Mittwoch, 1. Oktober 2014

10. Die stürmische Flucht

Mein Atem ging stoßweise und ich hatte meine Augen auf den Boden vor mir gerichtet, damit ich kein Hindernis, über das ich stolpern konnte, übersah. Trotzdem hatte ich das Gefühl, als würde ich jeden Moment fallen so schnell rannten wir durch den Wald. Und sollte das passieren, dann wären wir verloren – dessen war ich mir sicher.
Ich hatte das Gefühl als könnte ich den Atem unserer Verfolger in meinem Nacken förmlich spüren, auch wenn ich wusste, dass das unmöglich war. Wäre sie uns so nahe, dann hätte sie uns längst gefangen. Dennoch wagten es weder Sei noch ich langsamer zu werden oder gar uns umzudrehen und nachzuschauen – das Einzige, was zählte, lag vor uns: Freiheit.
Plötzlich hörten wir ein Surren über uns und entgegen allem, was ich mir gerade noch vorgenommen hatte blieben wir beide stehen und sahen entsetzt nach oben. Was waren wir für Narren gewesen!
Das waren Engel – wieso sollten sie uns zu Fuß durch den Wald folgen? Sie konnten fliegen! Und genau das taten sie auch - direkt über den Blätterdächern des Waldes - und hielten nach uns Ausschau.
Doch Sei hatte seine Schreckstarre schnell überwunden und zog mich nun noch schneller weiter – von oben hatten sie zwar gewisse Vorteile aber auch Nachteile. Sie konnten den Waldboden unter sich nur schwer erkennen und sollten wir eine Höhle finden, dann konnten wir uns dort möglicherweise vor ihnen verbergen.
Immer weiter hasteten wir durch zwischen den Bäumen hindurch bis wir schließlich Licht vor uns sahen. In meinem Hals bildete sich ein Kloß als mir bewusst wurde, was das bedeutete: Der Wald ging in offene, schutzlose Fläche über! Dort war es dann nur eine Frage von Sekunden, bis sie uns hatten...
Auch Sei hatte das erkannt und wollte umdrehen, aber als wir das versuchten, sahen wir goldene Rüstungen zwischen den Bäumen hinter uns aufblitzen. Angelos meinte es wirklich ernst mit mir – er hatte uns nicht nur von seinen Elitesoldaten sondern auch von den gewöhnlichen Rittern auf den Hals gehetzt!
„Was... was sollen wir nur tun?“ flüsterte ich voller Panik – mehr zu mir selbst als zu Sei, aber wie als Antwort zog er mich in Richtung des Waldrandes. Es war eine Verzweiflungstat, aber welche Wahl hatten wir noch?
Als wir jedoch das Ende der Bäume erreichten, erkannten wir, dass es noch schlimmer war, als wir befürchtet hatten: Vor uns befand sich keine offene Fläche sondern eine Klippen die zig Meter in die Tiefe führte und dort unten war nicht weiter als das wilde Meer, das gegen die Steinwand klatschte!
Plötzlich wurde das Surren unerträglich laut und hinter uns tauchten drei Engel auf, die uns entdeckt hatten als wir an den Rand der Klippe getreten waren.
Sei zog mich schützend hinter sich und wand sich kampfbereit unseren Gegner zu, auch wenn ich sehen konnte wie ihm ihre Aura zusetzte. Schweiß lief ihm über die Stirn und er hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten.
„Lasst die Prinzessin frei, Dämon, und eure Strafe wird milder ausfallen!“ schrie der mittlere der Drei Sei an und zog dabei sein Schwert während die anderen zwei ihre Bögen spannten und die Pfeile direkt auf meinen Gefährten richteten. Für eine Sekunde wunderte ich mich, dass sie nicht mitbekommen hatten, dass ich freiwillig mit Sei geflohen war, aber genauso schnell wie der Gedanke gekommen war schob ich ihn schon wieder zur Seite. Jetzt waren andere Sachen wichtig...
Sei spannte sich an und für einen Augenblick glaubte ich, er wollte ernsthalft gegen sie kämpfen, doch dann tat er etwas, an das ich nie gedacht hätte. Er holte mit seiner Hand aus und drehte sich gleichzeitig zu mir um. Sein Arm schloss sich um mich und im nächsten Moment stürzten wir die Klippen hinab.
Ich konnte die Überraschung in den Augen der Engel lesen, doch der Schreck hielt nur für wenige Sekunden – im nächsten Moment sirrten Pfeile durch die Luft und einer davon traf Sei direkt im Rücken. Ich konnte spüren wie ein Beben durch seinen Körper ging und er sich sofort verkrampfte, aber er ließ mich nicht los.
Dann hörte ich das Sirren wieder und sah, dass die Engel uns gefolgten, aber bevor sie uns erreichten tauchten wir in das brausende Wasser ein und wurden in die Tiefe gezogen. Mir war, als hätte der Aufprall alles Luft aus meinen Lungen gedrückt und mein erster Impuls war zur Oberfläche zu gelangen, aber Sei hielt mich fest in seinem Griff.
Ich sah Blut aus seiner Wunder treten und sich mit dem Blau des Ozeans vermischen, aber das hielt ihn nicht davon einen Schwimmzug nach dem anderen zu machen – direkt auf Felsbrocken der Küste zu.
Gerade als ich glaubte, ich würde das Bewusstsein verlieren zog uns Sei zwischen den Geröll an Land. Als ich mich mühsam umdrehte sah ich wie weit wir geschwommen waren: Die Klippe, von der wir gestürzt waren, war in weiter Ferne und die Engel, die über unserer Absturzstelle sucht, schienen nur kleine Feen zu sein.
Langsam zog mich Sei über den steinigen Strand direkt in den angrenzenden Wald hinter uns. Nach ein paar Metern, als wir endlich eine geschützte Stelle entdeckt hatten, brachen wir beide erschöpft zusammen.
„Sei...“ flüsterte ich nachdem ich halbwegs wieder zu Atem gekommen war und sah in seine Richtung. Mein Blick war verschwommen und trübe, aber trotzdem konnte ich erkennen, dass seine Wunde schwer war, denn er lag zusammengekauert am Boden und der Pfeil steckte tief in seinem Fleisch.
Vorsichtig kroch in zu ihm hinüber und zwinkerte mir dabei das Meereswasser aus den Augen.
Als ich mich über ihn beugte hielt ich vor Schreck die Luft an und streckte meine zitternde Hand nach dem Pfeil aus. Die Wunde hatte aufgehört zu bluten, aber der Grund dafür war alles andere als gut: Die Haut um den Pfeil herum hatte begonnen sich schwarz zu verfärben wie verbrannte Erde!
Mir wurde bewusst, dass ich schnell handeln musste und im nächsten Moment riss sich die Kleidung um die Wunde herum auf um zu sehen wie schlimm es schon war. Ich spürte Übelkeit in mir aufsteigen als ich feststellte, dass der schwarze Fleck einen leuchtenden, goldenen Rand besaß und bereits die Größe einer Hand erreicht hatte, wobei er immer schneller größer wurde. Er fraß sich praktisch durch Seis Körper!
Die Erkenntnis traf mich mit der Wucht eines Schlages als mir der Grund dafür klar wurde – dieser Pfeil war die Waffe eines Engels und als diese begann Sei’s dämonische Seite zu läutern. Er war als Halbdämon vielleicht in der Lage die Aura einer Engelswaffe zu überleben aber ihrer Macht so direkt ausgesetzt zu sein – das war zu viel!
Jetzt gab es nur eine einzige Möglichkeit ihn noch zu retten: Ich musste den Pfeil entfernen bevor zu viel seines Körpers von der heiligen Energie verschlungen wurde!
„Das wird jetzt etwas weh tun...“ warnte ich ihn vor doch er gab keine Antwort und starrte nur ins Leere.
Aber das war nur noch ein Zeichen mehr, dass ich mich beeilen musste, also schloss ich meine Hände fest um den Pfeil und biss die Zähne zusammen als ich mit aller Kraft an ihm zog.
Sei wimmerte leicht aber der Pfeil bewegte sich nicht – erst jetzt erkannte ich, wie schwach ich selbst war. Mein ganzer Körper zitterte unter der Kälte und der Anstrengung, aber ich war nicht bereit aufzugeben! Ich musste Sei retten!
„Komm schon...“ fluchte ich als ich erneut an dem Pfeil zog und kurz bevor meine Kräfte komplett nachließen gab das Ding mit einem Mal nach. Ich landete unsanft auf meinen Hintern als ich den Pfeil aus Sei‘s Körper zog.
Ich betrachtete den Pfeil für ein paar Sekunden, dann wurde mir bewusst, dass es am Besten war, wenn das Ding möglichst weit weg von Sei war und schleuderte ihn in den Wald hinein. Dann kroch ich wieder auf Sei zu und drehte ihn auf den Rücken und legte seinen Kopf auf meine Schoß.
„Sei...“ flüsterte ich, aber er rührte sich nicht.
Ich schluckte hart und spürte wie sich in meinem brennenden Augen Tränen sammelten und über meine heißen Wangen rollten.
„Sei...“ wimmerte ich erneut und beugte mich über ihn als ich plötzlich ein Röcheln vernahm. Ich richtete mich sofort wieder auf uns sah in sein schmerzverzerrtes Gesicht. Langsam flatterten seine Augen auf und er sah mich mit einem trüben Blick an.
„Herrin...“ krächzte er und wieder rannten mir Tränen aus den Augen – dieses Mal jedoch vor Freunde.
Langsam wanderte seine Hand an meine Wange als er flüsterte: „Bitte, weint nicht meinetwegen... es steht... einer Kaiserin nicht um ihren Diener zu weinen...“
„Ich... ich dachte, ich hätte dich verloren!“ gab ich schluchzend zurück.
Sei Blick wurde traurig und es dauerte einige Sekunden bis ich verstand. Mein Blick fiel auf seinen Arm und ich sah wie er von der Achsel an langsam begann sich schwarz zu verfärben.
„Nein!“ kreischte ich verzweifelt. „Wie kann...? Ich habe den Pfeil entfernt!“
„Es... es ist zu spät...“ erklärte Sei seltsam ruhig. „Die heilige Macht hatte sich schon in meinem Körper festgesetzt...“
„Nein...“ flüsterte ich während ich vor und zurückwippte. „Nein... Nein... Nein!“
Ich wollte am Liebsten aufspringen und irgendwohin laufen um Hilfe zu suchen oder etwas zu finden mit dem ich die Energie aus Seis Körper vertreiben konnte, aber ein Teil von mir wusste, dass Sei Recht hatte. Es gab nichts, was ich jetzt noch tun konnte...
„Sei...“ flüsterte ich erneut während ich zusehen musste wie sich der schwarze Fleck immer weiter ausbreitete und langsam sogar sein Gesicht erreichte.
„Herrin...“ stieß er schließlich unter Aufbringung seiner letzten Kräfte hervor. „...würdet ihr mir einen letzten Wunsch erfüllen?“
„Alles...“ wimmerte ich. Die Leere, die sein bevorstehender Tod in meine Brust riss schien mich zu verschlingen. Was auch immer er wollte, ich würde es tun – inzwischen war mir alles gleichgültig! „Bitte... kehrt... kehrt zu seiner Majestät zurück...“ flüsterte er.
„Was?“ rief ich überrascht aus. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit!
„Ich weiß, dass... dass ihr ihn immer noch liebt. Jede Nacht habt ihr in euren Träumen... seinen Namen gerufen... egal... egal was passiert sein mag, am Ende werdet Ihr... Ihr euer Glück nur in seinen Armen finden...“ erklärte er während seine Stimme dabei immer leiser wurde.
Geschockt sah ich Sei an als mir bewusst wurde wie Recht er hatte – ich hatte Alon nie vergessen können. Nicht für eine Sekunde, sein Schatten hatte immer über mir geschwebt. Ich hatte ihn für sein Misstrauen bestrafen wollen als ich ihn verließ – aber damit hatte ich mich selbst am Meisten bestraft. Für mich würde es niemals Freiheit geben, denn mein Herz hatte immer nur ihm gehört.
Sei‘s Augen schlossen sich langsam als das Schwarz seinen ganzen Körper bedeckte und ich hörte, wie sein Atem verstummte. Im nächsten Moment löste sich sein Körper in schwarzen Staub auf, der vom aufkommenden Wind davongetragen wurde.
Sei’s letzte Worte hallten immer noch in meinen Ohren, aber ich schüttelte den Kopf. Sein Wunsch war unmöglich – selbst, wenn ich irgendeine Möglichkeit finden sollte zur nach Sato zu kommen, Alon würde mir niemals verzeihen, dass ich ihn verlassen hatte! Niemals!
Nein, für mich gab es nur noch eine Sache, die ich tun konnte – Rache nehmen! Rache für den Tod des einzigen Freundes, den ich noch gehabt hatte!

Donnerstag, 25. September 2014

Hamburg

Letzte Woche bin ich in das "Venedig des Nordens" - die Hansestadt Hamburg - geflogen um die liebe Papyra (*wink*) zu besuchen und mir natürlich auch die Stadt anzusehen. :-)

Entgegen meiner Befürchtung nach diesem verregneten, kalten Sommer war das Wetter sehr schön. Besser als der ganzen August hier in Wien - der einzige Nachteil hierbei war die Tatsache, dass ich viel zu "warm" gepackt hatte. Statt Stiefletten hätte ich Sandaletten anziehen sollen, aber man weiß ja vorher nie, wie es dann wirklich wird...

Die Stadt hat mir sehr gut gefallen - gerade die ganzen Backsteingebäude - nicht nur in der Speicherstadt (dort natürlich ganz besonders) sondern in ganz Hamburg - fand ich wirklich toll!

Ich habe mich aber nicht nur in den typischen Touristen-Gebieten rumgetrieben sondern bin auch ein paar Restaurant-Empfehlungen folgend etwas abseits gewesen. Ich habe also im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand hinausgeschaut! :-D

Ein weiteres Highlight war das Miniaturwunderland - da habe ich wirklich gestaunt bei so viel Liebe zum Detail! Die riesigen Blumenfelder mit lauter einzlen Blumen zum Beispiel, das muss echt eine Arbeit gewesen sein! :-o

Es war auf jeden Fall eine sehr schöne Reise und am Meisten habe ich mich natürlich gefreut Papyra endlich mal live zu treffen! *knuddel*

Freitag, 15. August 2014

9. Die zauberhafte Ausflug

Egal wie ich es drehte und wand, meine Lage schien aussichtslos. Nach meiner versuchten Flucht – auch wenn Angelos meine Lüge bezüglich dem Erkunden im Gegensatz zu seiner Tochter geglaubt hatte - wurde ich sogar nachts noch besser bewacht! Obwohl es angeblich nur zu meiner eigenen Sicherheit geschah, machte das trotzdem kaum einen Unterschied an meiner Miesere.
Und untertags war es noch schlimmer – anders als in Yasha gab es hier so etwas wie ein höfisches Leben und nun musste ich sogar an einer Art Teeparty teilnehmen. Ach, wie ich das schon am Hofe meines Vaters gehasst hatte - und das hier war es kein Stück besser! Noch dazu war ich als neue Verlobte des Engelslords im Zentrum der Aufmerksamkeit und hatte damit nicht die geringste Chance mich irgendwie davor zu drücken!
So saß ich also da, mit einer weißen, verschnörkelten Teetasse in der Hand und gab ein weiches, aufgesetztes Lachen von mir als eine der feinen Damen einen schlechten Witz erzählte – gute Miene zu bösen Spiel zu machen war noch nie meine Stärke, aber meine Gesprächspartnerin waren so sehr damit beschäftigt einen guten Eindruck zu machen, dass sie meine wahren Gefühle nicht bemerkte. Auch nicht wie sehr ich es verabscheute, dass sie und die zwei anderen versuchten um meine Gunst zu buhlen in der Hoffnung dadurch ihren gesellschaftlichen Status zu verbessern. Kein Wunder, dass Alon sowas schon von vorherein unterbunden hatte...
Ich schluckte und versuchte die Gedanken zu verscheuchen – Selbstmitleid würde mir auch nicht helfen! Ich musste versuchen ruhig bleiben und meine Maske wahren, auch wenn es schwer war – vor allem, da meine Augen wieder schmerzten von der pralle Sonne, die in das kristallene Chalet, in dem wir uns befanden, schien und sowohl uns als auch den Tisch an dem wir saßen in grelles, funkelndes Licht tauchte. Irgendwie kam mir die Aussicht auf den Kerker gar nicht mehr so schlimm vor...
„Ach, was für ein wundervolles Wetter...“ begann nun eine der anderen drei Damen in Hoffnung auf Aufmerksamkeit. „...da würde sich ein Ausflug an den Kristallsee perfekt anbieten.“
Plötzlich wurde ich ganz hellhörig und vergaß dabei ganz mich darüber zu ärgern das hier immer wunderbares Wetter war.
„Ein Ausflug?“ fragte ich aufrichtig neugierig und setzte meine Teetasse auf dem Untersetzer neben Teller mit meinem Tortenstück ab. „An einen See?“
„Oh, ihr würdet es lieben, Prinzessin!“ schwärmte sie. „Er liegt am Rand eines kleinen Wäldchens außerhalb der Stadt – auf dem halben Weg zu dem Haupttempel. Er glitzernd wie ein Meer aus Diamanten und die prächtigsten Vögel leben dort! “
Bingo!
Das war die Idee – so konnte ich nicht nur aus dem Palast sondern sogar aus der Stadt heraus! Und der Wald würde schon irgendeine Möglichkeit um mich zu verstecken - und so zu entkommen - bieten!
„Ich finde, das ist eine wundervolle Idee!“ sagte ich zuckersüß. „Dieser See klingt einfach wundervoll – ich möchte ihn unbedingt sehen! Lasst uns doch diesen Ausflug machen – dieses bezaubernde Wetter darf man nicht verschwenden!“
Bei meinen letzten Worten war ich fast aufgesprungen und versprühte echte Begeisterung – wenn auch aus einem ganz anderem Grund als ich vorgab.
Die drei sahen mich total überrascht an, aber ich ließ mich nicht beirren und winkte schon einen Diener zu mir.
„Meine Freundinnen und ich möchten einen Ausflug zu Kristallsee machen...“ begann ich. „...bitte bereitet alles dafür vor.“
Ich konnte aus den Augenwinkeln sehen wie die drei bei dem Wort „Freundinnen“ praktisch aus dem Häuschen gerieten, auch wenn sie versuchten ihre vornehme Hülle zu wahren. Aber ich hatte damit erreicht, was ich beabsichtigt hatte – sie standen nun ganz und gar hinter meinem Vorhaben!
„Umm...“ begann der Diener. „...ich weiß nicht ob es seiner Majestät recht ist, wenn ihr die Sicherheit des Palastes verlasst!“
„Papperlapapp...“ sagte die dritte der noblen Damen. „...mein Gemahl und ich machen immer wieder Ausflüge dorthin! Es ist absolut sicher dort – außerdem werden wir natürlich nicht ohne die Begleitung einer Grade ausfahren!“
Mist! Wachen – das kann ich gar nicht brauchen!
„Nun, wenn Ihr das sagt, Herzogin Heart.“ gab der Diener klein bei.
Kurz drauf befand ich mich tatsächlich zusammen mit meinen neuen Freundinnen in einer Kutsche und lies das furchtbare Schloss nun hoffentlich für immer hinter mir!
Das schwere Haupttor ging auf und unsere Kutsche fuhr mit jeweils vier beritten Wachen vor und nach uns aus. Langsam ratterten wir durch die Straßen der Stadt und ich sah, wie die Menschen sich verängstigt zurückzogen, wenn wir in ihre Nähe kamen. Ja, was Terror anging konnte Angelos fast mit Alon mithalten!
Nach einiger Zeit waren wir endlich auf der Hauptstraße und ich sah die Stadttore vor uns – meine Freiheit in greifbarer Nähe! Die Straße war stark befahren, doch als die Leute unsere Prozession sahen, wichen sie schnell aus und wir kamen zügig voran.
„Findet ihr nicht auch, Prinzessin?“ wurde ich aus meinen Gedanken gerissen und im nächsten Moment wurde mir bewusst, dass meine drei Begleiterinnen ja auch noch da waren.
„Ähm...“ begann ich und ich hatte keine Ahnung wie ich mich rausreden sollte, doch zum Glück nahm mir Herzogin Heart die Mühe ab.
„Es muss so hart für gewesen sein... also genießt nur die wunderbare Aussicht auf die Stadt!“ missinterpretierte sie mein Verhalten und versuchte Mitgefühl zu zeigen.
Sie hatte ja keine Ahnung wie hart alles gewesen – aber ich war ihr dankbar für die Ausrede nicht mit ihr und den anderen plaudern zu müssen. Ich blinzelte sie dankbar an und sah wieder zum Fenster hinaus – wir hatten die Stadt inzwischen verlassen und fuhren über die gleiche Straße, welche Peter am Tag zuvor genommen hatte um mich und Sei zum Markt zu bringen.
Für einen kurzen Augenblick fragte ich mich, wie ich Sei wiederfinden sollte, nachdem ich entkommen war – es war unwahrscheinlich, dass er sich noch bei den Rebellen aufhielt und selbst wenn, war ich mich nicht sicher, ob ich den Weg zurück finden würde. Im nächsten Moment schüttelte ich innerlich den Kopf – darüber konnte ich mir später Sorgen machen, jetzt musste ich erst einmal schaffen meinen Wachen zu entfliehen!
Plötzlich blendete mich etwas und ich kniff die Augen zusammen – als sie sich etwas erholt hatten, erkannte ich, dass es unser Ziel war: der Kristallsee! Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber er glitzerte tatsächlich noch schlimmer als Angelos‘ Schloss!
„Ist er nicht umwerfend?“ flüsterte die Adelige, die sich inzwischen als Baroness Sabrina vorgestellt hatte und ihre Augen leuchtenden begeistert.
Mir blieben die Worte im Hals stecken, also nickte ich nur – wie umwerfend grauenvoll ich diese Aussicht fand musste sie ja nicht wissen.
Wir fuhren ein Stück den See entlang und schließlich kam der Wald – mein Ziel – in Sicht. Und ich hatte Glück, denn es gab eine Stelle, an dem er direkt an den See grenzte.
„Diese Stelle gefällt mir sehr gut...“ begann ich, während ich auf den Fleck neben dem Wald zeigte. „...können wir dort Halt machen?“
„Aber natürlich!“ sagte Herzogin Hope und wies auch gleich den Kutscher an uns dorthin zu lenken. Unser Wagen blieb unter einer prächtigen, grünen Eiche stehen und sofort kam ein Page herangesprungen, der uns die Tür öffnete. Als Prinzessin durfte ich natürlich als Erste aussteigen und ich genoss es, als eine Brise durch meine Haare fuhr und damit die Hitze, die in diesem Land herrschte, etwas erträglicher machte. Der See mochte zwar noch schlimmer glitzern als das Schloss, aber er trug zumindest etwas Frische heran.
Meine drei Begleiterinnen waren inzwischen auch ausgestiegen und auch sie schienen die klare Luft zu genießen. Hinter ihnen sah ich, wie unsere Diener begannen eine Picknickdecke auszubreiten und unsere allerlei Köstlichkeiten bereitzustellen, sie wir aus der Schlossküche mitgenommen hatten. Was jedoch meinen Blick fang, war die Tatsache, dass sich die Wachen um uns herum – vor allem vor dem Wäldchen, in das ich flüchten wollte – positionierten.
Wie soll ich nun an denen vorbeikommen?!
Doch bevor ich mir weiter darüber Gedanken machen konnte zischte ein Pfeil durch die Luft und traf einen der Ritter mitten in den Hals und im nächsten Moment sank er tot zu Boden. Weitere Pfeile sirrten in unsere Richtung und augenblicklich brach das Chaos los! Die drei adeligen Damen flüchteten zurück in die Kutsche und die Soldaten machten sich kampfbereit als eine Gruppe von vermummte, bewaffnete Männer aus dem Gestrüpp am Rande der Lichtung hervorbrachen und uns angriffen.
Ich war so überrascht, dass ich gar nicht dran dachte, dass ich das als Gelegenheit zur Flucht nutzen hätte können als mich plötzlich eine der vermummten Gestalten an meinem Handgelenk packte. Erschrocken starrte ich sie an und war schon breit mich zu verteidigen, als ich die Augen, die mich ansahen plötzlich erkannte.
„Sei...“ flüsterte ich und um selben Moment wurde mir alles klar. Er war doch zu den Rebellen zurückgekehrt und sie hatten nur auf einen Gelegenheit wie diese gewartet um ihre „Zwielichtkönigin“ zu befreien.
„Schnell, Herrin!“ drängte er schließlich und riss mich damit endgültig aus meinen Gedanken – jetzt war die Zeit zum Handeln nicht zum Träumen!
Er zog mich hinter sich her und durch die Kämpfenden hindurch – direkt in Richtung des Waldes. Die ein oder andere Wache wollte uns stoppen, aber sie wurden von den Rebellen so sehr in Anspruch genommen, dass wir ihnen locker ausweichen konnten. Plötzlich jedoch spürte ich eine heiße Flüssigkeit auf meine Haut spritzen und als ich mich in die Richtung umdrehte, sah ich, dass der Anführer der Garde einen der Rebellen mit seinem Schwert durchbohrt hatte. Der leblose Körper rutschte zu Boden und direkt vor meine Füße.
„Lasst sofort die Prinzessin los!“ grollte der Ritter und zielte mit seiner Waffe auf Sei. Ich spürte wie Sei’s Griff im Gegensatz zu dieser Aufforderung noch fester wurde - auch wenn ich ein leichtes Zittern spürte. Die heilige Aura, die von unserem Gegner ausging, setzte ihm merklich zu!
Doch bevor er uns angreifen konnte stürmte einer der Rebellen hinzu und versuchte mit seiner Axt einen Treffer zu landen.
Doch ich sah nicht mehr ob er traf, denn Sei nütze die Gelegenheit und zog mich weiter bis wir den Rand des Waldes erreicht hatten. Über Stock und Stein liefen wir hinein in das Gestrüpp – doch verlangsamten wir unsere Geschwindigkeit nicht. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie unsere Spur aufnehmen würden... und dann mussten wir so weit wie möglich weg sein!

Donnerstag, 14. August 2014

Tutorial: Knitter Alu Nails

Heute gibt es von mir mal ein Nail Art, auf die ich richtig stolz bin! Die grundsätzliche Idee kam mir schon vor einiger Zeit beim Ablackieren mit Alu Folie. Ich dachte, die macht sich sicher auch nett auf den Nägel und habe versucht mit Aluminium Folie ein Knitter Nail Art zu machen. Allerdings hat mir das Endergebnis damals nicht gefallen, also habe ich es wieder verworfen. Bis ich die erste Bilder von den Mermaid Nail Stickern von der Essence "Aquatix" sah und mir der Effekt irgendwie bekannt vorkam. Ja, das war wie mein Alu Folien Versuch - nur noch mit färbigen Nagellack drüber. Und siehe da, es hat das Ganze ordentlich aufgewertet!

Und noch dazu ist es wirklich einfach (und total günstig) zu machen - man braucht dafür nur Alu Folie, Nagelkleber, Klarlack und einen färbigen Lack nach Wahl. Die Folie zerknüllt man ordentlich (um so zerknitterter um so besser), dann legt man sie auf den Nagel und zeichnet mit einem Rosenholzstäbchen die Ränder nach. Diesen Rändern entlang schneidet man das Stück dann mit einer Nagelschere aus (hier sollte man genau sein, Alu Folie lässt sich nacher nur schwer wegfeilen). Dann trägt man eine etwas Nagelkleber auf und lässt diesen kurz antrocknen (unter der Folie trocknet er recht langsam und es dauert sonst ewig) bevor man die Folie vorsichtig andrückt (nicht reiben, man macht damit den Knittereffekt kaputt). Dann eine Schicht des Farblacks (in meinem Fall ist es "OPI - Catch me in your net" und nach Belieben noch ein oder zwei Schichten Klarlack drüber - Fertig!

Und, wie gefällt euch die Idee? :-)

(Leider werden die Bilder dem Nail Art nicht wirklich recht - meine Kamera hat so ihre Probleme mit Türkis. v.v)

Mittwoch, 6. August 2014

Acid Line

Ich liebe ja neue Texturen und damit hat es mir auch die "Acid Washed"-Reihe von Maybelline angetan. Ich hab das Ganze noch mit einer weißen Linie an der Spitze kombiniert - eine Nail Art-Idee zu der mich die liebe Big.S inspiert hat. ;-)

Verwendet:
Maybelline Color Show Acid Wash Effect "245 Lilac Rebel"
Essence Tip Painter "01 White“