Samstag, 8. März 2014

Misslyn "Fabrics for Nails" LE

Misslyn ist ja eigentlich immer recht weit vorne dabei, wenn es darum geht, bei neuen Nageltrends mitzumachen. Auf die Jeans-Lacke haben wie uns jetzt aber etwas warten lassen - dafür aber noch ein paar bewährte Sandlacke mit reingepackt und fertig ist die neue LE, "Fabrics für Nails".

Mitgenommen hab ich mir den hellen Jeanslack, "08 Stonewashed", und zwei der neuen Sandlacke, "48 Heart-stopping" und "52 Crushed silk". Die Sandlacke haben dieses Mal alle gröbere Glitzer auch mit dabei, wobei hier alle bis auf "48 Heart-stopping" Hologlitzerstücke drin haben. Der grüne Lack, "73 Oriental Emerald" hat mich auch noch angelacht, aber irgendwie war er mir dann doch zu grell.

VLNR Velvet Diamond "52 Crushed silk" & "48 Heart-stopping", Demin Look "08 Stonewashed"

Gerade auf den Jeanslack war ich ziemlich gespannt, nachdem mich der von Claires sehr enttäuscht hatte, weil er so gar keine Struktur hatte (im Gegensatz zum wunderschönen Lack von Nail Inc) - und leider ist das hier auch der Fall. Schade, schade, hier hätte ich mir mehr erwartet. Die Sandlacke sind dafür in üblicher Qualität und gefallen mir sehr gut, vor allem der beige Lack.

VLNR Velvet Diamond "52 Crushed silk" & "48 Heart-stopping", Demin Look "08 Stonewashed"

Fazit: Den Jeans-Lack kann ich nicht wirklich empfehlen, weil das für mich einfach kein "Demin Look" ist. Aber wem die Farbe gefällt, der kann natürlich auch zuschlagen. Mit 5,79 Euro liegen sie preislich wie immer im Mittelfeld.

Samstag, 1. März 2014

6. Die goldene Stadt

Erbarmungslos brannte die Sonne vom Firmament als unser kleiner Wagen gemächlich über den Landweg ruckelte. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so intensivem Licht ausgesetzt war. In Yasha herrschte ja ewige Finsternis – wenn man von dem Glühen der Lava absah – und auch der Rest des Landes hatte eine eher schwache Sonne. Nicht so hier – hier war alles grell: der makellos blaue Himmel, das Grün der Wiesen, das glitzernde Wasser der Bäche. Mir brannten die Augen davon und ich zog die Kapuze enger in mein Gesicht. Dann schielte ich zu Sei hinüber, der sich ebenfalls in seinen Umhang gewickelt hatte.
Wir teilten uns im hinteren Teil des Wagens den Platz mit Obst und Gemüse während Peter, einer von Gretes alten Bekannten, vorne saß und das Gefährt gerade in ein kleines Wäldchen lenkten. Ich atmete erleichtert auf als der kühle Schatten uns verschlang, auch wenn es im Vergleich zu meiner Heimat immer noch hell war und das Zwitschern der Vögel mir wie ein lautes Quietschen vorkam.
Doch die Erholung dauerte nicht lange, denn schon nach wenigen Minuten hatten wir den Schutz der Bäume wieder verlassen und ich saß erneut in der prallen Sonne, die mir nun noch greller vorkam. Zuerst dachte ich, es wäre meine Einbildung oder der Kontrast zu dem Wald, doch dann bemerkte ich, dass es vor uns wirklich heller wurde und drehte mich in unsere Fahrtrichtung um, nur um sofort vor Erstaunen das Kein hinunterzuklappen.
Vor uns lag eine riesige Stadt – doch das war nicht, was mich so schockiert hatte! Nein, es war die Tatsache, dass sie völlig in Weiß und Gold gehalten war, so hell und glänzend, dass mir schon nach wenigen Sekunden die Augen unerträglich zu schmerzen begannen. Trotzdem, ich konnte den Blick nicht abwenden so extrem war das, was ich sah. Vor allem aber der glitzernde Palast in der Mitte, der sich weit über die prächtigen Stadtmauern erhob. So etwas hatte ich noch nie gesehen – das gesamte Gebäude war aus Kristall und Gold und funkelte wie ein Regenbogen.
Ich rieb mir die Augen und versuchte, nicht mehr hinzusehen um nicht blind zu werden. Was war das nur für ein Ort? Wie hielten die Menschen hier das nur aus? Ich schielte erneut zu Sei hinüber um zu erfahren was er davon dachte, doch er hob den Kopf nicht sondern sah nur angestrengt auf den Holzboden. Was hatte ich auch erwartet? Für ihn als Halbdämon war das bestimmt noch viel schlimmer als für mich.
Schließlich bog unser Wagen in eine größere Straße ein und wurde langsamer, denn hier drängten sich mehrere Gefährte nebeneinander, die alle auf dem Weg zum Stadttor, das von mehreren Soldaten bewacht wurde, waren.
Ich schluckte, als wir schließlich kurz vor dem Eingang zum Stehen kamen. Da waren die gleiche Art von Rittern, vor denen wir geflohen waren und es sah so aus, als musterten sie jeden, der in die Stadt wollte, sehr genau.
Als wir an der Reihe waren wand sich unser Fahrer dem Soldaten, der ihm am nächsten war, zu, worauf ihn dieser ansprach.
„Was wollt Ihr in Lotus, alter Mann?“ fragte der Ritter streng und strich dabei über sein goldenes Schwert.
Peter antwortet drauf hin mit einem leichten Zittern des Alters in seiner Stimme: „Obst und Gemüse am Markt verkaufen, Sir!“
Der Soldat schaut daraufhin auf die Ladefläche und musterte uns.
„Und Ihr zwei?“ fragte er dann an Sei und mich gewandt.
„Meine Enkel“ krächzte Peter bevor einer von uns was sagen konnte. „Ich bin so alt, ich schaffe das nicht mehr alleine...“
Erneut musterte uns der Ritter und ich nahm all meinem Mut zusammen und schenkte ihm ein schüchternes Lächeln während Sei weiter gegen Boden starrte. Das schien den Offizier zu befriedigen und er winkte unseren Wagen durch.
Peter gab dem Pferd wieder die Sporen und so fuhren wir durch die dicken Stadtmauern in eine vielbefahrene und -begangene Hauptstraße hinein. Unser Gefährt ruckelte zwischen den weißen Wohnhäusern hindurch tiefer und tiefer in die Stadt hinein. Ich hatte gehofft, dass der Schatten der Gebäude etwas Kühle spenden würde, doch die grelle Helligkeit gab mir keine Verschnaufpause.
Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, als endlich ein paar bunte Markisen in Sichtweite kamen, die den Marktplatz ankündigten. Doch umso näher wir ihm kamen umso stärker wurde auch der Verkehr und zweitweise mussten wir sogar ein paar Minuten stehen bleiben und warten bis unser Fahrer den Wagen endlich in der Nähe des Marktes abstellen konnte.
„Bleibt ganz in meiner Nähe.“ flüsterte uns Peter zu als wir schließlich ausstiegen und seine Stimme klang dabei um einiges fester als sie es tat, als er mit dem Soldat gesprochen hatte. Hut ab, er war ein guter Schauspieler! Sei sagte nichts sondern nahm nur eine Kiste Äpfel während Peter sich einen Sack mit Kartoffel schnappte. Ich entschied mich für einen Korb mit Erdbeeren und dann folgten Sei und ich Peter auf den Markt.
Sollte ich gedacht haben, auf der Straße sei viel los gewesen, dann war es doch nichts im Vergleich zu diesem Getümmel. Eine schier unendliche Anzahl von Leuten schob sich über den großen Platz und drängte sich um die einzelnen Stände um dort Einkäufe zu tätigen oder ihre Waren auszubreiten.
Wir hatten unsere Mühe und Not durch zu kommen, denn ich wollte nicht zu grob werden und so möglicherweise unerwünschte Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Trotzdem schafften wir es irgendwie zu Peters Stand zu gelangen, den er so gleich öffnete und begann, die Waren aufzubauen.
„Wartet bitte hier während wir den Rest holen.“ murmelte Peter mir dann zu, als er damit fertig war und ich sah Sei an, dass er nur unwillig mit Peter mitging, denn er wollte mich nicht aus den Augen lassen. Doch ich nickte ihm zu, dass er gehen sollte – es würde seltsam aussehen, wenn Peter alles alleine machen würde, davon abgesehen würde dieser ein „Nein“ ohnehin nicht akzeptieren.
Als sie weg waren begann ich langsam, den Markt und die Leute hier genauer zu mustern. Ich hatte es mir kaum vorstellen können, als Bärbel mir diese seltsame Kleidung anlegte, aber die Menschen hier schienen wirklich so etwas zu tragen. Und vor allem waren sie alle in sehr hellen Tönen gekleidet, die nur ab und an von ein paar Farbtupfern unterbrochen wurden. Doch ihre Stimmung war ein krasser Gegensatz zu den fröhlichen Farben - die meisten von ihnen schoben sich sehr eilig und geduckt über den Platz, so als würde irgendeine Gefahr über ihnen schweben.
Plötzlich hörte ich einen Tumult von der rechten Seite des Marktes und schob neugierig den Kopf vor.
Was ist da los?
Dann schossen schließlich ein paar Gestalten aus der Menge und nur Sekunden später folgten Ihnen ein paar Soldaten auf ihren weißen Rössern. Im nächsten Moment brach das totale Chaos los, als die Menschen vom Markt drängten und immer mehr Ritter erschienen.
Bevor ich mich noch hinter Peters Marktstand retten konnte wurde ich praktisch von der Masse mitgerissen und in irgendeine Richtung gedrängt, als die Leute versuchten, sich vor den auftauchenden Soldaten in Sicherheit zu bringen. Jeder Versuch gegen den Strom anzukämpfen war sinnlos und das, obwohl ich meine Zurückhaltung längst aufgegeben hatte. Die Menschen waren in totaler Panik versunken und ich mitten drin!
Immer wieder wurde ich hin und her geschubst und hatte schon bald Mühe überhaupt auf den Beinen zu bleiben. Es graute mir davor, was passieren würde, wenn ich fallen sollte und die Masse sich über mich hinwegwälzte.
Ich tauchte unter ein paar Hindernissen hindurch und versuchte nicht gegen eine Mauer gepresst zu werden, als ich endlich meine Rettung sah: Eine kleinen Seitengasse, die der wildgewordenen Menge offensichtlich nicht aufgefallen war!
Langsam und behutsam um nicht zerquetscht oder weggetragen zu werden schob ich mich in ihre Richtung und schaffte es dort endlich aus dem Pulk zu entkommen. Ich stolperte noch ein paar Meter weiter und hielt mich an einer Seitenmauer fest während ich ein paar Mal tief durchatmete. Das war wirklich knapp gewesen!
Was war nur in diese Leute gefahren? Wovor hatten sie solche Angst? Ich konnte beim besten Willen keine Gefahr entdecken! Ich meine, wenn sich daheim in Yasha Menschen so benehmen würden, wenn sie Alons Garde sahen, dann würde ich das nur zu gut verstehen. Aber hier? Nun, ich hatte Geschichten über die Grausamkeiten des Engelslords gehört, aber diese Reaktion schien mir übertrieben. Oder hatten mir die Rebellen etwa die schlimmsten Dinge verschwiegen?
Aber wie auch immer, ich hatte ein ganz anderes Problem – ich hatte keine Ahnung wo ich war! Ich sah mich um und bemerkte schließlich, dass diese Gasse um einiges dunklere war als alles, was ich bis jetzt von der Stadt gesehen hatte. Obwohl ich mich gerade nach dieser Düsternis gesehnt hatte, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter! Irgendwas stimmte hier nicht!
Ich drehte meinen Kopf wieder Richtung Markt, doch im selben Moment verwarf ich den Gedanken – es war immer noch die Hölle los, ich konnte also unmöglich zurück! Ich schluckte also und ging tiefer in die Gasse hinein. Ich hoffte, dass sie bald in eine größere Straße münden würde, an der ich mich orientieren konnte. Im schlimmsten Fall musste ich die Leute dort nach dem Weg zum Markt fragen – anders würde ich Sei und Peter nicht wiederfinden.
Erneut seufzte ich. Sei und ich wollten diesen Ausflug zur Flucht nützen sobald Peter beschäftigt war, doch so hatte ich mir das nicht vorgestellt! Ohne Sei an meiner Seite fühlte ich mich plötzlich schutzlos und das, obwohl ich Hevshire unter meinem Umhang spüren konnte, wusste ich doch, dass es gegen Engel nutzlos war.
Endlich querte eine weitere Gasse meine, doch sie war genauso klein und duster.
Was soll ich nur machen? Was, wenn ich mich in diesem Labyrinth verlaufe?
Doch ich hatte keine Zeit zu hadern also bog ich in die rechte Straße ein und nahm mir vor immer nur rechts abzubiegen um nicht ganz die Orientierung zu verlieren. Vorsichtig schlich ich weiter und umso länger ich ging umso mehr machte mich die komplette Abwesenheit anderer Menschen nervös – vor allem in Anbetracht dessen, was auf der Hauptstraße los gewesen war!
Endlich wurde es am Ende der Gasse wieder etwas heller und ich konnte gar nicht glauben, wie sehr ich mich über dieses grelle Licht freute! Die Gasse mündete tatsächlich in einen kleinen Platz, doch noch immer konnte ich keinen Menschen entdecken!
Ich ging zu dem Brunnen in der Mitte des Platzes und schaute mich um.
Wohin soll ich nun nur gehen?
Doch die Wahl wurde mir im nächsten Moment abgenommen als plötzlich drei Ritter aus den umliegenden Gassen stürmten und mich umzingelten.
„Keine Bewegung!“ schrie der Größte von Ihnen während er und seine zwei Mitstreiter mir ihren Schwertern an den Hals hielten und mir damit jeglichen Fluchtweg abschnitten. „Ihr seid festgenommen!“

Mittwoch, 12. Februar 2014

Frozen

Heute gibt es mal wieder ein Nail Art - passend zum aktuellem Wetter (Es schneit schon wieder! v.v) und zu dem letzten Film, den ich im Kino gesehen habe (Ganz große Klasse, ich liebe den Film!). So, jetzt kann es aber Frühling werden...

Verwendet:
Misslyn "Silk Touch" Nail Polish "04 Sole artist"
Claires Nail Polish "11824 shiver"
s-he Nail Polish "612/470"

Samstag, 1. Februar 2014

5. Das unterirdische Dorf

Das Bett knarrte etwas, als ich mich drauf setzte und ich sah mich in unserer Kammer etwas um – wenn man diesen unterirdischen Stollen denn überhaupt so nennen konnte. Der Boden, die Decke und die Wände waren notdürftig mit Holz verkleidet worden, doch an einigen Stellen sah man das Erdreich dahinter durchschimmern. Die Einrichtung bestand lediglich aus einem kleinen Tisch mit einer Lampe und zwei Sessel sowie ebenfalls zwei Betten und den einzigen Ausgang bildete eine große, schwere Holztür.
Drei Tage waren vergangen seit Sei und ich auf die Rebellen gestoßen waren und unsere Lage war trostloser den je. Die Siedlung, in dem sich die Rebellen verschanzt hatten, lag direkt unter dem Dorf und bestand aus zig Schächten, deren Eingänge in einigen Kellern verborgen waren und streng bewacht wurden. Sich an ihnen vorbei zu schleich war also praktisch unmöglich und selbst wenn wir es geschafft hätten, so wäre unsere Lage oberhalb wohl kaum besser gewesen.
Ein paar Mal hatte ich die Gelegenheit gehabt einigen Leuten zu lauschen und hatte so erfahren, dass dieser Engelslord offensichtlich ein wirklicher Kontrollfreak war. Er ließ in regelmäßigen Abständen patrouillieren, nicht nur die Dörfer sondern auch die Wiesen und Wälder. Und ich wollte mir gar nicht ausmalen, was er mit uns machen würde, wenn er uns fand – ein echter Halbdämon war ihm bis jetzt sicher noch nicht unter gekommen und ich hatte genug Schauergeschichten gehört, was er alleine mit denen tat, die er der Ketzerei verdächtigte.
Grete hatte wohl wirklich Recht, als sie sagte, wir wären vom Regen in Traufe geraten. Und das Schlimmste war, dass wir nicht mal zurück konnten! Unser Schiff lag am Boden des Meeres und ein neues zu kapern war praktisch unmöglich. Sei war in einer schlechten Verfassung, auch wenn es ihm hier unter der Erde - und damit weiter weg von der heiligen Aura - etwas besser ging.
Und ich alleine war machtlos - so wirkungsvoll Hevshire gegen Dämonen auch war so nutzlos war es gegen Engel. Ich mag zwar eine recht gute Kämpferin gewesen sein, aber ihrer mächtige Magie hatte ich nichts entgegen zu setzten. Ich fragte mich wirklich, wie diese Leute tatsächlich annehmen konnten, ich würde ihnen eine Hilfe in diesem Krieg sein!
Vor allem einen, der mich nicht das Geringste anging! Alles was ich wollte war Ruhe und Frieden, aber davon war ich weiter weg den eh und je. Wie war es nur so weit gekommen? Wann hatte das alles seinen Anfang genommen? Als ich Alon in der Schlucht verlassen hatte? Oder als ich Yasha eigenmächtig verließ? Oder noch viel früher? Ich wusste es nicht und es zermarterte mir langsam aber sicher den Kopf auch wenn ich wusste, dass uns selbst die Antwort auf diese Frage nicht helfen würde…
Plötzlich ging die Tür knarrend auf und Sei kam herein. Zuerst hatte man uns zweien getrennte Zimmer geben wollen, aber Sei hatte drauf bestanden an meiner Seite zu bleiben. Er traute unseren Gastgebern wohl nicht einen Millimeter über den Weg und ich verstand ihn – auch mir waren sie nicht geheuer.
Er stellte das Essen – eine dünne Suppe und etwas Brot – auf den Tisch und setzte sich an einen der Sessel. Ich sah, dass meine Portion wieder deutlich größer war als seine, aber ich sprach ihn nicht darauf an. Das letzte Mal hatte er mir schlicht erklärt, als Halbdämon bräuchte er nicht so viel menschliche Nahrung, aber obwohl ich ihm das nicht wirklich glaubte, beließ ich es dabei. Er würde ohnehin nicht mehr essen, solange er glaubte, ich hätte nicht genug – da hätte ich sagen können, was ich wollte.
Kaum hatte ich den letzten Bissen heruntergeschluckt, da klopfte es auf einmal an der Tür worauf Sei aufstand um sie zu öffnen. Der braunhaarige Mann, der in der Tür stand sah deutlich nervös aus, was wohl zum einen dran lag, dass ihn Sei mit mehr als einem Kopf überragte und zum anderen dran, dass er wusste, was Sei war.
„Mut… Mutter Grete möchte mit… mit euch sprechen…“ stotterte der Mann und sah an Sei vorbei zu mir hinüber. „…Zwielichtkönigin.“
Ich seufzte und stand widerwillig auf. Wenn diese Leute wenigstens aufhören könnten, mich so zu nennen – ich wollte mit dieser komischen Prophezeiung nichts zu tun haben!
Aber es half ja alles nichts also trabte ich zusammen mit Sei hinter dem verschreckten Mann mittleren Alters her. Er führte uns durch die verzweigten Tunnel, die gerade mal von ein paar Holzbalken gehalten wurden und ab und an bröselte etwas Erde von der Decke. Ich versuchte ein Schaudern zu unterdrücken, als ich dran dachte, dass dieses Konstrukt jeden Moment zusammenschürzen und uns bei lebendigem Leibe begraben konnte.
Ein paar Mal kamen uns andere Menschen entgegen, die uns – das hieß Sei und mich – verstohlen musterten und dann schnell an uns vorbeihuschten. Die wenigen, kleinen Grüppchen, die an breiteren Stellen zusammen standen und leise, aber eindringlich miteinander redeten, verstummten, als sie uns sahen und ich konnte ihre Blicken förmlich in meinem Rücken spüren, nachdem wir an ihnen vorbeigeschritten waren.
Endlich, nachdem wir offensichtlich noch viel tiefer ins Innere der Siedlung eingedrungen waren, blieb unser Begleiter vor einer schweren Holztür stehen und klopfte.
„Ihr könnt eintreten!“ hörte ich Gretes Stimme von der anderen Seite krächzen und so gleich machte der Mann die Tür auf und führte uns ins Innere.
Grete warf ihm einen kurzen Blick zu und sagte dann: „Danke, Fredrick! Du kannst jetzt gehen – aber bring unseren Freund…“ – bei diesen Worten wand sie sich Sei zu – „…bitte vorher noch zu Saraphim. Wir wollen keine Zeit verlieren!“
„Ich werde meiner Herrin nicht von der Seite weichen!“ hielt Sei entrüstet entgegen als Grete uns offensichtlich trennen wollte.
„Ist das so? Dann willst also auch dabei sein, wenn sie sich wäscht und umzieht?“ fragte die alte Frau mit einem Anflug eines Lächelns im Gesicht.
Sei konnte einen leichten roten Schimmer im Gesicht nicht unterdrücken und war zu baff um etwas zu antworten.
„Nun, das habe ich mir gedacht. Vor allem, da du auch ein Bad und neue Kleidung brauchen wirst, wenn du mit ihr zu Oberfläche möchtest!“ setzte sie nun nach.
„Wir gehen da rauf?“ fragte ich impulsiv und bemerkte im selben Moment wie blöd sich das angehört hatte – natürlich taten wir das, sie hatte es ja gerade gesagt.
Doch Grete lies sich davon nicht beirren und erklärte ruhig: „Ja, wenn es zum entscheidenden Kampf kommt, wird es unerlässlich sein, dass ihr euch dort zurecht findet.“
Ich musste mir auf die Zunge beißen um ihr nicht zu sagen, dass ich sicher nicht für sie in den Krieg ziehen würde, denn die Gelegenheit hier raus zu kommen – und damit auch die Möglichkeit einer Flucht – durften wir uns auf meinen Fall entgehen lassen!
Trotzdem, es gab eine Sache, die mir dabei noch auf der Seele brannte: „Aber selbst mit anderer Kleidung… Sei ist immer noch ein Halbdämon!“
Und das sieht man ihm auch an!
Grete lachte kurz als hätte ich einen Scherz gemacht, dann antwortete sie: „Mach dir keine Sorgen mein Kind – das ist nichts, was wir nicht zu verbergen wüssten!“
Dann wand sie sich Fredrick wieder zu und sagte: „Und nun husch, husch raus mit euch, damit wir anfangen können! Wir verlieren nur kostbare Zeit!“
Wiederwillig folgte Sei dem Mann, aber nicht ohne noch einmal einen Blick zurück in meine Augen zu werfen. Ich erkannte, dass auch er wusste, dass dies einfach eine zu günstige Gelegenheit war als dass wir sie verstreichen lassen konnten und ich nickte ihm bestätigend zu.
Kaum waren die zwei verschwunden wuselte Grete schon um mich herum und sagte: „Nun aber runter mit den alten, schmutzigen Gewändern.“
Dann huschte sie zu einer großen Holzwanne, die hinter einer Trennwand stand und mit schaumigen Wasser gefüllt war und reif mir über die Schulter zu: „Beeil dich, Kind. Sonst wird das Wasser noch kalt!“
Schnell entledigte ich mich meiner Kleider und stieg in die Wanne, wo ich mit dem Schwamm, der auf einem kleinen Hocker, der daneben stand, lag, begann mich abzuschrubben. Die Wanne war so klein, dass ich gerademal mit angezogenen Beinen hineinpasste und der Schwamm war rau und kratzig. Nichts im Vergleich zu den luxurösen Bädern, die ich in Yasha hatte – so groß, dass ich darin sogar schwimmen hatte können. Und das Wasser war weich und betörend beduftet. Aber am Schönsten war es, wenn Alon sich dazu entschloss mit mir gemeinsam ein Bad zu nehmen…
Ich schluckte den Klos, der sich in meinen Hals gebildet hatte, hinunter und wusch mich schnell fertig. Dann stieg ich aus der Wanne, schwemmte mir mit einem bereitgestellten Kübel Wasser den Schaum herunter und trocknete mich ab. Mit noch feuchten Haaren und dem Badetuch um meinen Körper gewickelt kam ich hinter der Trennwand hervor.
„Bist du fertig?“ fragte mich Grete und ich sah, dass eine junge Frau, die ein weißes Bündel in ihren Händen trug, neben sie getreten war.
„Das ist Bärbel.“ erklärte Grete. „Sie wird dir helfen, die anzuziehen.“
„Das kann ich auch allein!“ gab ich mit einer beleidigten Schnute zurück. Angekleidet zu werden würde nur noch mehr vergrabene Erinnerungen wecken und das war das Letzte, was ich wollte!
„Nun, du wirst feststellen, dass unsere Kleidung etwas anders ist, als das, was du gewöhnt bist.“ meinte Grete nur grinsend und lies uns ohne auf meine Antwort zu warten alleine.
Ich seufzte und ging zu Bärbel, die gerade ihr Bündel – was ich für ein Kleid gehalten hatte –ausbreitete. Doch in Wirklichkeit war ein nur ein großes, weißes Tuch, das auf einer Seite zusammengenäht war, ein mehrere goldene Bänder und zwei ebenfalls goldenen Broschen. Nun begann ich zu verstehen, was Gerte gemeint hatte.
Ich legte mein Badetuch ab und sogleich begann Bärbel damit den Stoff kompliziert um meinen Körper zu wickeln. Dann nahm sie die zwei Broschen und stecke damit die zwei Stoffenden an meinen Schulter zusammen, damit sie zu Trägern wurden und wickelte mir ein langes Band unter der Brust herum und lies damit ein Kleid entstehen.
Dann holte sie noch ein Paar Sandalen, zwei Armspangen und eine Halskette hervor – ebenfalls in Gold – und legte sie mir an. Als Letztes widmete sie sich meinen Haaren, die inzwischen getrocknet waren. Sie steckte sie kunstvoll hoch und befestigte es mit den übrigen Bändern.
Kaum war sie fertig drehte ich mich zu dem kleinen Spiegel in der Ecke und betrachtete mich – ich sah so ganz und gar anders aus als sonst. Nicht nur, dass ich völlig in Weiß und Gold gekleidet war – und nicht, wie sonst in dunklen Tönen – nein, auch der Stil des Kleides unterschied sie sehr von allem, was ich bis jetzt gesehen hatte. Das Kleid war lang und fliesend, verschluckte meine Taille ganz und meine Schultern und Oberarme waren – von den Brosche und Spangen mal angesehen – unbedeckt.
Doch nachdem ich ein paar Schritte gegangen war, merkte ich, dass die seltsame Kleidung eigentlich ganz bequem war.
Plötzlich kam Gerte wieder bei der Tür herein und stellte freudig fest: „Oh, ihr seid fertig! Sehr gut, sehr gut!“
Dann trat sie in den Raum und fuhr fort: „Euer Beschützer ist nämlich auch schon soweit!“
Hinter ihr trat Sei hinein und als ich ihn sah musste ich mir auf die Lippe beißen um nicht lauthals zu lachen anzufangen. Auch er war in Weiß und Gold gekleidet und sein Tuch war ihm ähnlich um den Körper gewickelt wie meines, allerdings ging es nur bis zu den Knien und sein Band sich nicht unter der Brust sondern um der Hüfte schlang und im Gegensatz zu mir auch nur einmal herumgewickelt wurde. Außerdem hatte man bis auf die Armspangen auf sämtlichen Schmuck verzichtet. Ich sah ihm an, dass es das Ganze höchst unangenehm fand, aber er sagte nichts und versuchte stattdessen meinem Blick auszuweichen.
„So, das sieht ja schon sehr gut aus!“ sagte Gerte und hatte noch zwei hellbeige Stoffstücke in der Hand.
„Hier noch eure Umhänge und ihr seid fertig für euren ersten Ausflug!“ fuhr sie fort und reichte uns die Stoffstücke.
Ich schielte zu Sei hinüber und konnte mir denken, dass er so am Liebsten von niemanden gesehen werden wollte – aber wenn das der Preis war um hier herauszukommen, dann würden wir ihn zahlen!

Montag, 20. Januar 2014

Catrice "Creme Fresh" LE

Es geschehen doch noch Wunder - der Müller hatte heute endlich wieder neue LEs und zwar unter anderem von Catrice die "Creme Fresh". Mitgenommen hab ich nichts (diese farblosen Lippies kann ich verzichten - wenn der grüne wenigstens einen Schimmer haben würde! - und sonst hat mich nichts angesprochen), aber ich hab an ein Bild von dem Aufsteller gedacht, der für manche vielleicht interessant sein könnte. ;-)

Und, habt ihr die LE schon entdecken können? :-)