kritischen Augen verfolgen würden, machte es nicht besser.
Nachdem die Dienerinnen mit mir fertig waren, drehten sie mich zum Spiegel. Ich riss meine Augen auf, weil ich ihnen nicht traute, so prächtig sah ich aus. Dagegen war das heute Nachmittag nichts gewesen.
Erstaunlicherweise fasste ich mich recht schnell wieder. Musste ich auch, denn die Dienerinnen wiesen mich an, zur Tür hinaus zu gehen, wo zwei Wachen bereitstanden um mich zum Ball zu bringen.
Und so ging ich nun von dem beiden flankiert – einer link und einer rechts – durch die Gänge des Schlosses. Schon nach kurzer Zeit hatte ich die Orientierung verloren, dieses Schloss musste um einiges größer sein als unseres.
Schließlich wurde ich durch die letzte Tür zu einem riesigen Ballsaal geführt, der aber erstaunlicherweise seltsam leer war. Ich schaute mich unsicher um und erblickt Alon am anderen Ende des Saals, der auf mich zukam. Leise hörte ich sanfte Musik im Hintergrund, konnte aber nicht ausmachen, woher sie kam. Verwirrt sah ich ihn an und er lächelte als er vor mir zum Stehen kam.
„Nicht ganz was du erwartet hattest, oder?“ sagte er mit einem verschmitzen Lächeln.
„Nein…“ gab ich ohne zu zögern zu und ärgerte mich sofort, dass ich ohne Nachzudenken gesprochen hatte, aber ich hätte rückwirkend wohl nichts anderes sagen können.
„Ich habe keinen Hofstaat wie andere Herrscher. So etwas will und brauche ich nicht. Also gäbe es auch niemand den ich einladen wollen würde, sie sind alle meine Diener oder Sklaven.“
Was er sagte zusammen mit dem feindseligen Ton, der bei manchen Wörtern mitschwang, zeigte mir mal wieder, in was für einer Situation ich war. Nach all der Pracht hatte ich es fast verdrängen können und nun war es wieder da. Das Zittern, die Angst – ich musste geräuschvoll schlucken.
Er lächelte plötzlich wieder mild und drehte seinen Kopf leicht in die Richtung aus der er gekommen war.
„Ich denke, du hast Hunger, oder?“
Ich sah in die Richtung, in die er sich bewegte und erblickte einen riesigen Tisch. Er sah prächtig aus, wie alles andere hier auch und war über und über mit Köstlichkeiten beladen.
Ich nickte – ich hatte wirklich Hunger.
„Dann komm, der Rest kann erstmal warten.“
Der Rest? Die Worte machten mir Angst… aber was konnte mir drohen, wenn er sich offensichtlich um mein körperliches Wohl sorgte?
Ich war geschockt über meine Gedanken! Wie konnte ich wirklich denken, er würde sich um mich sorgen? Wahrscheinlich wollte er nur selbst essen… oder… es musste einen anderen Grund haben.
Wir waren beim Tisch angekommen und er wies mir mit einer Handbewegung zu einem Sessel.
„Setz dich.“ sagte er schlicht.
„Danke.“ sagte ich höflich und setzte mich so anmutig wie es ging.
Er setzte sich am Kopfende des Tisches, gleich zu meiner Linken auf einen Sessel und sogleich begannen Diener, die förmlich herein zufliegen schienen unsere Teller zu füllen.
Ich sah ihn an und wartete darauf, dass er zu essen begann – schließlich war es so Sitte und meine Manieren wurden schon genug angezweifelt.
Er sah meinen Blick und grinste. Ok, nun war ich wirklich verwirrt. Und offenbar sah man mir das auch an.
Er schüttelte den Kopf und sagte: „Iss.“
Für eine Sekunde wog ich ab, was ich nun tun sollte: Ihm gehorchen oder der Sitte Folge leisten.
Ich entschied mich für Ersteres und aß. Es schmeckte wirklich ausgezeichnet – besser als alles, was ich je gegessen hatte. Und das, obwohl ich als Prinzessin in den Genuss vieler Köstlichkeiten gekommen war.
„Und, schmeckt es dir?“ fragte er neugierig.
„Ja, es ist ausgezeichnet.“ sagte ich betont höflich, nachdem ich den Bissen hinunter geschluckt hatte.
„Das freut mich.“ sagte er freundlich. Es klang aufrichtig.
Trotzdem fragte ich mich, wieso er nicht aß. Aber ihn danach zu fragen, wäre äußerst unhöflich gewesen.
Also aß ich schweigend weiter bis ich schließlich satt war und legte meine Besteckt ordentlich auf den Teller. Ich hatte währenddessen nicht aufgeschaut, aber ich wusste trotzdem, dass er jede meiner Bewegungen beobachtete und das machte mich so nervös, dass ich aufpassen musste, mich nicht zu verschlucken.
Schließlich wischte ich mir den Mund mit einer Serviette ab und sah ihn erwartungsvoll an.
„Bist du fertig?“
„Ja“ sagte ich und sogleich kamen wieder Diener, die den Tisch abräumten.
Er stand auf und kam auf mich zu.
Als er vor mir stand reichte er mir die Hand und sagte mit einem verschmitzen Lächeln auf den Lippen: „Darf ich bitten?“
Ich gab ihm meine Hand und stand auf. Er zog mich vom Tisch weg in die Mitte des Saals und augenblicklich wurde die geisterhafte, sanfte Musik etwas lauter.
Er legte seine andere Hand an meine Hüfte und ich legte meine andere Hand auf seine Schulter.
Eigentlich hätte ich nicht so nervös sein dürfen – schließlich hatte ich schon von Kindesbeinen an gelernt, wie man tanzt – eine Prinzessin musste so was können. Und eigentlich war ich ja auch gut darin, also kein Grund zur Sorge. Aber – ich füllte mich, als würden meine Knie jeden Moment nachgeben. Ich durchforschte meinen Kopf nach einer Antwort und fand nur eine: Ich wurde beobachtet – von ihm und von Madam Dorothea.
Er begann den Tanz und im nächsten Moment kam es mir so vor, als ob wir über den Boden fliegen würden. Vergessen war meine Unsicherheit und die Beklemmtheit – ich fühlte mich frei, so frei, dass ich fast ausgelassen zu kichern begonnen hätte. Ich vergaß, wo ich war und wer ich war und fühlte nur die sanfte Bewegung und den Wind, der dadurch um meinen Körper wirbelte. Und um seinen.
Ich sah ihm tief in die Augen und hatte das Gefühl, als würde ich in ihnen versinken. In meinem ganzen Körper breitete sich ein warmes Gefühl aus.
Ich merkte nicht mal, dass der Tanz geendet hatte und wir nun still standen, so fasziniert war ich. Mein Blick wanderte von seinen Augen über sein ganzes, ebenmäßiges Gesicht. Seine wohlgeformten Augenbrauen, seine perfekte Nase und schließlich so seinen sinnlichen Lippen.
Im selben Moment spürte ich, wie ich errötete. Er beute sich ganz langsam zu mir hinunter – sein Gesicht kam meinem immer näher bis er nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt war und ich seinen Atem spüren konnte.
Noch immer sah ich wie gebannt in sein Gesicht – es fühlte sich an als würde mein Körper nicht mehr mir gehören. Doch dann hatte ich plötzlich wieder Gewalt über mich und ich wusste was ich wollte. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und wollte die letzten Zentimeter, die zwischen seinen Lippen und mir lagen, überwinden.
Aber im selben Moment zog er seinen Kopf zurück und blickte mich reserviert an. Und mir wurde der Faupax bewusst, denn ich gerade begangen hatte. Wie hatte ich es nur wagen können, ihn küssen zu wollen? Was in aller Welt war nur in mich gefahren?
Angst durchflutete meinen Körper und ich wusste nicht mal genau, wovor ich Angst hatte. Vor dem, was er sagen würde? Das er sich nie herablassen würde mich zu küssen? Oder von der Strafe, die ich für diese Treistigkeit zu erwarten hatte.
Er löste sich von mir und sah über mich hinweg als er sprach.
„Es ist schon spät – ich denke, du solltest schlafen gehen.“
Ich schluckte.
„Wie ihr befiehlt.“ antworte ich.
Selbst wenn ich jetzt irgendwelchen Widerstand hätte leisten wollen – ich wäre nicht dazu in der Lage gewesen.
Aber ich wollte selbst gerne schlafen. Ich wollte vergessen. Und zwar alles.

2. Das bittere Erwachen

Mein Kopf schmerzte schrecklich, als ich aufwachte. Ein Teil von mir wollte die Augen öffnen, aber der andere hatte zu große Angst davor. Noch immer huschten Bilder meiner Alpträume vor meinem inneren Auge vorbei. Anni – zerrissen in einer Lacke aus Blut. Die durchdringenden, leeren Augen meines Vaters. Züngelnde Flammen, die alles verschlangen.
Obwohl ich damit die Bilder zuminderst teilweise vertreiben hätte können, brachte ich es immer noch nicht fertig, die Augen zu öffnen. Also versuchte ich zu fühlen. Zuerst war da nichts, mein Körper kam mir leblos vor, als würde er nicht zu mir gehören. Es war so, als würde ich im Nichts schweben, als wäre alles Leben aus mir herausgesaugt worden.
Dann kehrte das Gefühl langsam zurück und erfüllte meinen ganzen Körper. Im ersten Moment hatte ich Angst – Angst vor Schmerzen – aber dann merkte ich, dass ich - abgesehen von den Kopfschmerzen, die in mir dröhnten wie der Schrei einer Banshee – keine hatte. Im Gegenteil, ich lag sehr bequem in einem weichen Bett – noch weicher als mein eigenes. Der Gedanke an mein Zuhause ließ mich zusammen zucken und schnürte mir die Kehle ab.
Wieder huschten schreckliche Bilder vor meinem inneren Auge vorbei. Tote Menschen. Das zerstörte Schloss. Verwüstung.
Ich zwang mich, die Augen aufzuschlagen und schaffte es nun endlich.
Alles war verschwommen, als hätte ich einen Grauschleier vor Augen, der sich nur langsam lüftete. Als mein Blick immer klarer wurde, setzte ich mich langsam auf, um ihn im Raum umher gleiten zu lassen.
Was ich sah, verwunderte mich über alle Maßen. Ich hatte mit einer schäbigen Gefängniszelle gerechnet und das hier konnte nicht weiter davon entfernt sein. In meinem ganzen Leben hatte ich kein prächtigeres Schlafgemach gesehen.
Ich saß in einem riesigen Himmelbett mit Lacken und Polstern aus feinster Seide. Die Vorhänge des Bettes waren aus silbern besticktem, schwarzem Samt. Die Wände waren ebenfalls schwarz gehalten und mit silbernen Ornamenten verziert. Nicht anders war es bei dem Tisch und dem Sesseln, die außer dem Bett noch im Raum standen.
Erst dann sah ich die riesige, schwere Tür vor mir und fragte mich, wie sie mir nur einen Moment hatte entgehen können. Aber noch etwas viel mir auf: Dieser Raum hatte keine Fenster. Nicht ein einziges. Eine Tatsache, die mich beruhigte. Ich hatte keine Ahnung wo ich war und plötzlich stieg eine bekannte Panik in mir auf.
Doch im nächsten Moment wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als ich bemerkte, dass sich vor mir etwas bewegte. Die Tür ging lautlos auf und eine wunderschöne Frau in einem langen, weißen Kleid trat ein und schritt geräuschlos zum Tisch. Dann sah ich, dass sie ein Tablett trug, welches sie anmutig am Tisch abstellte.
Bevor ich sie irgendetwas fragen konnte, war sie auch schon wieder verschwunden. Im nächsten Moment hörte ich wie mein Magen knurrte – eine Reaktion auf den leckeren Essensgeruch der vom Tablett zu mir herüberwehte.
Vorsichtige setzte ich mich auf die Bettkante und versuchte aufzustehen. Ich hielt mich am Bettpfosten fest und zog mich hoch, wobei mir für wenige Sekunden schwarz vor Augen wurde und ich schwankte. Dann jedoch fasste ich mich und ging langsam zum Tisch.
Wie lange hatte ich wohl geschlafen? Es fühlte sich an, als wären es Jahrhunderte gewesen.
Ich setzte mich auf einen Sessel und schaute auf das Essen, das vor mir stand. Es sah sehr gut aus… ob das wirklich für mich bestimmt war? Wieso sollte man mir so eine Aufwartung machen? Aber es passte irgendwie zu dem Bett… und zu dem Zimmer, außerdem war ich viel zu hungrig um weiter darüber nachzudenken.
So hungrig, das ich mich einige Male beinahe verschluckt hätte, so hastig hatte ich es herunter geschlungen. Nun, es schmeckte ja auch noch besser als es roch. Oder war das wieder nur der Hunger?
Nachdem ich fertig war, schaute ich mich noch mal in dem Zimmer um. Ich versuchte mir einen Reim drauf zu machen, aber es gelang mir nicht. Dann huschte die Frau wieder zum Zimmer herein, gefolgt von drei weiteren – nicht minder schön – die dieselbe Kleider trugen. Während die erste das Tablett an sich nahm und wieder verschwand, hatte die zweite etwas Stoffenes in Händen. Beim zweiten Blick erkannte ich, dass es sich dabei um ein Kleid handelte. Eine huschte hinter mich und begann mein Nachtkleid zu öffnen. Zuerst zuckte ich zusammen, doch dann wusste ich, was sie vorhatten: Sie wollten mich ankleiden. Ich seufzte und ließ es über mich ergehen. Selbst bei Anni mochte ich es nicht, angekleidet zu werden, ich wollte das lieber selbst machen. Plötzlich fühlte ich wieder einen Stich in meinem Herzen, als mir bewusst wurde, dass ich Anni nie wieder sehen würde und kämpfte mit den Tränen. Die Frauen ließen sich davon aber nicht ablenken.
Erst als mich eine von ihnen zu einem Spiegel – den ich ganz übersehen hatte – führte, wusste ich, dass sie fertig waren. Als ich mich im Spiegel sah, musste ich nach Luft schnappen. Noch nie hatte ich so ein prächtiges Kleid getragen. Noch nie wurde ich so edel geschminkt. Was ging hier nur vor? Und wieso sprach keine von ihnen nur ein Wort mit mir? Ich wollte selbst den Mund aufmachen, aber mir fehlte schlichtweg der Mut dazu.
Mit einer Handbewegung wiesen sie mich an, ihnen zu folgen, als sie zur Tür hinausgingen. Ich folgte ihnen und wir landeten in einem riesigen Saal, in dessen Mitte ein prächtiger Springbrunnen stand. Der Mund muss mir offen gestanden sein, denn ich hatte noch nie etwas Vergleichliches gesehen. Sie brachten mich zu einer Sitzbank bei dem Brunnen und entschwanden sofort wieder.
Und da saß ich nun – erstaunt und verwirrt. Einen Moment überlegte ich, ob ich vielleicht doch tot und im Himmel war. Aber wie war ich gestorben? Und den Himmel habe ich mir immer ganz anders vorgestellt. Obwohl, eigentlich hatte ich mir nie viele Gedanken darüber gemacht.
Ein Geräusch, das sich wie ein Räuspern anhörte, holte mich aus meinen Gedanken und ich schaute instinktiv auf. Vor Schreck zuckte ich zurück und starrte ihn mit entsetzten Augen an. Plötzlich war alles wieder da: Meine Angst, das Zittern, die schrecklichen Bilder vor meinen inneren Auge.
„Habe ich dich erschreckt?“ fragte er mit seiner samtenen Stimme.
Und wieder war ich verwirrt – das letzte Mal hatte sie gefährlich und bedrohlich geklungen, nun wirkte sie fast freundlich.
Oder besser gesagt, sie wäre freundlich gewesen, wäre da nicht immer noch die massive schwarze Rüstung und die tiefschwarzen Augen gewesen.
Er muss an meiner Reaktion gesehen haben, dass ich unfähig war, zu antworten.
„Ich hatte noch keine Gelegenheit, mich vorzustellen: Ich bin Kaiser Alon von Seria.“
Seria. Ich wusste genau, was das bedeutet. Ich hatte mich nie viel mit Politik beschäftigt, das war den Männern vorbehalten. Es schickte sich nicht für eine Prinzessin, hieß es. Manchmal belauschte ich meinen Vater und seine Berater trotzdem (und ich wurde auch schon dabei erwischt und ausgeschimpft).
Mein Vater hatte riesige Angst vor diesem Land. Man sagte, dort würde nie die Sonne aufgehen und Dämonen würden ihr Unwesen treiben. Der Herrscher soll ein blutrünstiger Tyrann sein, der alles in seinem Weg vernichtete und danach strebt den ganzen Kontinent einzunehmen.
Ich hatte nie viel auf solche Gerüchte gegeben, aber anbetracht meiner eigenen Erfahrungen hegte ich nun keinen Zweifel mehr daran.
Wieso aber war er auf einmal so freundlich zu mir? Ich war seine Gefangene!
Ich schluckte und versuchte zu sprechen.
„Ich… ich bin Prinzessin… Esmeralda von Lotus.“
Meine Stimme brach weg und ich hätte mich selbst ohrfeigen können, so blöd hörte ich mich an.
„Ich weiß…“ sagte er immer noch freundlich.
Natürlich wusste er es, er hat ja mein Zuhause zerstört und mich von dort verschleppt. Wieso wurde ich also so anders als er mich so innig ansah? Ich zitterte nicht mehr, im Gegenteil, ich war ganz ruhig, gefangen in seinem Blick.
Er lehnte sich von mir weg und seufzte.
„Begleite mich ein Stück.“ sagte er und drehte sich weg.
Zaghaft stand ich auf und folge ihm.
Wir gingen eine Weile durch den Saal und keiner von uns sagte ein Wort, bis er die Stille durchbrach.
„Gefällt dir dein Gemach?“
„Äh, ja, sehr schön.“
Beschämt senkte ich meinen Blick.
Wieder Stille.
„Ich werde heute Abend einen Ball geben und ich möchte, dass du daran teilnimmst.“
Ein Ball? Einerseits kam es mir nun vor als wäre ich auf einem Empfang in einem anderen Königreich, aber ich wusste, dass es ein Befehl ist. Es war keine Einladung, ich würde so und so hingehen müssen – da hatte ich keine Wahl. Er hatte mir die ganze Zeit keine gelassen. Ich durfte mich nicht von dieser schönen Illusion um mich herum blenden lassen. Ich war immer noch seine Gefangene!
„Natürlich.“ sagte ich.
Es sollte so vornehm und ungezwungen wie möglich klingen, aber mir versagte dabei fast die Stimme. Nun, viel Schlimmer konnte es jetzt nicht mehr werden… oder doch?
„Ich habe dir einige Dienerinnen zur Seite stellen lassen… und eine Gouvernante.“
Es wurde schlimmer. War ich ein kleines Kind?
Er schien meinen beleidigten Gesichtsausdruck zu bemerken und sein Mund verzog sich zu einem hämischen Grinsen.
„Sehr prinzessinnenhaft verhältst du dich nicht gerade… daran werden wir arbeiten.“
Oh ja. Sehr schön. Darauf konnte ich gerne verzichten, darauf wollte ich schon immer verzichten. Hat mich je einer gefragt, ob ich mich wie eine Prinzessin verhalten wollte? Nein.
Aber das würde sich auch nicht ändern. Vom Regen in die Traufe.
Wir kamen bei einer großen Tür an und er drehte sich noch mal zu mir um.
„Nun, dann bis heute Abend, Prinzessin.“ sagte er mit einem sarkastischen Grinsen auf den Lippen und verschwand durch die Tür, die von zwei Wachen flankiert wurde.
Toll. Wirklich.
Nicht nur, das ich nun in meinem Stolz gekränkt war (gleich ob ich nun ‚prinzessinnenhaft’ sein wollte oder nicht), nein, mir schwirrten auch noch mehr Fragen im Kopf herum. Und der Blick, mit dem er mich angesehen hatte… ich schüttelte den Kopf. Nein. Ich durfte nicht daran denken.

1. Die rote Nacht

Ich schreckte aus meinem Bett hoch, als ich einen ohrenbetäubenden Knall hörte. Mein Bett zitterte und schüttelte mich durch. Als ich aufgestanden - oder eher gesprungen war - merkte ich, dass es nicht nur das Bett war, nein, der ganze Raum zitterte! Verängstigt und verwirrt schaute ich mich um und mein Blick blieb kurz am Fenster hängen. Ich sah ein rotes Leuten und brauchte einige Sekunden bis ich es auf ein großes Feuer zurückführen konnte. Automatisch trat ich einen Schritt zurück, als plötzlich mit einem Schwung die Tür aufgerissen wurde und General Jaton hereinstürmte. Angst und Verzweiflung stand auf sein Gesicht geschrieben, seine Rüstung hatte einige Schrammen und war dreckig – genau wie sein Gesicht. Das passte überhaupt nicht zu ihm, sonst war immer so ordentlich. Irgendwas schreckliches passierte gerade und zu mehr als dieser Erkenntnis war ich nicht im Stande, ich stand wie geschockt da.
„Schnell, Prinzessin, kommt.“ fuhr er mich an, griff nach meinem Handgelenk und zerrte mich aus dem Zimmer. Ich war so perplex, dass ich um Haar über meine eigenen Füße gestolpert wäre, aber er zog mich weiter, ohne drauf zu achten. Er rannte mit mir durch die Gänge und schließlich konnte ich den Blick wieder vom Boden lösen und schaute durch die Fenster.
Ein Schreckenslaut entfuhr meinen Lippen und ich riss die Augen auf. Abrupt blieb ich stehen und glaubte, meine verängstigte Fantasie spielte mir einen Streich. Ein Drache. Riesig, fast so groß wie das ganze Schloss schwebte am Himmel und spiee unablässig Feuer herunter. Dann sah ich noch einen, nicht ganz so groß und noch einen. Es waren unzählige und sie griffen uns an. Ich spürte, wie ich am ganzen Körper zu zittern anfing, die Angst kroch mir eiskalt den Rücken hoch. Unmöglich, das gibt es nicht, das ist ein Traum!
„Prinzessin, wir müssen weiter, Ihr müsst fliehen!“ riss mich Jaton aus meinen Gedanken, doch ich war nicht fähig noch einen einzigen Schritt zu gehen!
Plötzlich hörte ich ein Krachen, viel näher als der Kampflärm, der von draußen herein kam. Dieses Geräusch kam aus nächster Nähe. Instinktiv zuckte ich zurück, meine Hände wurden schweißnass und erst jetzt fiel mir auf, dass sie ganz kalt geworden waren.
„Verflu…“ stieß Jaton aus und schaute in die Dunkelheit vor uns. Er ließ meine Hand los und zog sein Schwert.
Ängstlich schaute ich in Dunkelheit – es kam mir vor, als würde sie sich immer weiter ausbreiten, nach mir langen um mich zu verschlingen. Dann sah ich eine Gestalt aus dem Schatten treten. Er überragte Jaton um gut einen Kopf, seine Haut war blass und in seine roten Augen lag pure Mordlust. Um seine Lippen spielte ein gehässiges Grinsen, als er Jaton vor sich sah – er hatte keine Angst, im Gegenteil, er fand ihn nur amüsant - wie eine Katze, die eine Maus beobachten würde, die versucht die Katze zu erlegen. Das silberne Haar des Fremden glänzte im Licht, das durch die Fenster herein fiel. Es stand ganz im Gegensatz zum Rest seines Körpers, der jung wirkte und wunderschön war, aber überaus mächtig in seiner schweren Rüstung. Mein Instinkt sagte mir, dass ich hier keinen Mensch vor mir hatte, seine Bedrohung lag in der Luft.
„Du wirst sie nicht anrühren, Dämon!“ schrie Jaton und stürmte auf den Fremden zu. Es ging viel zu schnell, als das ich gesehen hätte, was genau passiert. Ich sah nur noch das bösartige Grinsen das Fremden, rotes Blut, das verspritzt wurde und wie Jatons lebloser mit einem dumpfen Geräusch in die Ecke flog.
Entsetzt riss ich die Augen auf und zitterte am ganzen Körper. Das war es nun. Mein Ende. Die Endgültigkeit dieser Worte drang durch meinen Kopf und ließ keine anderen Gedanken mehr zu. Keinen Gedanken an Flucht, keinen Gedanken an einen Hilfeschrei. So stand ich nun da und starrte meinem Tod in die Augen.
„Folg mir!“ befahl der Fremde mit einem schneidenden Ton. Ohne dass ich es bewusst entschieden hätte, gehorchte ich. Sein ganzes Wesen ließ keine Widerworte zu. Oder war es mein Überlebensinstinkt? Die wage Hoffnung, nicht zu sterben, würde ich gehorchen? Ich wusste es nicht, ich folgte ihm einfach, ohne darauf zu achten, wohin wir gingen. Sein abruptes Stehenbleiben riss mich aus meinen Gedanken und ich erkannte die Tür, vor der wir standen. Der Tronsaal. Er nahm meine Hände fest in seine und ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich wollte schlucken, aber es blieb mir im Hals stecken. Plötzlich spürte ich, wie sich Eisenfesseln um meine Handgelenke legten und ich sah verwirrt auf. Natürlich wusste ich, dass ich nun eine Gefangene war – aber ich wusste, genauso gut wie er, dass mir eine Flucht ohnehin nicht gelingen würde. Wozu also?
Mein Blick traf seinen und ich schaute sofort wieder weg, denn seiner war zutiefst hasserfüllt – so sehr, dass ich noch mehr zitterte, als er sich tief in meine Seele bohrte. Dann öffnete er die große Tür und scheuchte mich vor sich her in den Raum.
Ich hörte wie sich die Tür hinter mir schloss und drehte mich kurz um, um zu sehen, dass er vor der Tür stehen blieb.
Dann hörte ich von der anderen Seite eine Stimme – sie klang verführerisch, aber gefährlich. Sehr gefährlich. Wieder lief mir ein kalter Schauer über den Rücken.
„Sehr gut, Laures.“ sagte die Stimme.
Ich ließ meinen Blick vor mir gleiten um den Ursprung der Stimme zu finden. Er glitt über den Marmorboden über den rot-goldenen Teppich bis zu den Treppen des Throns.
Ein spitzer Schrei entfuhr meinen Lippen, als ich ihn auf den Treppen liegen sah. Meinen Vater - blutüberströmt und leblos. Es dauerte einige Sekunden, bis ich das ganze Ausmaß begriff. Sein Kopf war nicht dort, wo er hingehörte. Er lag am Boden vor den Stufen, er war heruntergerollt und die vor Entsetzen aufgerissen, leeren Augen starrten mich an. Geköpft.
Unwillkürlich war ich ein paar Schritte zurückgewichen, Tränen liefen mir über meine Wangen. Mein Vater und ich hatten nie ein enges Verhältnis, so war das in der königlichen Familie nun mal, ich hatte mich dran gewöhnt. Aber er war mein Vater und auf eine seltsame Art liebte ich ihn trotzdem.
„Du kannst uns nun alleine lassen.“ sagte die Stimme wieder und riss mich aus meinen Gedanken. Wie von selbst wanderte mein Blick nun von meinem Vater zu seinem Thron. In ihm saß er. Der Mann zu der Stimme. Der Mann, der wahrscheinlich meinen Vater getötet hatte. Doch als ich ihn sah, stellte es alles in den Schatten, was ich mir hätte vorstellen können. Er trug eine tiefschwarze Rüstung mit silbernen Verzierungen. Seine Haut war ebenso blass wie die von Laures, aber seine Augen waren nicht rot – nein, sie waren schwarz wie die Nacht. Schwarz wie sein langes Haar, das er offensichtlich im Nacken zusammengebunden hatte. Mit einer geschmeidigen Bewegung stand er vom Thron auf und kam auf mich zu. Er war schön, zu schön für einen Menschen. Seine Bewegungen glichen der einer Raubkatze – anmutig, schön… und tödlich.
Ein Teil von mir wollte flüchten, so schnell es ging. Aber ich konnte mich nicht rühren, ich war wie erstarrt und blickte ihn voller Angst an. Er lächelte finster, als er auf mich zukam. Aber ich hörte seine Schritte nicht, kein Geräusch war zu hören, außer dem Geräusch meiner Ketten, weil ich so sehr zitterte.
Als ich er vor mir stand und auf mich herabblickte – er war sicher genauso groß wie Laures – schluckte ich geräuschvoll.
„Hast du Angst?“ fragte er mit einem bedrohlichen Unterton.
Da ich unfähig war, nur ein einziges Wort zu sagen, nickte ich stumm.
Er lächelte mich immer noch an als er schließlich sagte: „Solltest du auch…“
Plötzlich drehte sich alles, Blut rauschte mir in die Ohren. Wieder war ich mir meines Todes sicher. Ganz sicher. Noch sicherer als im dunklen Gang nur kurz zuvor.
Im Augenwinkel sah ich wie er einen Dolch zog, aber mein Blick war von seinem gebannt. Ich wurde ganz starr, ich machte mich bereit und betete in Gedanken, dass es nicht zu schmerzvoll werden würde.
Ich merkte nicht, wie der Dolche durch die Luft sauste und auch nicht, wie ich zu Boden gerissen wurde. Erst als ich am Boden lag und die Hände über meinem Kopf hatte, wurde mir bewusst, was er getan hatte. Er hatte die Klinge durch ein Glied meiner Fesseln gestoßen, ihn dann in den Boden gerammt, so dass ich wehrlos am Boden lag. Noch wehrloser als zuvor.
Er kniete über mir und lächelte mich finster an. Im selben Moment wusste ich, was er vorhatte. Wieso ich noch am Leben war. Und das meine Gebete nicht erhört worden waren. Mir war kein schneller, schmerzloser Tod vergönnt. Nein, es würde lang und grausam werden. Er würde sich mit mir vergnügen, bevor mich tötet. Mir wurde schlecht.
Als hätte er meine Gedanken gelesen, riss er mir die Kleider vom Leib. Seine Hand fuhr meinen Körper entlang, während ich meinen Kopf zur Seite drehte und unzählige Tränen über meine Wange zu Boden flossen.
Ich wartete drauf, dass mehr passierte und hoffte immer noch, dass es schnell gehen würde. Aber es passierte nichts. Schließlich drehte ich ihm meinen Kopf wieder zu und schaute durch meinen Tränenschleier zu ihm auf. Das Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden und er wirkte gequält. Er wand den Blick von mir ab, zog den Dolch dem Boden. Dann nahm er seinen langen Umhang ab und warf ihn mir zu.
„Bedeck dich!“ sagte er schroff.
Gedankenverloren ging ich seinem Befehl nach, während ich versuchte meine Gedanken zu ordnen. Was war passiert? Oder besser gesagt, warum war es nicht passiert? War ich ihm nicht schön genug? Aber warum lebte ich dann noch? Eigentlich hätte ich erleichtert sein müssen, aber die Unwissenheit machte mir fast noch mehr Angst. Nicht zu wissen, was mich nun erwartet. Wieder lief mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter.
„Laures.“ rief er verärgert, während er sich aufrichtete.
„Ja, Herr?“ sagte dieser, als er durch die Tür kam.
„Bring sie runter zu dem Wagen. Ich nehme sie mit!“
Laures sah seinen Herrn verwirrt an, aber er fing sich sofort wieder.
„Wie ihr wünscht, Herr.“
Er wandte mir den Blick zu und wieder traf mich ein hasserfüllter Blick, dieses Mal lag auch noch Wut drin.
Ich schreckte zurück, aber dann drehte er sich um und ich stand auf, um ihm zu folgen.
Meine Gedanken flogen zusammenhanglos durch meinen Kopf, als ich zu begreifen versuchte, was gerade passiert ist. Meine Hände und Füße fühlten sich an, als wären sie in Eiswasser getaucht und kalter Schweiß überzog sie, während Panik in mir Aufstieg. Was würde als nächstes passieren? Aus welchem sadistischen Grund hatte er mich wohl am Leben gelassen?
Ich schluckte bei dem Gedanken und das Geräusch, das ich dabei produzierte erschreckte mich selbst so, das ich zusammen zuckte. Würde er mich foltern? Und wenn ja, wie? Ich wollte nicht dran denken, aber ich konnte meine Gedanken auch nicht davon lösen.
So in mich versunken, hätte ich um ein Haar nicht bemerkt, das Laures stehen bleib und ich wäre in ihn hingelaufen.
Vor mir stand eine schwarze Kutsche und die Tür stand offen. Ich schaute zuerst sie und dann Laures ungläubig an.
„Steig ein!“ befohl er mir und ich nickte, bevor ich dem Befehl nachkam.
Er schloss die Tür hinter mir mit einem Knall, der mich zusammen zucken ließ und verschloss sie dann. Nun war ich endgültig gefangen.
Ich hörte ihn weggehen und schob mich dann zu dem winzigen Fenster, das in der Tür eingeschlossen war. Im selben Moment setzte sich der Wagen in Bewegung und ich spähte aus dem Fenster, zurück zum Schloss, das einst so schön gewesen war. Nun lag es in Trümmern und hohe Flammen stiegen empor, während es unablässig von großen, bedrohlichen Drachen umkreist wurde.
Zerstört. Alles was ich kannte, war zerstört und jeder den ich kannte… war vermutlich tot. Wieder stieg Panik in mir auf und Tränen flossen mir über die Wangen, als Annis liebevolles Gesicht vor meinem inneren Auge auftauchte. Ich hörte plötzlich ein Schluchzen und es dauerte einige Sekunden, bevor ich merkte, dass dieses Geräusch aus meinem tiefsten Innersten kam. Immer mehr Tränen flossen mir über das Gesicht und verschleierten meine Sicht, doch das Glühen der Flammen sah ich selbst durch diese neblige Wand noch. Mein ganzer Körper zitterte, ich wusste nicht, wie lange schon, denn ich merkte es erst, als ich mich zusammengekrümmt hatte und es endlich schaffte, den Blick von meiner zerstörten Heimat abzuwenden.
Plötzlich war es mir ganz egal, was für ein Schicksal – was für eine Folter - mich erwartet, es konnte nicht schlimmer sein als das, was ich jetzt fühlte. Einsamkeit. Schmerz. Verlust. Trauer.
Ich hatte mein Leben nicht gemocht, doch nun hätte ich alles dafür gegeben, es wieder zu haben. Dumpf erinnerte ich mich an eine Weisheit, die mir immer albern vorgekommen war.
‚Man weiß erst zu schätzen, was man hat, wenn man es verloren hat.’
Wie wahr! Nur die Erkenntnis kam zu spät. Ich hatte schon alles verloren, ich hatte nicht mehr zu geben.
Es fühlte sich an, als würde man mich bei lebendigen Lebe verbrennen und zerreißen. Ich krümmte mich so fest zusammen, wie es ging, als mir noch mehr Tränen über die Wangen flossen und schluchzte wieder. Immer und immer wieder. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit bis mich meine Müdigkeit übermannte und ich in die schrecklichsten Alpträume abglitt, die ich je gehabt hatte.

Prolog

Ein Blütenblatt streifte meine Wange zart, ich schaute auf und sah wie der Wind die Blüten zerriss und ihre Blätter durch die Luft trug. Sie glitzerten in der Morgensonne wie Diamanten, als sich das Licht in ihrem Tau brach.
Der Wind ließ mich frösteln, denn die Sonne schaffte es noch nicht, gegen die Kälte der Nacht anzukämpfen. Trotzdem schmälerte er nicht das Glück, das ich empfand, so frei auf der atemberaubend schönen Wiese zu stehen. Ich hätte gerne die Zeit angehalten, denn ich wusste, das ich nun zurück musste – bevor jemand mein Verschwinden entdeckte.
Seufzend ließ ich meinen Blick kurz zum angrenzenden Wand schweifen, bevor ich mich umdrehte und in Richtung Stadt ging. Zuerst verschwand der Wald und dann die Wiese - mit ihren zauberhaften Blumen - hinter mir, als die Häuser langsam in meinem Blickfeld auftauchten. Aber das war nicht der Ort, an den ich zurück musste – ich schaute unwillkürlich zu dem Schloss auf und seufzte. In den Augen der meisten Menschen muss es wunderschön gewesen sein, aber ich empfand nicht so. Für mich war es ein Gefängnis, ein goldener Käfig. Dorthin musste ich zurück und zwar schnell, denn das Morgenlicht langte immer weiter über das Land.
Also lief ich, so schnell es ging, mein schwarzes Haar wehte umher und mein Atem begann zu rasen – aber nicht nur wegen der Anstrengung, auch wegen der Angst, was mir drohte, würde mich jemand so sehen. Ich konnte ihre Worte förmlich hören… „So etwas schickt sich nicht für eine Prinzessin.“
Es war furchtbar, nie konnte ich tun, was ich wollte, nie konnte ich frei sein… ich hasste es, eine Prinzessin zu sein. Und ich wusste welches Schicksal mir drohte – ich würde in nicht allzu langer Zeit wahrscheinlich mit einem hässlichen oder alten Mann verheiratet werden. Vielleicht war er ja auch beides. Ich schüttelte den Kopf um den grauenhaften Gedanken zu vertreiben, wusste ich doch, dass ich keine Alternativen hatte. Ich würde mir ihn nicht aussuchen können, ich würde den nehmen müssen, der für unser Land am besten war. Also reich und mächtig, nicht schön und liebevoll.
Was würde ich tun um keine Prinzessin zu sein? Was würde ich dafür tun, frei zu sein? Alles. Dessen war ich mir sicher.
Inzwischen hatte ich das Schloss erreicht und hoffte, dass die Wachen am Bediensteteneingang immer noch dösen würden, so wie bei meiner Flucht. Ich stöhnte erleichtert, als sie es wirklich taten und schlich mich hinein. Das Schlimmste war überstanden – das dachte ich zuminderst. Als ich von der Küche auf den Gang huschen wollte, stand mir plötzlich meine Zofe Anni gegenüber und funkelte mich böse an. Ein leiser Schreckenslaut entfuhr meinen Lippen, dann setzte sie zu sprechen an.
„Was denkt Ihr euch dabei nur, Esmeralda?“ schimpfte sie.
„Ich war krank vor Sorge! Euch hätte wer weiß was passieren können!“
„Mir ist aber nichts passiert.“ gab ich kleinlaut zurück.
Wut zeichnete sich in ihrem Gesicht ab. „Zum Glück, aber das ändert nichts daran, wie unverantwortungsvoll das war… ich bin mir sicher, Euer Vater sieht das genauso!“
Ich spürte, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich und ich leichenblass wurde.
„Bitte, bitte, sag es ihm nicht!“ stieß ich ängstlich hervor.
Sie schaute mich grimmig an, aber ihre Züge wurden weicher, als sie schließlich sagte: „Wenn Ihr mir versprecht, das nie wieder zu machen…“
Ich stürzte mich auf sie und schlang ihr die Arme um den Hals, während ich ein „Danke“ heraus stieß. Es war wirklich gemein, denn ich wusste, dass ich dieses Versprechen nicht halten würde. Schließlich hatte ich es nicht zum ersten Mal gegeben, aber ich konnte nicht anders. Wenigstens ein paar Stunden diesen dicken Steinmauern zu entfliehen, war einfach zu verführerisch.
„Prinzessin.“ sagte sie und versuchte es streng klingen zu lassen, aber es gelang ihr nicht recht. Sie wusste, dass sich so ein Verhalten nicht gebührte, aber dennoch war sie gerührt. Nachdem meine Mutter bei meiner Geburt gestorben, war Anni für mich das, was man eine Mutter bezeichnen kann. Sie war streng, aber liebevoll. Ich wusste, dass sie es immer nur gut mit mir meinte.
Als ich die Umarmung löste, sagte sie schließlich: „Kommt jetzt schnell, bevor noch jemand entdeckt, das Euer Bett leer ist.“ Ich folgte Anni durch die Gänge und über Treppen, bis wir schließlich vor meinem Zimmer standen und hineinschlüpften. Ich zog die Magdkleider, die ich zur Tarnung angezogen hatte, aus und ließ mich von Anni einkleiden. Sie wählte ein grünes Samtkleid mit goldenen Verziehrungen, das meinem hellen Porzellanteint schmeichelte. Dann kämmte sie mir die Haare und holte aus einem Kästchen goldenen Smaragd-Schmuck hervor.
„Ach, das passt euch so gut.“ schmachtete sie. „Die Steine haben genau dieselbe Farbe wie euere Augen.“
Das hatte sie schon tausendmal gesagt, ich konnte es nicht mehr hören und verdreht unwillkürlich die Augen, aber sie sah es nicht.
Ich schluckte und dachte mit Grauen an den bevorstehenden Tag. Es war einer wie jeder anderer, aber ich war nicht glücklich mit meinem Leben. Ich machte nur das Beste daraus – gute Miene zum bösen Spiel.
Ob ich wohl anders gedacht hätte, hätte ich gewusst, dass es der letzte Tag dieses Lebens sein würde? Ich weiß es nicht, denn ich ahnte nicht im Geringsten, was kommen würde.

In die Finsternis - Vorschau

Titel: In die Finsternis
Genre: Dark Fantasy
Altersempfehlung: 14+
Claimer: Die Story, die Charaktere, alle Orte usw. sind mein Eigentum und unterliegen meinem Copyright.
Zusammenfassung: Die junge Prinzessin Esmeralda lebt einem Schloss in einem friedlichen Reich, welches von ihrem Vater regiert wird. Glücklich ist sie mit ihrem Leben nicht, aber nie hätte sie sich gewünscht, was ihr dann widerfährt.
Das Land wird angegriffen und Esmeralda wird in ein fremdes, dunkles Reich verschleppt. Aber wieso? Und in welche Feden wird sie schließlich verwickelt werden? Und wieviel Macht liegt wirklich in ihren Händen? Aber vor allem: Wird sie das Licht wählen... oder die Finsternis?
Status: Beendet

12. Verlust

Langsam ging ich durch das schwere Eisentor. Der Himmel war heute noch grauer als sonst und es würde wohl bald regnen. Nebel hang immer noch schwer über dem Land, obwohl es schon Nachmittag war. Das Wetter passte sehr gut zu diesem Anlass und noch besser zu diesem Ort.
Ich ging vorbei an den unzähligen Marmor-Platten mit Namen und Widmungen und an den Blumen, die man davor gepflanzt hatte. Die Gräber interessierten mich nicht – alle, bis auf eines.
Davor standen in einigen Abstand viele Menschen – alle in schwarz gekleidet. Sie weinten und schluchzten, als der Priester vor dem Grab zu sprechen begann.
Ich stellte mich in die hinterste Reihe, aber ich hörte die Trauerrede kaum. Deswegen war ich nicht hier – ich war hier, um mich zu verabschieden.
Doch das würde warten müssen – bis das hier vorbei war. Meine Gedanken flogen über die vergangene Woche zurück.
Es hatte drei ganze Tage gedauert und ich hatte mich in dieser Zeit nicht einen Zentimeter bewegt. Als er die Augen wieder aufschlug, waren sie blutrot. So wie sie bei allen neugebornen Vampiren sind.
Also bin ich mit Chris auf die Jagd gegangen. Eigentlich hatte ich erwartet, er würde mich hassen – für das, was ihm widerfahren ist. Aber er hatte ernst gemeint, was er damals auf der Lichtung gesagt hatte. Ich hatte ihn unterschätzt – er mag zwar immer zu fröhlich und gelassen sein, aber traf seine Entscheidungen niemals leichtfertig. Das wusste ich nun. Und das er wirklich nur mich wollte, obwohl ich das nicht verdient hatte.
Natürlich war seine Familie ein Wermutstropfen für ihn, aber er war bereit, alles zurück zu lassen. Es ging auch nicht mehr anders. Er konnte Menschen noch nicht sonderlich nah kommen, obwohl er für einen Neugebornen unglaublich selbst beherrscht war. Erst eine Woche war vergangen und schon konnte er zuminderst kurzzeitig Menschengeruch widerstehen. In ein paar Monaten würden wir uns wohl wieder unter die Sterblichen mischen können.
Nur seine Familie würde er nie wieder sehen können – sie würden nicht verstehen, was ihn so verändert hatte. Wie er so blass werden konnte und – in ihren Augen – soviel schöner. In meinen war er immer schon der Schönste gewesen.
Das Einzige, was wir für sie tun konnten, war ihnen die Ungewissheit zu nehmen. Wir hatten ein paar von Chris’ Sachen zusammen mit einem Abschiedsbrief vor der Hütte platziert.
Dann hatte ich eine Leiche aus einem Leicheschauhaus gestohlen – in Linz, weil ich unsere Spur so gut wie möglich verwischen wollte. Wir haben sie zusammen mit der Hütte verbrannt – so unkenntlich, dass nicht einmal die Zahnabdrücke mehr bestimmt werden konnten.
Es hatte funktioniert, die Menschen hatten unsere Scharade geglaubt. Jeder von ihnen glaubte, dass Chris tot war.
Ich hatte vorgegeben, ihn im Wald gesucht, aber nicht gefunden zu haben, als Sabine mir aufgelöst von seinem Tod erzählt hatte. Meine Trauer brauchte ich nicht vorspielen, ihr Schmerz verletzte mich so sehr, dass ich mich elend genug gefühlt hatte, um zu weinen, hätte ich es gekonnt. Aber sie nahm mir meine fehlenden Tränen nicht übel, sie schrieb es offensichtlich einem Schock zu.
Der Priester beendete seine Rede und der Sarg wurde in die Erde gelassen. Die Menschen murmelten Abschiedsworte und warfen Blumen hinab. Einige kamen um Sabine und ihrem Mann ihr Mitleid zu bekunden. Langsam lichtete sich der Kreis, die Menschen verließen den Friedhof – am Ende sogar Peter und Sandra sowie ihr Vater. Nur Sabine rührte sich nicht und starrte immer noch auf das Grab – indem sie ihr Sohn glaubte.
„Geht schon mal vor.“ hatte sie zu ihren Kindern und zu ihrem Mann gesagt. Ganz leise, damit ihr Stimme nicht brach. Aber ich hörte ihre Trauer und sie schnitt sich in mein Herz.
Als sie gegangen waren, trat ich neben Sabine ans Grab und lies eine rote Rose hineinfallen.
„Eli…“ flüstere sie, aber sie sah mich nicht an.
„Es tut mir wirklich leid, Sabine.“ sagte ich, ohne vom Grab aufzusehen. Es war die Wahrheit. Es tat mir schrecklich leid, was ich ihr angetan hatte. Das meine Liebe ihr ihren Sohn geraubt hatte.
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein.“ sagte sie dann leise, immer noch den Blick auf das Grab gerichtet.
„Du leidest bestimmt genauso wie ich…“ sagte sie dann.
Ihre Güte brachte mich fast um den Verstand, denn ich hatte sie nicht verdient. Sie sollte wütend auf mich sein – mich hassen. Nicht mich bemitleiden.
Ich konnte nichts darauf erwidern – ich wollte es auch nicht, also wechselte ich das Thema. Ich schnitt den Grund an, aus welchem ich überhaupt hergekommen bin.
„Sabine.“ begann ich.
„Ich weiß, ich wähle dafür einen sehr ungünstigen Zeitpunkt… aber ich werde umziehen.“ beendete ich meinen Satz.
Wieder schüttelte sie den Kopf.
„Nein, nein.“ sagte sie dann. „Ich verstehe dich… Könnte ich…. würde ich wohl auch gehen…. weit weg von allem… was mich an ihn erinnert…“
Bei den Gedanken an Chris liefen ihr wieder unzähligen Tränen über das Gesicht und ihre Stimme brach sich fast dabei.
Wieder machte mich ihr Verständnis fast wahnsinnig. Wieso konnte sie mich nicht hassen, so wie ich es verdient hatte?
„Wie lange wirst du noch hier sein?“ fragte sie dann, als ich nichts sagte und sie sich halbwegs wieder gefasst hatte.
„Ich werde noch heute Abend abreisen.“ sagte ich und wagte es das erste Mal, sie anzusehen.
Auch sie sah mich an und wendete sich mich zu, während sie vergeblich versuchte, mir ein aufmuntertents Lächeln zu schenken.
„So bald also schon…“ sagte dann, denn Blick kurz zu Boden gerichtet. Sie sah mich wieder an, als sie weiter sprach.
„… dann wünsche ich dir viel Glück, Eli.“
Mit diesen Worten umarmte sie mich. Ich ließ es zu, denn wir waren beide dick in schwarze Kleider gehüllt, somit konnte sie meine eiskalte Haut nicht spüren. Selbst für Mitte November war es heute sehr kalt, auch wenn mir das nichts ausmachte.
„Ich wünsche dir auch viel Glück, Sabine.“ sagte ich, als sie mich los lies.
„Wenn du mal wieder in der Nähe bist, würde ich mich freuen, wenn du mich besuchst.“ sagte sie dann noch.
Ich musste nichts sagen, sie las die Antwort in meinem Gesicht.
„Aber du wirst nicht wieder kommen.“ sagte sie dann. Es war keine Frage, es war eine Feststellung.
„Leb wohl, Sabine.“ sagte ich, als ich mich umdrehte und ging.
„Leb wohl, Eli.“ hörte ich sie noch flüstern als ich mich immer weiter vom Grab entfernte.
Als ich außer Sichtweite war, langten ich im meine Manteltasche und zog ein Stück Papier hinaus. Es war ein Brief. Ich hatte ihn gefunden, als ich in unser Haus zurückgekehrt war und es verlassen vor fand.
Liebste Eli,’ stand in der ersten Zeile.
möglicherweise wirst du mich hassen, für das was ich getan habe. Und wahrscheinlich ist das auch am Besten so. Denn ich will nicht, dass du meinetwegen traurig bist. Aber trotzdem möchte ich, dass du weißt, dass ich dich immer geliebt habe und immer lieben werde. Ich hoffe - ich bete - dass du mit ihm glücklich wirst. Dein Glück war immer alles, was ich wollte.
In Abstand zierte noch sein Name das Ende des Briefs.
Robert
Plötzlich viel ein schwerer Tropfen vom Himmel – mitten auf das Blatt und verwischte ein Wort.
Ich schaute hinauf und betrachtete die Wolken, die auf die Erden hinunter zu weinen begannen. Immer mehr Tropfen fielen vom Himmel, bis es wie in Strömen regnete.
Ich genoss es. Es kam mir vor, als würde der Regen die Vergangenheit weg waschen. Und das Tat er auch. Ein Wort nach dem anderen raubte er von dem Brief - bis er leer und völlig durchnässt war.
Dann trat ich durch das schwere Eisentor nach draußen auf den Parkplatz. Doch ich wollte nicht zu meinem Auto – es war auch gar nicht hier. Ich ging den Weg in Richtung Wald und ließ das triefende Stück Papier aus meiner Hand gleiten. Es war Vergangenheit, so wie alles, dass ich hier zurück lies.
Ich hatte erst ein paar Schritte in den Wald hineingetan, da sah ich ihn. Chris wartete neben einem Baum auf mich.
Nein, ich bereue es nicht.
Er lächelte mich an und streckte die Arme nach mir aus.
Und wenn ich dafür ewig in der Hölle schmoren sollte…
Er zog mich eng an sich heran und küsste mich leidenschaftlich.
…ich bereue NICHTS!

ENDE